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"Nintendogs": Angriff der Knuddelköter

Diese Süßigkeit macht nicht dick: Die Hundewelpen-Simulation "Nintendogs" ist originell, innovativ - und an Niedlichkeit kaum zu überbieten. Da können auch Nicht-Konsolenspieler schwach werden.

Von Ralf Sander

"Mutter, gibst du mir bitte den Nintendo DS zurück!"
"Jetzt nicht, ich bin gerade mit dem Hund Gassi."

Das gab's noch nie: Meine Mutter gibt mir mein Spielzeug nicht zurück. Schuld ist ein Hund, ein sehr kleiner Hund wohlgemerkt, nur wenige Quadratzentimeter groß. Er wohnt in der mobilen Spielekonsole Nintendo DS und ist die Vorhut der beispiellosen Schmuseattacke, mit der der japanische Videospiel-Konzern die ganze Welt angreift. "Nintendogs" ist eine Hunde-Simulation mit hohem Suchtpotenzial, eine Mischung aus dem längst verstorbenen digitalen Hosentaschenbewohner Tamagotchi und der zurzeit sehr erfolgreichen Lebenssimulation "Die Sims". Mit ihrer Niedlichkeitsattacke erwischen die wuseligen virtuellen Welpen auch Menschen, die sonst dem Medium Videospiel eher fern sind. In Japan verfünffachten sich - laut Nintendo - in der ersten Woche nach Erscheinen des Spiels die Verkaufszahlen des DS. Und in Hamburg verguckt sich eine Redakteursmutter in einen simulierten Labrador-Retriever.

"Mutter, du ziehst den Hund an den Ohren"
"Nein, ich streichle ihn"

"Nintendogs" hat kein Spielziel, es ist nicht irgendwann zu Ende, es gibt keinen Gewinner oder Verlierer. Ein junger Hund kommt ins Haus und will beschäftigt werden. Das war's. Der Rest ist Interaktion zwischen der Pixeltöle und dem Menschen auf der anderen Seite des kleinen Displays. Füttern, Waschen, Spielen, Gassi gehen... "'Nintendogs' ist für uns kein 'virtueller Hundesimulator', wir nennen es 'Kommunikations-Software': Sie kommunizieren mit ihrem Hund, indem Sie ihn mit dem Finger auf unserem Touchscreen berühren, ihn streicheln oder kraulen. Das ist ein fast physischer Kontakt", sagt der Entwickler des Spiels, Hideki Konno, im Gespräch mit stern.de. Der Umgang mit dem schwanzwedelnden Schützling ist in der Tat intuitiv. Über den Touchscreen des DS kann man mit dem Eingabestift (oder eben auch mit dem Finger) Streicheleinheiten verteilen, Bälle und Frisbees werfen, Kot von der Straße räumen und an der Leine zerren, wenn die Hundenase mal wieder im Müll verschwinden will. Über das eingebaute Mikro müssen Frauchen oder Herrchen dem Hund Befehle ("Sitz!", "Platz!", "Toter Mann!") zurufen, die man mit ihm vorher geduldig eingeübt hat.

"Nein, Mutter, ich weiß auch nicht, warum der Hund nicht auf mich hört"
"Vielleicht ist er sauer auf dich"
"Ich war es aber nicht, der ihn vorhin an den Ohren gezogen hat"

"Nintendogs"

Hersteller

Nintendo

Genre

Simulation

Plattform

Nintendo DS

Preis

35 Euro (Spiel)
150 Euro (Spiel + Konsole)

Altersfreigabe

ohne Beschränkung

Die "Nintendogs" sind kleine Wunder: Die Animationen sind perfekt, die tapsigen Bewegungen, Springen und Spielen, Putzen und Pinkeln - alles gelungene Imitationen des Verhaltens echter Welpen. 18 Hunderassen gibt es insgesamt, die im Verlauf des Spiels freigeschaltet werden können. Beim Kauf des Spiels kann man sich zwischen drei Startpaketen entscheiden (siehe Kasten). Nicht nur die Rassen verhalten sich unterschiedlich, auch jeder einzelne Hund hat eine eigene erkennbare Persönlichkeit. Außerdem reagieren die Hunde auf das Verhalten des Menschen. Wird zu hart trainiert, haben sie irgendwann keine Lust mehr. Werden sie vernachlässigt, gehorchen sie nicht mehr. Sterben können die Nintendogs aber nicht, selbst wenn nicht gefüttert und mit Wasser versorgt werden. Und erwachsen werden die Welpen auch nicht.

Edle Hunde, räudige Hintergründe

Die technischen Möglichkeiten der kleinen DS-Konsole sind begrenzt, und so fällt gegenüber den herzigen Hündchen der Rest der Grafik deutlich ab. Die Räumlichkeiten und vor allem die Außengebiete beim Gassigehen bewegen sich zwar flüssig, sind aber optisch eher räudig.

"Mutter, du wirst meinem Hund keine rote Schleife kaufen."
"Ist sowieso zu teuer."
"Nimm lieber eine Frisbeescheibe. Wir müssen schließlich Geld verdienen."

Wer sich weiteren Herausforderungen gewachsen fühlt, kann neue Hunde dazukaufen. Bis zu drei können gleichzeitig in einer Wohnung leben, weitere fünf Hunde kann der Spieler in einem Hotel "parken", wo sie versorgt werden. Der Tölen-Nachschub und der Unterhalt des ganzen Rudels ist allerdings teuer. Drei Möglichkeiten gibt es, Geld zu verdienen: Bei Disc-Wettbewerben muss der Hund seine Fähigkeiten beim Fangen von Frisbeescheiben beweisen. Preisgelder locken auch für das schnelle Absolvieren eines Hindernisparcours. Und wessen Hund besonders gut auf gesprochene Kommandos hört, der kann in der dritten Disziplin reich werden. Der Verdienst lässt sich in Futter, Pflegemittel und Spielzeug investieren - und in Kostümkram wie Schleifen und Hüte. Für höhere Summen gibt's sogar größere Wohnungen.

Ein wahres Hundeleben

Ein Höhepunkt im Leben eines Nintendogs ist die Begegnung mit anderen seiner Art, die nicht im selben Gerät leben. Per Funk kann die Nintendo-Konsole Kontakt zu ihresgleichen aufnehmen und die Hunde auf einer gemeinsamen Wiese miteinander spielen lassen. Ein sehr lustiges Feature, obwohl die Vierbeiner nicht wirklich an einem Ort sind. Vielmehr wird jeweils ein Abbild zwischen den Geräten verschickt: Auf jedem beteiligten DS tun dieselben Hunde zur selben Zeit andere Dinge.

Nein, meine Mutter wird sich keinen DS kaufen. Da würde auch mein Vater intervenieren. Der traut sich nämlich nicht an "Nintendogs" heran. Er hat Angst. Nicht vor den Hunden. Sondern vor seiner Frau und seinem einzigen Kind, die gemeinsam ein silbernes Kästchen anbrüllen: "Gib Pfote!"

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(