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stern-Gespräch mit Daimler-Chef Dieter Zetsche: "Ich werde sehr relaxt sein, wenn das Auto alleine fährt"

Schon im kommenden Jahrzehnt werden Autos vollautomatisch fahren, ist Dieter Zetsche überzeugt. Im stern-Gespräch verrät der Daimler-Chef, wie sein Konzern die automobile Zukunft sieht.

Von Jan Boris Wintzenburg

Daimler-Boss Dieter Zetsche hat die Zukunft im Visier - auch wenn sie hier noch im Gewand eines historischen Blechspielzeugs daherkommt

Daimler-Boss Dieter Zetsche hat die Zukunft im Visier - auch wenn sie hier noch im Gewand eines historischen Blechspielzeugs daherkommt

Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG sieht die Autoindustrie vor dem größten Umbruch in ihrer Geschichte: "Ich glaub, man kann das autonome Fahren vergleichen mit dem Sprung von der Pferdekutsche zum Motorfahrzeug", sagt Dieter Zetsche im stern. Seit Carl Benz habe das Auto viele Fortschritte gemacht, "aber dass sich das Fahren so signifikant verändert, das gab es noch nicht".

Bis 2030 sieht Zetsche die neue Technik nicht nur in Oberklassefahrzeugen, sondern in der breiten Masse der Autos. "In einigen Jahren werden sich Autos völlig frei bewegen." Passagiere könnten dann mit dem Rücken zum Lenkrad sitzen, während das Auto steuert.

Bei solchen Roboterautos sei der Fahrer nicht mehr zuständig: "Beim vollautomatisierten Fahren ist letztlich der Fahrzeughersteller verantwortlich." Das werfe rechtliche aber auch ethische Fragen auf. Entscheidungen, die Menschen täglich unbewusst und instinktiv träfen, müssten allgemein verbindlich festgelegt werden, so Zetsche. "Da brauchen wir Regeln, auf die wir uns als Gesellschaft verständigen - eine Art Roboterethik."

Er selbst traut der Technik, die in der Lage sei, die Verkehrsopfer-Zahlen deutlich zu senken: "Ich werde sehr relaxt sein, wenn ich hinten sitze und das Auto vorne alleine fährt."

Brennstoffzelle nur eine Nischenrolle

Als Antrieb solcher Roboterautos sieht Zetsche Elektromotoren: "Die Speicherung der Energie wird überwiegend in der Batterie stattfinden." Damit weist der Daimler-Chef der Brennstoffzelle, die der Konzern jahrzehntelang mit Milliardenaufwand entwickelt hat, eine Nischenrolle zu: "Ich bin heute, anders als vor fünf Jahren, der Überzeugung, dass wir mit vernünftigen Gewichten und erträglicheren Kosten in diesem Jahrzehnt Reichweiten von 400 oder 500 Kilometern erreichen können."

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