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WETTER: Alle Jahre wieder: Lawinengefahr

Besonders im bayerischen Alpengebiet herrscht wegen des starken Schneefalls große Lawinengefahr. In Sachsen brach währenddessen das totale Verkehrschaos aus.

Im gesamten bayerischen Alpenraum herrscht große Lawinengefahr. Nach Angaben der Lawinenwarnzentrale haben Schneefall und stürmische Wind zu gefährlichen Schneeverfrachtungen geführt. Mit Warnstufe 4 herrsche die zweithöchste Alarmbereitschaft. In allen Höhenlagen ist die Schneedecke störanfällig, eine Auslösung von Schneebrettern kann schon bei kleinsten Belastungen erfolgen. Die Zentrale warnte Skifahrer davor, markierte Pisten zu verlassen. An besonderen Stellen können sich Lawinen auch selbst auslösen.

Schon zwei Lawinenabgänge

Am heiligen Abend hatten zwei Lawinenabgänge im Allgäu und bei Rosenheim große Suchaktionen ausgelöst. In beiden Fällen waren Polizeihubschrauber und massive Suchkräfte zum Einsatz gekommen. Verletzt wurde jedoch niemand. Im Allgäu hatte ein leichtsinniger Snowboardfahrer am Fellhorn ein Schneebrett losgetreten. Im Landkreis Rosenheim war eine Lawine am Wildalpjoch durch einen Tourengeher ausgelöst worden. Nach ersten Befürchtungen auf Lawinenopfer ergaben die Suchaktionen, dass niemand von den Lawinen betroffen war.

Chaotische Verkehrsverhältnisse in Sachsen

Wegen meterhoher Schneeverwehungen ist in Teilen Sachsens der Autoverkehr vollständig zum Erliegen gekommen. »Nicht einmal mehr Scheefräsen kommen durch«, sagte Gottfried Marx von Verkehrswarndienst Sachsen in Dresden. Besonders betroffen ist die Autobahn 4 in Richtung Dresden im Gebiet um Glauchau, die A 14 in beide Richtungen im Bereich Grimma und Nossen, sowie Teile der A 72. Autofahrten sollten nach Möglichkeit ganz unterlassen werden, riet Marx.

In den Autos eingeschlossen

Wegen blockierter Straßen hätten Autofahrer das Weihnachtsfest und Teile der Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen müssen. »Das ganze ging gestern um 19 Uhr los«, sagte Marx. Manche Autofahrer konnten erst am Morgen befreit werden. Besonders betroffen sind die Gebiete um Chemnitz, das Erzgebirge und das Vogtland. Wegen des starken Windes ändern sich die Verkehrsverhältnisse minütlich, sagte Marx. Deshalb ist es unmöglich, genau Tipps zum Umfahren der besonders betroffenen Straßen zu erteilen.

Auch Thüringen im Winterchaos

In Thüringen herrschte am Dienstagmorgen noch im Osten Winterchaos. Die Bundesstraßen 92 und 175 sind immer noch wegen Schneeverwehungen streckenweise in beiden Richtungen blockiert, sagte Dieter Nordmann vom Lagezentrum im Erfurter Innenministerium. Autofahrer sollen den Grenzbereich zu Sachsen deshalb meiden. Die A 4 ist teilweise einspurig befahrbar. Es setzt von Westen her Tauwetter ein, deshalb ist bis Mittag mit Entspannung der Lage zu rechnen. Auch in Thüringen mussten Autofahrer wegen blockierter Fahrbahnen die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen, wie Nordmann sagte. Helfer hatten sie aber mit warmen Getränken versorgt.

Regenschauer im Norden

Regenschauer und zum Teil stürmischer Wind haben den Schnee in Norddeutschland in der Nacht zum Dienstag hinweggefegt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bleibt es auch am Dienstag wechselnd wolkig mit zahlreichen Schauern, vereinzelt gibt es auch Gewitter. Die Temperaturen liegen bei rund 4 Grad plus. In der Nacht zum Mittwoch wird es wieder kälter und nachts muss mit Frost gerechnet werden. Der Wind weht stürmisch aus West bis Nordwest.

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