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"Mario Party 8": Jahrmarkt der Heiterkeiten

Neue Partylocation: Mario feiert seine mittlerweile achte Multiplayer-Fete im exklusiven Wii-Club. Geändert hat sich bis auf die Steuerung nur wenig, für die Grafikabteilung bei Nintendo und Hudson Soft wird's allerdings langsam peinlich ...

Zugegeben: Hier spricht der Frust aus einem, der bei einer Partie bis zum Schluss in Führung lag und eines der rund 80 Minigames verlor, weil die ach so innovative Steuerung von Nintendos neuem Wii-Titel einfach zu träge reagiert hatte - was wiederum dazu führte, dass ein Kumpel die Siegprämie einstrich und sich daraufhin einen Spiel entscheidenen Stern leisten konnte. Am Ende ging deswegen gar der Gesamtsieg flöten!

Um jedoch fair zu bleiben: Über weite Strecken funktioniert die Handhabe mit der Wiimote, die hier ganz ohne Nunchuck-Anhang auskommt, tadellos. Allerdings müssen Partygäste, die sich bereits auf Marios früheren Brettspiel-Feten vergnügten, nun etwas mehr Körpereinsatz zeigen. Denn wie zu erwarten, schöpft "Mario Party 8" aus dem Wii-Vollen. Soll heißen: Gewürfelt mit nun tatsächlich mit einer Handbewegung, darüber hinaus geworfen, gezielt, geflogen, gesägt, gehämmert, gestempelt, geschüttelt, gehüpft, geballert, gebowled, gestrichen, gerudert, gekippt, geneigt ... Über 60 neue Mini-Games haben die Entwickler von Hudson Soft der exklusiven Wii-Party-Gesellschaft spendiert, das Grundprinzip aber nahezu unverändert gelassen.

Auf einem Jahrmarkt der Heiterkeiten zocken Mario, Peach und Co. um einen Jahresvorrat Bonbons und den Titel "Superstar". Klingt bescheuert? Wohl wahr. Aber irgendeinen Grund muss es ja geben, warum die Nintendo-Clique schon wieder über sechs knallbunte Spielfelder tapst und dabei stets auf der Jagd nach Münzen und den noch begehrteren Sternen ist.

Diverse Ereignisfelder, Kreuzungen sowie die Vielzahl unterschiedlichster Geschicklichkeitseinlagen am Ende eines jeden Spielzugs sorgen für reichlich Abwechslung: Mal müssen Fässer mit einem Lasso eingefangen, mal eine Schneeballschlacht oder ein Fliegerduell bestritten werden. Langeweile kommt erst auf, wenn sich die Mini-Games wiederholen. Doch das dauert.

Klar, dass bei bis zu vier menschlichen Partysüchtigen jede Menge Schadenfreude im Stile von "Mensch ärgere dich nicht" aufkommt, wenn einen Konkurrenten plötzlich das Würfelglück verlässt, er auf einem Feld des Oberschurken Bowser landet oder ihm Knüppel in Form von fiesen Extras in die virtuellen Beine geworfen werden. Letztere werden in Form von Bonbons eingesammelt oder können in diversen Läden auf dem Spielbrett eingekauft werden.

Apropos: Der mitunter spielentscheidende Verzehr der Süßigkeiten wurde hübsch in Szene gesetzt. Dennoch müsste die angestaubte Grafik längst einer Frischzellenkur unterzogen werden. Bei aller Liebe, Nintendo: Wir schreiben das Jahr 2007, haben neben der Wii eine Xbox 360 oder PS3 im Wohnzimmer stehen und müssen uns dennoch mit einer allenfalls GameCube-würdigen Präsentation und breiten Zierleisten am linken und rechten Bildschirmrand abfinden, weil auf einen 16:9-Modus verzichtet wurde?

Mario Party 8

Hersteller/Vertrieb

Nintendo/Nintendo

Genre

Geschicklichkeit

Plattform

Wii

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Immerhin wurden die Modi aufgestockt - in einigen davon können sogar die Miis (selbst kreierte Avatare, die die Wii bewohnen) eingesetzt werden. Solisten wagen sich auf die mäßig spannende Sternenrally, zwei Spieler treten im Duell gegeneinander an oder holen sich Computer-gesteuerte Figuren ins Boot. Und wer keine Lust auf das ganze Brettgehüpfe hat, kann sich gleich im Minispiel-Pavillon austoben oder das Extraspiel-Palais aufsuchen. Dort warten acht etwas umfangreichere Herausforderungen wie etwa ein vollwertiges Bowling, von denen manche jedoch erst freigeschaltet werden müssen.

Gerd Hilber/Teleschau / TELESCHAU
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