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Reisebus-Test: Jeder fünfte Reisebus hat schwere Mängel

Die ADAC-Prüfer waren wieder unterwegs. Ihr Ziel diesmal: deutsche Reisebusse. Vor dem Hintergrund schwerer Busunglücke stimmt das Ergebnis bedenklich.

Die ADAC-Prüfer waren wieder unterwegs. Ihr Ziel diesmal: deutsche Reisebusse. Vor dem Hintergrund schwerer Busunglücke stimmt das Ergebnis bedenklich. "In meinen Augen sind die Resultate unserer Untersuchung alles andere als ein Aushängeschild für die deutsche Busbranche", so ADAC-Präsident Peter Meyer. "Es ist an der Zeit, für Reisebusse ein einheitliches Gütesiegel zu schaffen, das den Verbrauchern einfach und verlässlich anzeigt, ob ein Unternehmen qualifizierte Fahrer und sichere Busse einsetzt."

Haben Sie Angst vor Busreisen?

Acht der getesteten Ausflugsfahrten und Ferienreisen fielen im Test mit "mangelhaft" oder gar "sehr mangelhaft" durch. Lediglich zwei Angebote wurden mit "sehr gut" und weitere acht mit "gut" bewertet. Die restlichen 17 Bustouren kamen über ein "ausreichend" nicht hinaus.

Als gravierendste Mängel stellten die ADAC-Tester Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten fest, überhöhte Geschwindigkeiten, fehlende Sicherheitshinweise und die nicht oder nur vor Jahrzehnten absolvierte Notfallausbildung. Nur die wenigsten Fahrer hatten eine spezielle Sicherheitsausbildung wie beispielsweise ein Fahrertraining absolviert. Die vorhandenen Sicherheitsgurte wurden oft nicht benutzt und die Fahrgäste auch nicht aufgefordert, sich anzuschnallen.

Der Testsieger, Gross Reisen International aus Heilbronn, setzte für die Fahrt nach Luzern einen fast neuen Reisebus ein und einen Fahrer, der fast alles richtig machte. Das zweite "sehr gut" erhielt eine Ausflugsfahrt der Anton Graf GmbH in Herne nach London. Der Testverlierer, das Omnibusunternehmen Lahrmann aus dem nieder-sächsischen Wagenfeld, fuhr für eine Vereinsfahrt mit einem 14 Jahre alten Bus auf schwer beschädigten Reifen zum Ziel.

Fieser Crash beim Driften

"Die teilweise eklatanten Sicherheitsdefizite bei einigen Unternehmen machen deutlich, dass es höchste Zeit ist, freiwillig Maßnahmen zu mehr Sicherheit in den Reisebussen zu ergreifen. Tun sie dies nicht, wird der Gesetzgeber mit schärferen Regelungen und strengeren Kontrollen tätig werden müssen", so Meyer weiter.

Bei seinem Test nahm der ADAC Tagesfahrten, Ferienreisen und Mietomnibusreisen unter die Lupe. Mit der Auswahl der zu testenden Reisen hatte der ADAC das Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) in Erfurt betraut. Praktisch durch-geführt wurde der Test von unabhängigen Sachverständigen der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Die Tester waren von August bis September 2003 unterwegs.

Tipps: So reisen Sie sicher mit dem Bus
Hören Sie sich vor der Buchung um, welche Erfahrungen andere Busreisende mit einer bestimmten Fahrt oder einem bestimmten Unternehmen gemacht haben
Informieren Sie sich im Vorfeld über die Sicherheitsausstattung des Busses
Verstauen Sie Ihr Gepäck in der dafür vorgesehenen Ablage oder unter Ihrem Sitz
Befolgen Sie die Anweisungen des Personals
Schnallen Sie sich während der ganzen Fahrt an
Bleiben Sie nicht längere Zeit zum Beispiel im Mittelgang stehen
Prägen Sie sich die Lage der Notausstiege und -hämmer sowie der Sicherheitsausstattung ein
Sprechen Sie den Fahrer bei offenkundigen Ermüdungserscheinungen oder risikoreichen Fahrmanövern an
Lenken Sie den Fahrer nicht ab, zum Beispiel durch längere Unterhaltungen. Übrigens: Partystimmung im Bus ist der Konzentration des Fahrers nicht eben dienlich
stern.de, ADAC
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