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Verklemmtes Gaspedal: Toyota Prius rast unkontrolliert über US-Highway

Dramatische Minuten für den Fahrer eines Toyota Prius in den USA. Weil das Gaspedal klemmte, raste der Wagen mit Tempo 151 unkontrolliert über die Fahrbahn. Erst nach 50 Kilometern gelang es der Polizei in einem spektakulären Manöver, das Fahrzeug zu stoppen.

Wegen eines klemmenden Gaspedals ist ein Toyota Prius auf einer Autobahn in den USA außer Kontrolle geraten. Doch anders als ähnliche Vorfälle, die für die Fahrer tödlich endeten, verlief der Zwischenfall am Montag in Kalifornien glimpflich. Mit Hilfe der Autobahnpolizei konnte das Auto, das mit Tempo 151 unterwegs war, schließlich sicher gestoppt werden. Der 61-jährige Fahrer James Sikes kam mit dem Schrecken davon.

Toyota hat in den vergangenen Wochen wegen Sicherheitsproblemen weltweit 8,5 Millionen Autos zurückgerufen. Das US-Verkehrsministerium sprach Anfang März von 52 Unfalltoten seit dem Jahr 2000, die mit unabsichtlichen Beschleunigungen zu tun haben sollen.

Werkstatt schickte Fahrer wieder weg

Wie Sikes berichtete, war er mit seinem Wagen vor zwei Wochen in der Werkstatt, nachdem er schriftlich über die Toyota-Rückrufaktion informiert worden war. Die Werkstatt habe ihn aber wieder heimgeschickt. "Ich gab denen meinen Rückruf-Zettel. Die gaben ihn zurück und sagten, ich stehe nicht auf der Rückruf-Liste", sagte der Kalifornier.

Die schrecklichen Minuten in seinem Fahrzeug schilderte Sikes vor Journalisten so: "Ich trat auf das Gaspedal, um ein Auto zu überholen. Und dann passierte etwas Komisches: Es hüpfte und klemmte fest." Er habe versucht, das Pedal mit der Hand zu lockern und die Fußmatte wegzuziehen. Das habe aber nicht geholfen. Sikes weiter: Ich trat auf die Bremse. Das Auto hielt nicht an, es tat nichts, und es wurde immer schneller." Er habe den Gestank der Bremsen gerochen, so fest habe er aufs Bremspedal getreten.

Polizeiwagen fungiert als Prellbock

Sikes rief telefonisch um Hilfe, und bald fuhr ein Wagen der Autobahnpolizei neben ihm. Der herbeigeeilte Polizist gab über Lautsprecher Anweisungen: Der Fahrer sollte die Automatik auf Neutral stellen und mit aller Kraft bremsen. Außerdem fuhren die Wagen eine Steigung hinauf. Langsam verringerte das Auto sein Tempo. Nachdem die Geschwindigkeit auf unter 80 Stundenkilometer gedrosselt war, schaltete der Fahrer den Motor aus und ließ den Wagen ausrollen. Der Polizeiwagen fuhr für alle Fälle vor den Prius, um im Notfall als Prellbock herzuhalten.

Der Prius, Baujahr 2008, gehört zu den Modellen, die Toyota wegen rutschender Fußmatten zurückgerufen hat. Die Teppiche können sich mit den Gaspedalen verkeilen, warnte der Hersteller. US-Politiker vermuten, dass der wahre Grund für das ungewollte Beschleunigen aber in der Elektronik zu suchen ist.

Toyota drohen neue Schadenersatzforderungen

Unterdessen kommen auf den Autobauer in den USA möglicherweise neue Forderungen zu. In verschiedenen Städten wurden nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP inzwischen 89 Sammelklagen von enttäuschten Toyota-Besitzern gegen den Hersteller eingereicht. Die Fahrer fordern den Ersatz des Wertverlustes, den gebrauchte Toyota-Modelle seit Beginn der Pannenwelle erlitten haben. Bei rund sechs Millionen betroffenen Autos und einem Wertverlust von 500 Dollar pro Fahrzeug könnten Kosten von drei Milliarden Euro für Toyota entstehen.

Nach einer Preisliste für Gebrauchtwagen sind die Preise für zurückgerufene Toyotas um 350 bis 750 Dollar gefallen. In der Milliardensumme noch nicht enthalten sind Entschädigungen für Toyota-Fahrer nach Unfällen. Der erste Prozess wegen der Wertverluste soll am 25. März vor einem Bundesgericht in San Diego stattfinden. Die Richter wollen auch darüber beraten, ob alle Sammelklagen zu einem Prozess zusammengefasst werden.

AFP / AFP
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.