Cebit Die Post und ihr digitaler Wunderbrief


Kommunikation über das Internet soll künftig so sicher wie mit dem klassischen Brief werden. Die Deutsche Post stellte am Mittwoch auf der Hightech-Messe Cebit in Hannover ihren Internetbrief-Dienst vor, der im Juli starten soll.

Die Deutsche Post hat wichtige Unterstützung für ihren neuen Brief im Internet gefunden, der im Sommer eingeführt werden soll. Als Großkunden werden vom Start weg der ADAC, Lotto Hessen, die BIG Direktversicherung, die DekaBank, die Zurich Versicherung und das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensburg (krz) mit dabei sein, wie Jürgen Gerdes, Vorstand Brief von Deutscher Post DHL, am Mittwoch auf der Cebit in Hannover ankündigte. Zu den Preisen und zum genauen Starttermin wollte er aber noch nichts sagen.

Welchen offiziellen Namen der Internet-Brief bekommt, werde im Mai im Rahmen einer Werbekampagne bekanntgegeben, kündigte Gerdes immerhin an. Als Vorteil des elektronischen Briefs sieht die Post darin, dass Absender und Empfänger zweifelsfrei wissen, mit wem sie es zu tun haben. Dank moderner Verschlüsselungstechnik sei auch sicher, dass die Schriftstücke nicht von Dritten eingesehen oder verändert werden können. Durch eine klare und rechtlich verbindliche Identifizierung des Absenders soll der elektronische Brief auch dort zum Einsatz kommen, wo die E-Mail oft nicht weiterkam, zum Beispiel wenn ein Einschreiben verschickt werden soll.

Der Versand der elektronischen Briefe soll über wohl jedes Gerät mit Internetanschluss möglich sein, ob nun PC oder Smartphone. Voraussetzung ist nur die einmalige Registrierung für diesen neuen Dienst bei der Post über das Postident-Verfahren, bei dem die Vorlage des Personalausweises in einer Postfiliale reicht.

Den Großkunden soll der Brief bei der Senkung der Kosten für die Herstellung, Verarbeitung und beim Versand der Schriftstücke helfen. Für die Zustellung gibt es zwei Möglichkeiten: in elektronischer Form, wenn der Empfänger auch schon ein elektronisches Postfach hat, oder in der klassischen "physischen Form", wie Gerdes sagte.

Durch diese "Hybrid-Zustellung" könnten Firmen den elektronischen Brief nutzen, auch wenn noch nicht alle Kunden ihn in elektronischer Form empfangen könnten und dies vermutlich auch nie der Fall sein werde. Immerhin seien 20 Prozent der Unternehmen und rund 30 Prozent der Privatpersonen in Deutschland nicht online, sagte Gerdes.

Gerade diese rechtliche Absicherung macht den elektronischen Brief für Unternehmen wie Hessen Lotto interessant, das künftig dann über das Internet Spielscheine entgegennehmen und Quittungen an den Absender zurückschicken kann. Durch die klare Identifizierung des Absenders sei beispielsweise ausgeschlossen, dass Personen unter 18 Jahren Lotto spielten, erklärte Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer von Lotto Hessen. Er erwarte, dass nach dem Test in Hessen weitere Lotto-Gesellschaften bei der Einführung des elektronischen Briefs folgten.

APN, AFP

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