"Gran Turismo 5 Prologue" Vorspiel gefällig?


Mehr als eine Demo, zu wenig für ein vollständiges Spiel. Und dennoch ist man angesichts von "Gran Turismo 5 Prologue" etwas ehrfürchtig. Da wirft etwas ganz Großes seinen Schatten voraus ...

Darüber muss man sich im Klaren sein: "Prologue" ist nur ein Zwischenschritt, ein verkaufsfähiges Fragment - und natürlich ein Muskelspiel von Sony. Der PS3-Titel soll nicht nur die Millionen von Fans bei der Stange halten, sondern auch die sündhaft teure Entwicklung von "GT 5" finanzieren und der unentschlossenen Kundschaft zeigen, wozu die PlayStation3 technisch in der Lage ist. Und die Leistungsdaten sind in der Tat beeindruckend. "Prologue" liefert 1080p-Bilder mit stabilen 60 Frames pro Sekunde. Anders formuliert: Die Grafik sieht irre aus und kommt dem überstrapazierten Begriff "fotorealistisch" ziemlich nahe - vor allem auf Full-HD-Screens. An den über 70 Fahrzeugen, die ihren Weg in diese Vorabversion gefunden haben, stimmt jedes Detail - vom Warnblinker-Knopf in der grandiosen Cockpitperspektive bis hin zu den Heizungsstreifen in der Heckscheibe. Ganz zu schweigen von den Lackreflexionen, den erstklassigen Licht- und Schattenwechseln sowie den etwas sterilen, aber schönen Strecken.

Leider stehen nur sechs davon zur Auswahl, darunter die bereits aus der Demofassung "HD Concept" bekannte Tour am Fuße der Eiger Nordwand. Weitere Strecken entspringen dem Rennsportzirkus, wobei mit dem Daytona Speedway und Suzuka ebenfalls Bekanntes integriert wurde. Echte Abwechslung bringt indes nur der enge Londoner Stadtkurs, der einer virtuellen Sightseeing-Tour gleicht. Um das auf der Verpackung angepriesene Dutzend voll zu machen, gibt's es die Grundstrecken in Variationen oder als Reverse-Fassung. Ein bisschen wenig fürs viele Geld ...

Die Innenausstattung des PS3-Hochglanz-Boliden kann sich indes sehen lassen: Auf die berühmt-berüchtigte Fahrschule hat man diesmal getrost verzichtet. Stattdessen können sich virtuelle Bleifüße nach dem Erwerb eines Kleinwagens sofort ins Getümmel der Rennklasse C stürzen. Unzählige Male wird man hier mit einem Mini, einem Suzuki Cappuccino oder einem anderen schwachbrüstigen Gefährt über die Strecken schleichen, ehe man das nötige Kleingeld für potentere Karossen wie einen BWM M3, Audi R8 oder gar einen Ferrari beisammen hat. Bestimmte Event-Restriktionen sorgen zudem dafür, dass die hart erarbeitete Kohle oftmals in Wagen investiert werden muss, die man sonst nicht einmal eines Blicks würdigen würde. Mal muss es ein Fronttriebler sein, mal ein Leichtbaumodell. Auch die Siegbedingungen sind unterschiedlich: Neben dem obersten Platz auf dem Podest müssen vorgegebene Zeiten geschlagen oder das gesamte Teilnehmerfeld in einer Runde überholt werden.

Bittere Pille für Arcade-Racer: Der Karrieremodus ist Pflicht. Nur die hier freigeschalteten Boliden lassen sich auch für ein schnelles Rennen zwischendurch verwenden. Versöhnlich stimmen dagegen die feine Steuerung mit ihren zahlreichen ein- und abschaltbaren Fahrhilfen sowie die hervorragende Fahrphysik, die traditionsgemäß an der Perfektion kratzt und im neuen Drift-Modus auf Herz und Nieren getestet werden kann. Ein Schadensmodell sucht man allerdings wieder einmal vergebens - ebenso echte Tuning-Optionen. Letztere spart sich Sony für das fertige "Gran Turismo 5" auf, das zudem mit über 900 Autos (!) einen gewaltigen Fuhrpark bieten soll.

Gran Turismo 5 Prologue

Hersteller/Vertrieb

Sony/Sony

Genre

Rennspiel

Plattform

PlayStation3

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Auch online will das kommende Motormonster komplett neue Wege beschreiten, wie bereits "Prologue" beweist. Neben einem Multiplayer-Modus, in dem bis zu 16 Spieler gegeneinander antreten können, bietet der Titel ein paar interessante Community-Features sowie "Gran Turismo TV" - ein exklusiver Online-Kanal im PlayStation-Network, der unter anderem TV-Serien wie das BBC-Format "Top Gear" oder die japanische Sendung "Best Motoring" zum Download bereithält.

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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