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"Pro Evolution Soccer 2009": Der kleine Unterschied

Dieselbe Sache und das alte Leid: Welches Fußballspiel darf's denn in der Saison 2009 sein? "FIFA" oder "PES"? Die Unterschiede werden immer kleiner, wie der Test des Konami-Kicks zeigt ...

Die Defizite von "PES 2009", das Konami in den nächsten Wochen und Monaten für nahezu alle Systeme veröffentlicht, sind auf den ersten Blick ersichtlich: Nach wie vor mangelt es den Japanern an Namen, Ligen und Lizenzen. Das bekommen insbesondere deutsche Zocker zu spüren. Wie beim Vorgänger stehen zwar alle Teams aus der spanischen, holländischen, französischen und italienischen Liga sowie ein paar namhafte Exoten (unter anderem St. Petersburg oder Bocca Juniors) zur Auswahl. Dafür sucht man deutsche Vereine vergebens. Selbst der FC Bayern München, bei "PES 2008" noch der einzige Bundesligist, ist nicht mehr mit von der Partie.

Aber auch die englische Liga ist - mit Ausnahme des Champions-League-Siegers Manchester United - nur durch Fantasieteams vertreten, in denen allerdings die Originalspieler auflaufen. Wobei "PES" auch hier nicht ganz up-to-date ist: Obwohl er Anfang September für über 40 Millionen Euro zu Manchester City wechselte, sitzt der Brasilianer Robinho bei "PES 2009" noch immer auf der Bank von Real Madrid. Und auch der 31-Millionen-Euro-Transfer von Dimitar Berbatov von den Tottenham Hotspurs zu ManU wurde nicht berücksichtigt.

Ein für Ende Oktober angekündigtes Update soll jedoch alles auf den aktuellen Stand bringen - und auch den neuen, groß angekündigten, bislang aber etwas mager ausgefallenen "UEFA Champions League"-Modus erweitern. Momentan zeichnet sich der virtuelle Spitzenwettbewerb allenfalls durch die Original-Hymne, spezielle Eröffnungs- und Finalfeiern sowie ein gutes Dutzend Teams aus. Nach dem Online-Patch sollen immerhin 25 von 32 Mannschaften vertreten sein. Ob Werder Bremen und Bayern München dazugehören, war bei Redaktionsschluss allerdings noch unklar ...

Ebenfalls neu bei "PES", aber bereits seit "FIFA 08" etabliert: die Möglichkeit, mit einem von den Schlappen bis hin zum Nasenflügel eigens erstellten Spieler über mehrere Saisons vom Nobody zum Weltstar aufzusteigen - Wechsel zu Topvereinen inklusive. "Be A Pro" heißt das bei EA, "Werde zur Legende" bei Konami. Leider bekommt man während einer "PES"-Partie zu wenig Feedback, ob man mit seiner Spielweise der gewählten Position auch gerecht wird ...

Grafisch hat Konami gegenüber dem Vorgänger deutlich nachgebessert. Die detaillierten Spielermodelle jagen authentisch animiert in 19 Stadien über den Rasen, heben bei Fouls spektakulär ab, deuten an, wenn sie den Ball wollen, vollführen Übersteiger, schlagen munter ihre Haken oder setzen fies zur Blutgrätsche an. Die Ruckler bei den Tor-Wiederholungen sind passe, dafür klingen die nur dezent erweiterten Kommentare der beiden Experten ("Na, na, na - da dürfen wir wohl mehr erwarten!") verdächtig nach Konserve.

Aber die Wahrheit ist bekanntlich auf dem Platz. Und auch wenn dieses Argument seit jeher im ewigen Meisterschafts-Duell zwischen der "PES"- und "FIFA"-Reihe angeführt wird, so hat es auch diesmal seine Gültigkeit. Konamis Gekicke fühlt sich nach wie vor einen Tick besser an, wenngleich der Unterschied langsam marginal wird, da sich beide Hersteller stetig einander annähern.

Spürbar drosselte Konami das Tempo, weshalb "PES 2009" im Zusammenspiel mit den stärker agierenden Computer-Kollegen und der noch ausgefuchsteren Ballphysik simulationslastiger denn je wirkt. Zudem lassen sich nun alle Tricks und Special Moves mit dem linken Analogstick oder dem D-Pad ausführen. Mit dem dadurch frei gewordenen rechten Analogstick können nun Pässe freihand in den freien Raum gespielt werden, was zwar einiges an Übung und Gefühl erfordert, Könnern jedoch völlig neue Möglichkeiten bietet, ein unglaublich schnelles Konterspiel aufzuziehen.

Pro Evolution Soccer 2009

Hersteller/Vertrieb

Konami/Konami

Genre

Sport

Plattform

PS2, PC, Nintendo DS, PSP, PS3, Wii, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Einen klaren Sieger im diesjährigen Duell zwischen "FIFA" und "PES" gibt es jedoch nicht. Konami baut auf die Liebe zum Spiel, EA punktet mit seinem dicken Lizenz-Paket, den wesentlich umfangreicheren Online-Modi und einem Gameplay, das sich unverhohlen am Konkurrenten orientiert.

Gerd Hilber/Teleschau / TELESCHAU