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Videospielemesse Gamescom: Games mit weniger Umsatz - und weniger Frauen

Kurz vor der Gamescom in Köln hat der Verband der Videospielebranche die Umsatzzahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht. Der Markt schrumpft etwas. Wirklich überraschend ist ein anderes Phänomen: Die Zahl der daddelnden Frauen ist stark gesunken.

Der Verkauf von Computerspielen ist im ersten Halbjahr 2010 zurückgegangen. Der Branchenumsatz in Deutschland sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 632 Millionen Euro. Der Absatz schrumpfte ebenfalls um 4 Prozent auf 24,7 Millionen Stück. Das teilte der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) im Vorfeld der Messe Gamescom (18. bis 22. August) mit. Er gehe davon aus, dass am Ende des Jahres "eine schwarze Null" steht, sagte BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters.

"Besonderes Sorgenkind" seien die mobilen Spielkonsolen: Der Umsatz mit Software für Geräte wie Nintendo DS und Sonys Playstation Portable brach um ein Viertel ein. Grund sei wahrscheinlich, dass es in diesem Bereich schon länger keine großen Neuheiten mehr gab, sagte Wolters. Rückläufig entwickelten sich auch PC-Spiele. Dagegen gab es bei den Titeln für stationäre Videospielkonsolen einen Zuwachs. Die Zahlen basieren laut BIU auf einer Befragung von 25.000 Konsumenten durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Weniger Frauen spielen

Der Frauenanteil bei den Spielern hat etwas abgenommen - obwohl die Industrie eigentlich gerade bei dieser Zielgruppe punkten wollte. Er sank den Angaben zufolge von 31 auf 28 Prozent. Besonders deutlich war der Rückgang bei den mobilen Konsolen: Waren 2008 noch mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Spieler Frauen, betrug ihr Anteil im ersten Halbjahr 2010 nur noch 41 Prozent. "Vielleicht haben die Hersteller zu wenig Inhalte angeboten", meinte Wolters. Der statistische Altersdurchschnitt aller Spieler stieg im Vorjahresvergleich von 24,0 auf 25,8 Jahre.

Bei der Gamescom in der kommenden Woche zeigen mehr als 480 (2009: 458) Aussteller aus 33 Ländern Neuheiten. Präsentiert würden mehr als 200 Welt-, Europa- oder Deutschlandpremieren von Spielen, doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, sagte der Geschäftsführer der Kölner Messegesellschaft, Oliver Kuhrt. Grund sei vor allem, dass für die neuen Hardware-Technologien Spiele entwickelt wurden. Schwerpunkte der Messe sind unter anderem intuitive Bewegungssteuerungen und 3D.

san/DPA / DPA