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"Resistance: Fall of Man": London Calling

"Resistance: Fall of Man" bekam viele Vorschusslorbeeren - die meisten ein wenig zu Unrecht. Der PS3-Starttitel entpuppte sich im Test als recht konventionell gestrickter, grafisch nicht allzu spektakulärer Shooter, dessen Multiplayer-Modus jedoch beachtlich ist.

Man schreibt in "Resistance" das Jahr 1951, die Nazis und den Zweiten Weltkrieg hat's nicht gegeben, aber trotzdem liegen Europa und Russland in Schutt und Asche. Schuld haben die "Biester", ein Horde widerwärtiger Kreaturen, die von Russland aus über den Kontinent fegten und sich selbst vom Ärmelkanal nicht aufhalten ließen. In der Uniform des US-Army-Seargents Nathan Hale landen volljährige PS3-Zocker im zerstörten England, um von dort aus fast im Alleingang die Welt zu retten.

Rund zwölf bis 15 Stunden dauert der Survival-Trip durch 30 Level und Städte wie York, Manchester oder London, der den Spieler mit viel ekligem Getier und so gut wie keinen Rätseln konfrontiert. Um Herr über dumme Schützen, flinke Krabbler und dicke Bossgegner zu werden, darf auf ein ausgefuchstes Arsenal mit 14 Schießprügeln und Granaten zurückgegriffen werden, das der heimliche Star dieses doch recht konventionellen, geradlinig aufgebauten und nicht sonderlich spannend inszenierten Shooters ist. Jede der Waffen verfügt über einen zweiten Feuermodus, dessen Einsatzmöglichkeiten sich erst nach und nach erschließen und die nicht selten für ein Aha-Erlebnis sorgen - wie etwa Hindernisse durchborende Geschosse oder die Bullet-Time-Funktion des Scharfschützengewehrs.

Leider gewinnt "Resistance: Fall of Man" erst spät an Fahrt, wenn man tiefer ins Territorium der Alien-Mutanten mit ihren abstrakten Umwandlungszentren und Laboren vordringt. Dabei erfährt der Spieler in spärlichen Zwischensequenzen immer mehr über die Viecher, ihren Ursprung und die besondere Rolle, die Nathan Hale bei dem Ganzen spielt ...

Abwechslung vom Ballerallerlei versprechen ein paar Ausfahrten im mächtigen Tank, wieselflinken Jeep und bizarren Mech-Ungetüm, mit deren Hilfe sich prima die Reihen der Biester lichten lassen, sofern man die zickige Steuerung in den Griff bekommt. Noch ein Kritikpunkt: Sind zu Beginn des Spiels die Checkpoints noch ziemlich human verteilt, werden sie später wie die Munitionskisten für die mächtigen Waffen und Medi-Packs immer rarer - was zur Folge hat, dass minutenlange Passagen oft ein halbes Dutzend Mal in Angriff genommen werden müssen.

Normalerweise eignen sich Shooter prima dazu, die Grafikmuskeln einer neuen Konsole spielen zu lassen. Das ist bei "Resistance" jedoch nur bedingt der Fall. Zwar läuft das Geschehen stets ruckelfrei über den Bildschirm, dafür aber auch nur in der niedrigeren HD-Auflösung von 720p. Die Charakter- und Feindmodelle sind lebensecht animiert, die Texturen in den Außen- und Innenlevel dafür manchmal ziemlich öde und matschig.

Resistance: Fall of Man

Hersteller/Vertrieb

Insomniac Games/Sony

Genre

Action

Plattform

PlayStation3

Preis

ca. 65 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Fazit: "Resistance" besitzt viel lichte Momente, hat aber auch seine Schattenseiten. Während Solisten mit solider Shooter-Kost abgespeist werden, bekommen Multiplayer-Fans einen dicken Feiertagsbraten vorgesetzt. Online können nämlich bis zu 40 Widerstandskämpfer in diversen Modi gegeneinander antreten. Grandios: Je nach Spieleranzahl lässt sich die Größe der abwechslungsreichen Karten anpassen.

Bernd Fetsch/Teleschau / TELESCHAU