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"Killerspiel"-Diskussion: Was Sie über Videospiele wissen müssen

Nach dem Amoklauf von Winnenden ist die "Killerspiel"-Debatte neu entbrannt. Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann will "süchtig machende Computerspiele" für Jugendliche verbieten. Doch ist das wirklich die beste Lösung? Zehn Fragen und Antworten für einen vernünftigen Umgang mit Computerspielen.

Von Dirk Liedtke und Ulf Schönert

Computerspiele sind wieder einmal in der öffentlichen Diskussion: Nach dem Amoklauf von Winnenden wird erneut über "Killerspiele" debattiert. Auf Tim K.s Computer wurden laut Medienberichten Ego-Shooter wie "Far Cry 2" und "Counter-Strike" gefunden. Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat daraufhin ein Verbot von gewalthaltigen Videospielen gefordert und eine zwei Jahre alte Gesetzesinitiative wieder hervorgeholt.

Ein weiteres Thema ist das Suchtpotenzial besonders von Online-Rollenspielen. Die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann will süchtig machende Computerspiele für Jugendliche verbieten. Die CDU-Politikerin kritisierte am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer besonders das Suchtpotenzial des Online-Spiels "World of Warcraft" ("WoW"). Nach einer Studie Pfeiffers ist jeder fünfte "WoW"-Nutzer abhängig oder von Sucht bedroht. Ross-Luttmann und Pfeiffer verlangten, dem Spiel die Freigabe für Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren wieder zu entziehen.

Wie immer wenn es um die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen geht, sind vor allem die Eltern gefordert. Panik ist genauso wenig hilfreich wie Ignoranz. stern.de beantwortet die zehn wichtigsten Fragen zu Computerspielen.

Warum sind Computerspiele oft so brutal?

Die allermeisten Computerspiele, die in Deutschland auf den Markt kommen, sind harmlos. Sie sind bunt, friedlich, lehrreich und sogar bewegungsintensiv. Genau so, wie es auch brutale Bücher, Filme, Comics, Hörspiele und Fernsehsendungen gibt, so sind auch brutale Computerspiele erhältlich. Die Statistik der Prüfstelle Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) zeigt: Nur 5,2 Prozent der 2008 in Deutschland erschienenen Spiele sind "ab 18", 10,8 Prozent sind "ab 16". Und nur 1,4 Prozent aller Neuerscheinungen sind so brutal, dass sie überhaupt keine Freigabe erhalten. Fakt ist aber auch, dass gewalthaltige Spiele wie "Grand Theft Auto 4" (ab 18) und "Counter-Strike" (ab 16) sich regelmäßig in den Top Ten der Bestseller-Listen finden.

Was genau sind "Killerspiele"?

Ob es um Raumschiffe abschießen, Länder erobern oder Schiffe versenken geht: Viele Videospiele haben Gewalt zumindest indirekt zum Thema. Aber so wie man einen Tatort-Krimi im Fernsehen in Sachen Brutalität nicht mit einem Horror-Film gleichsetzen kann, muss man auch bei Spielen differenzieren. Welches Maß an Gewalt ein Spiel zum Killerspiel macht, ist schwer zu sagen, weil auch immer eine persönliche oder politische Färbung bei der Beurteilung eine Rolle spielt. Ein Gesetzentwurf Bayerns definiert Killerspiele zum Beispiel als "Spielprogramme, die grausame oder unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen darstellen und dem Spieler die Beteiligung an dargestellten Gewalttätigkeiten solcher Art ermöglichen". Gemeint sind vor allem Spiele, bei denen der Spieler in die Ich-Perspektive eines Schützen schlüpft. Populäre Beispiele dafür sind "Call of Duty" und "Counter-Strike".

Machen "Killerspiele" gewalttätig?

Zumindest ist die Gefahr vorhanden, dass sich das Gehirn an häufig konsumierte Gewaltdarstellungen gewöhnt und womöglich abstumpft. Es gibt Studien, wonach die Aggressionsbereitschaft bei Jugendlichen steigt, besonders bei Jungen, wenn sie vor dem zehnten Lebensjahr gewalthaltige Computerspiele genutzt haben. Jahre später in der Pubertät könne dann ihr Mitgefühl gegenüber Mitmenschen abnehmen, was womöglich die Hemmschwelle senkt, Konflikte mit Gewalt zu lösen. Aus der Hirnforschung ist bekannt, dass bis zum 25. Lebensjahr noch Gefühle "gelernt" werden, also auch Computerspiele bis dahin noch Spuren hinterlassen können. Ballerspiele als einzige Erklärung reichen für einen Amoklauf jedoch nicht aus. Fast alle Forscher betonen, dass Gewaltspiele nur eine von mehreren auslösenden Faktoren für eine Gewalttat sind. Bei Jugendlichen, die in der Familie Gewalt erleben, scheinen brutale Spiele stärker negativ anzuschlagen als bei jenen aus intakten Familien.

