"Summer Athletics 2009" Rhythmus ist Silber, Rütteln Gold


Aktueller Anlass, altes Spiel: "Summer Athletics 2009" unterscheidet sich kaum vom Vorgänger. Offensichtlichste Neuerung: der "Berlin"-Modus.

Nach der ersten Enttäuschung folgt die zweite in Rekordgeschwindigkeit: "Summer Athletics 2009" unterscheidet sich vom Vorgänger aus dem Vorjahr nur in Nuancen. Die Grafik ist dieselbe, sogar das alberne Äffchen turnt nach wie auf dem Ladebalken. Zudem wurden sämtliche Disziplinen und deren Steuerung nahezu unverändert übernommen. Bedeutet: Bei den meisten der 28 vorhandenen Sportarten, deren Bandbreite von den üblichen Leichtathletik-Verdächtigen über Turmspringen und Radbahn-Fahren bis hin zu Schwimm-Events und dem neuen Skeet-Schießen reicht, werden Hornhaut und Controller-Festigkeit über Gebühr beansprucht.

Denn Rhythmus ist in "Summer Athletics" nur Silber, Rütteln dagegen Gold. So filigran eine Übung auch beginnen mag - am Ende läuft's meist auf ein übles Malträtieren des rechten Analogsticks hinaus, der so schnell wie möglich hin- und her bewegt werden will, um ordentlich Power aufzubauen. Damit lässt sich dann auch ein mieser Abwurfwinkel oder schlechtes Timing problemlos kaschieren.

Mehr als nur die Finger werden jedoch bei der Wii-Version beansprucht: Manche der Disziplinen verlangen ganzen Körpereinsatz. So ist beim Brustschwimmen etwa der gleiche Armschlag erforderlich wie im Freibad, beim 100-Meter-Sprint müssen Nunchuck- und Wiimote-Controller wie wild nach oben und unten bewegt werden, und nach der Kombo Kugel-, Diskus- und Hammerwerfen spürt man ein leichtes Stechen in der Schulter ... Dumm nur, dass bei dem Highspeed-Fuchteln die Genauigkeit zuweilen leidet und der ideale Abwurfwinkel zur Glückssache verkommt. Das neue "Wii Motion Plus"-System unterstützt "Summer Athletics 2009" noch nicht, dafür Nintendos Balance Board, das optional bei fünf Disziplinen mehr oder weniger sinnvoll zum Einsatz kommt ...

Neben diversen Wettkämpfen, Meisterschaften und einem Karrieremodus, bei dem ein Sportler in fünf grundlegenden Attributen trainiert und stetig verbessert werden darf, wartet als Herzstück die "Berlin Meisterschaft auf den Spieler". In diesem Turnier kann man sein Nationalteam im Medaillenspiegel ganz nach vorne bringen, muss dazu aber erst die Qualifikationsrunden überstehen. Weitaus motivierender jedoch: der Mehrspieler-Modus nebst Koop-Feature, das vor allem bei Staffeln zum Einsatz kommt.

Summer Athletics 2009

Hersteller/Vertrieb

49Games/dtp

Genre

Sport

Plattform

PS3, Wii, Xbox 360

Preis

ca. 40Euro

Altersfreigabe

o.A.

Fazit: Wer den Vorgänger besitzt, kann sich die Neuanschaffung sparen. Dafür bietet die 2009er-Edition einfach zu wenige Änderungen. Alle anderen PC- und Konsolensportler dürfen jedoch einen Blick riskieren und auf virtuelle Medaillenjagd gehen, sofern ihnen das Old-School-Gameplay zusagt.

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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