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"PDC World Championship Darts 2008": Ausmachen mit 161? Kein Problem!

Dartsport als Computergame ist eigentlich kompletter Unsinn. Aber ganz unterhaltsamer Unsinn, für ein Spielchen zwischendurch.

Der Erste, der umgehend in selbige gewiesen wird, ist die unbestrittene Nummer 1 des Sports: Phil Taylor. Er verliert, haushoch, gegen einen No-Name. Und zwar, weil wir ihn selbst steuern. Eine halbe Stunde etwa sollte man schon einplanen, bis die Steuerung des Spiels in Fleisch und Blut übergegangen ist. "PDC World Championship Darts 2008" (erscheint für PS2, PC, Wii und Xbox 360) richtet sich ohne Frage an Gelegenheitszocker. Was bedeutet: Es sind immer gleiche Bewegungen, die mithilfe der Analogsticks zu machen sind. Übung und Präzision - um nichts anderes geht es.

Mit dem linken Stick wird gezielt, mit dem rechten wird die Stärke des Wurfes angegeben. Nach unten ziehen und im richtigen Moment wieder nach oben schieben. Schon fliegt der Pfeil, bestenfalls in die Triple 20. Allzu schwer ist das nicht, das Prinzip ist schnell begriffen. Doch der perfekte Wurf ist eben nicht immer problemlos wiederholbar. Zumal im Profi- und im Meistermodus die Hilfsanzeigen fehlen.

Dennoch: Im Test (Schwierigkeit: Amateure) fiel die erste 180, der ultimative Wurf mit drei Pfeilen, nach etwa 45 Minuten. Kennern sei verraten, dass zu diesem Zeitpunkt auch ein Finish mit 161 gelang. Zur Erklärung: Gewöhnliche Dartspieler schaffen das in ihrem Leben vielleicht einmal, vielleicht nie. Es lässt sich also schon mithalten mit dem Großen. Gespielt wird das bekannte "501": Punkte, die geworfen werden, werden abgezogen. Wer als Erster auf 0 ist, gewinnt.

Wer will, nimmt unter prominentem Namen an großen Turnieren wie den "UK Open" oder der Weltmeisterschaft teil. Zudem besteht die Möglichkeit, sich einen eigenen Spieler zu kreieren und ihn durch eine bis zu 20-jährige Karriere zu führen - samt Weltrangliste und Preisgeld.

Die Entwickler haben sich ohne Frage, was die Auswahl der Modi betrifft, Mühe gegeben. Denn neben dem bekannten "501" sind auch andere Partyspiele möglich, die der Dartsportler aus der Kneipe kennt: Cricket, Around the Clock, Shanghai und viele mehr. Präsentiert wird das alles in dem Rahmen, den TV-Fans längst aus dem Fernsehen kennen. Die Kameraführungen sind die gleichen, ebenso die Punkteeinblendungen. Die bekannten Stars (16 dank vorliegender PDC-Lizenz) sind recht gut getroffen, wenngleich figürliche Unterschiede doch etwas zu kurz kommen.

Auffällig gut: der Sound. Wer die Augen schließt, könnte glatt annehmen, dass hier ein Dart gegen ein echtes Board fliegt. Zumal auch Kontakte mit dem Metall deutlich hörbar sind. Ab und an löst sich gar ein Flight vom Pfeil, den die Spieler dann brav aufheben. Alles sehr liebevoll, in gewisser Hinsicht auch authentisch gemacht. Nur eben mit der Zeit dann doch ein bisschen langweilig, zumal jedes Duell schon mal eine halbe Stunde dauern kann, in der dann tatsächlich eben immer nur das Eine getan wird: zielen, werfen, fertig. Der Computer gibt mögliche Finishs vor, dennoch muss am Ende eines Satzes dann auch mal in Dimensionen gerechnet werden, die für den Kneipenathleten bislang eher bedeutungslos waren.

PDC World Championship Darts 2008

Hersteller/Vertrieb

Oxygen Interactive/dtp

Genre

Sport

Plattform

PlayStation2, PC, Wii, Xbox 360

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Spaß macht "PDC World Championship Darts 2008" wohl vor allem im Mehrspielermodus. Ein Partygame für zwischendurch also. Aber Vorsicht: Wer sich das Ganze mit alkoholischen Getränken versüßen möchte, wird bald deutliche Defizite bei der Präzision feststellen. Hier ist's mit dem Dartspiel am Computer dann doch genauso wie mit dem im wahren Leben.

Christopher Zallmann/Teleschau / TELESCHAU
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