Können Computerspiele süchtig machen?

Verglichen mit Alkohol- oder Drogenabhängigkeit ist die exzessive Computernutzung bislang schlecht untersucht. Wissenschaftler streiten, ob man sie tatsächlich "Sucht" nennen sollte - auch, weil sie offenbar häufig zusammen mit psychiatrischen Erkrankungen auftritt und womöglich eher ein Symptom als eine eigenständige Krankheit ist. Aber wie immer man das Problem nennt: Sicher ist, dass Computerspiele ähnlich wie Alkohol oder Drogen auf das Belohnungssystem des Gehirn wirken. Und dass manche, gerade männliche Jugendliche, so intensiv und so häufig am Computer spielen, dass sie ernstzunehmende Probleme bekommen und Hilfe brauchen. Soeben hat das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachen die Ergebnisse einer Befragung von rund 15.000 Neuntklässlern in 61 Städten und Landkreisen Deutschlands bekannt gegeben: Danach spielen 15,8 Prozent der Jungen und 4,3 Prozent der Mädchen täglich länger als 4,5 Stunden am Computer. Als "computerspielabhängig" bezeichnen die Forscher um den Institutsleiter Christian Pfeiffer drei Prozent der Jungen. Bei dem populären Online-Rollenspiel "World of Warcraft" seien sogar 8,5 Prozent der Spieler "abhängig". Wegen dieser vermuteten Suchtgefahr solle dieses Spiel nicht wie bislang ab 12 sondern erst ab 18 Jahren zugänglich sein, fordern die Autoren der Studie.

Sollten Eltern Computerspiele verbieten?

Nein. Auch wenn es der älteren Generation nicht gefällt: Videospiele sind Teil der modernen Kultur wie Musik, Mode und Filme. Für Jugendliche gehören sie zum Alltag. Laut der JIM-Studie 2008 gibt es in 99 Prozent der Haushalte, in denen Kinder aufwachsen, einen PC, in 66 Prozent dieser Haushalte eine feste, in 53 Prozent eine mobile Spielkonsole. Wer Videospiele total verbietet, läuft Gefahr, sein Kind auszugrenzen. Die Frage sollte nicht das "Ob" sein, sondern das "Was" und "Wie lange".

Haben Computerspiele einen anderen Effekt als Spielfilme?

Ja. Es gibt Anzeichen dafür, dass Computerspiele eine etwas stärkere Wirkung auf Jugendliche haben als Gewalt-, Horror-Filme oder Fernsehsendungen. Eine Erklärung könnte sein, dass der Spieler selbst in die Rolle des Helden schlüpft, und im Spiel schlägt oder schießt und sich so stärker engagiert als beim passiven Verfolgen einer festgelegten Filmhandlung.

Woran erkennt man ein jugendgefährdendes Computerspiel?

Das Jugendschutzgesetz sieht vor, dass jedes Spiel, das an Jugendliche verkauft werden soll, vorher von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) geprüft und altersmäßig freigegeben wird (wie bei Kinofilmen). Jedes Spiel muss die Altersfreigabe groß vorne auf der Packung zeigen. Auf der Webseite usk.de gibt es eine Datenbank, in der man nach Spielen suchen kann. Es empfiehlt sich, darüber hinaus Informationen einzuholen, Rezensionen im Internet zu lesen oder die Spiele selbst einmal auszuprobieren. Das geht in großen Elektronikkaufhäusern oder indem man sich eine kostenlose Demo-Version von der Herstellerseite im Internet herunterlädt.

Ist es Zufall, dass Amokläufer immer auch exzessive Computerspieler sind?

Es ist nicht überraschend. Wie die meisten Gewalttäter sind Amokläufer in der Regel männliche Teenager. Genau diese Gruppe hat auch die höchste Affinität zu Computerspielen - in den meisten Fällen glücklicherweise ohne böse Folgen.

Sollten "Killerspiele" verboten werden?

Die meisten sind das bereits. Extrem menschenverachtende Spiele können bundesweit beschlagnahmt werden und dürfen selbst an Erwachsene nicht verkauft werden. Dieses Verbot traf im vergangenen Jahr laut der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sechs Spiele-Titel. Außerdem hat die Bundesprüfstelle 43 Computerspiele und Spiele für Konsolen "auf den Index" gesetzt. Diese dürfen nur "unter der Ladentheke" ab 18 verkauft werden. Werbung für diese Spiele ist verboten.

Woher bekommen Minderjährige dennoch solche Spiele?

Stichproben von Medien oder Behörden zeigen immer wieder laxe Alterskontrollen durch Händler. Diese Ordnungswidrigkeit ist mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro belegt. Weitere Quellen sind volljährige Geschwister, Freunde, Mitschüler oder sogar die Eltern selbst. Des Weiteren sind jede Menge Raubkopien im Umlauf. Eine stark genutzte Quelle sind auch Internet-Tauschbörsen.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.

Von:

Ulf Schönert und