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Warentest prüft Elektroräder: Jedes dritte E-Bike fällt durch - auch das Aldi-Rad versagt

Die Stiftung Warentest hat Elektroräder überprüft und das Ergebnis ist verheerend: Von 15 Rädern im Test fielen fünf glatt durch. Unter den Versagern ist das billige Aldi-Rad - aber auch teure Markenräder sind mangelhaft.

Den Sieger, das Flyer B8.1, gibt es als Tiefeinsteiger und mit Diamantrahmen.

Den Sieger, das Flyer B8.1, gibt es als Tiefeinsteiger und mit Diamantrahmen.

Der Markt für Elektroräder boomt seit Jahren. Die teuren E-Bikes sorgen bei den Herstellern für prächtige Gewinne. Umso ärgerlicher ist es, wenn beim Test herauskommt, dass einzelne Räder versagen, weil an Teilen für wenige Cent, wie der Sattelklemme, gespart wird. Oder dass die Bremsen mit dem höheren Gewicht des Elektrorades nicht zu Rande kommen.

Nur Tiefeinsteiger im Test

Die Warentester nahmen ausschließlich sogenannte Pedelecs in den Test auf. Sie gelten rechtlich als Fahrrad und die Motorunterstützung setzt bei 25 km/h aus. Außerdem wurden wie auch in den vorhergegangenen Tests ausschließlich die bei Senioren beliebten Tiefeinsteiger mit Wave-Rahmen untersucht. Sportlichere oder kompaktere Bauformen fanden keine Beachtung. Die Beschränkung allein auf Modelle mit Mittelmotoren verengte das Testfeld weiter.

Bruchgefahr von Fahrradteilen

Die billigsten Räder von Aldi (900 Euro) und Fischer (1200 Euro)  wurden mit Mangelhaft bewertet. Weil man Cent-Beträge sparen wollte, wurden minderwertige Sattelstützen und Sattelklemmen verwendet. Brechen diese Teile in voller Fahrt ist ein schwerer Unfall nicht zu vermeiden. Schwere Verletzungen sind zu erwarten. Immerhin gab es in diesem Jahr keine Rahmenbrüche im Dauertest. Frühere Ergebnisse hatten zu einer erbitterten Schlacht zwischen Radherstellern und Warentestern geführt.

Probleme auch bei Markenrädern

Fast noch schockierender als das schlechte Abschneiden der Billigheimer sind die Ausfälle bei den Markenrädern. Auch beim Modell von Kettler (2555 Euro) brach die Sattelklemme, das Rad von Stevens für stolze 2700 Euro versagt bei Fahrsicherheit und Bremsen. Auch das Modell von Pegasus (2400 Euro) soll absolut unzureichende Bremsen haben - so die Tester.

Testsieger von Flyer

Testsieger ist Flyer B8.1, mit einem Preis von 3300 Euro ist es auch das teuerste Rad im Test. Dazu bringt es das kolossale Gewicht von 27,5 Kilogramm auf die Waage. Preis- Leistungssieger ist das Decathon / Riverside City Nexus für 1800 Euro. Für Traditionalisten ist das Rad mit zwei Felgenbremsen und einer Rücktrittbremse ausgestattet.

Gute Reichweite

Die Reichweite der getesteten Räder lag abgesehen von den durchgefallenen Billigrädern zwischen 60 und 100 Kilometer - damit waren die Tester durchweg zufrieden. Getestet wurde im hügeligen Gelände mit flotter Fahrt bei mittlerer und hoher Motorunterstützung. Im Flachland, mit sparsamer Unterstützung und weniger Tempo dürfte die Reichweite wesentlich höher sein. Der Tipp: Wenn möglich sollte man einen stärkeren Akku bestellen, denn die Kapazität nimmt mit den Jahren deutlich ab.

Extreme Zuladung gefordert

Besonderer Wert wurde auch auf eine hohe Zuladung von 25 Kilogramm gelegt. Einige Räder dürfen nur ein Gesamtgewicht von etwa 130 Kilogramm erreichen, so dass schwere Radler dieses Gewicht nicht transportieren können. Wir meinen allerdings, dass ein Ladungsgewicht von zwei vollen Bierkästen im Alltag wohl nie erreicht wird, sondern nur bei Fahrradreisen eine Rolle spielt. In die Wertung fließt auch das Fahrverhalten ohne Motor voll ein. Ein Modus, der wohl nur gewählt wird, wenn sich jemand mit der Reichweite verschätzt hat.


Probleme der Bauform

Die Warentester untersuchen stets Räder mit dem bequemen Flacheinstieg. So einfach das Halten und Absteigen bei ihnen fällt, haben die Räder auch Tücken. Beladen mit schwerem Gepäck fühlen sie sich schwammig an und reagieren mit Nachpendeln auf Lenkmanöver. Insbesondere bei schneller Bergabfahrt und womöglich noch auf welligem Grund schaukeln sich diese Räder gern auf. Daher resultieren auch Abwertungen einzelner Modelle. Aber selbst wenn sich andere Räder im Test besser schlagen, sind Tiefeinsteiger mit dem ab Werk verbauten Gepäckträger weder für die große Tour mit großem Gepäck noch für einen Hindernisparcours die ideale Wahl. Der Wave-Rahmen eignet sich ideal für das gemächliche Fahren in der Stadt und für kurze Entfernungen.

Mysteriöse Ergebnisse bei den Bremsen 

Gravierend sind die festgestellten Mängel bei den Bremsen. Elektroräder sind relativ schwer, die Fahrer nicht immer sportliche Leichtgewichte, da müssen die Bremsen einiges leisten. Doch dass die im Pegasus und Stevens verbauten Bremsen vom Typ Magura HS22 nichts taugen sollen, verwundert allerdings. Zumal andere Räder den Test bestanden, obwohl sie nur mit der billigeren HS11 ausgerüstet sind. Der große Versender Bike-Components hält nach eigener Erprobung die HS22 für die derzeit beste Felgenbremse auf dem Markt: "Die HS22 ist ein rundum gelungenes Produkt. Im Felgenbremsenbereich gibt es nichts Besseres."


Den vollständigen Test finden Sie gegen eine Gebühr unter www.test.de/elektrofahrrad


Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.