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"Top 500" der Supercomputer: Jülich jubelt JUBL zu

Ein deutscher Supercomputer hat es nach fünf Jahren wieder in die Top Ten der schnellsten Rechner der Welt geschafft: JUBL in Jülich. An der Spitze der Liste herrscht die übliche Langeweile.

Der schnellste Computer der Welt ist zum vierten Mal in Folge die Rechenanlage "BlueGene/L" von IBM. Der US-Supercomputer erledigt 280,6 Billionen Rechenschritte pro Sekunde (Teraflops) und ist damit rund 35.000 Mal schneller als ein leistungsfähiger PC. Deutschland hat es auf der in Dresden veröffentlichten Weltrangliste der Supercomputer erstmals seit fünf Jahren wieder unter die ersten zehn geschafft: Das IBM-System "JUBL" (Jülich BlueGene/L) des Forschungszentrums Jülich belegt mit 37,3 Teraflops Rang acht auf der "Top 500"-Liste. "JUBL" ist nach Angaben des Zentrums der weltweit schnellste Computer im Dienst der freien Forschung.

In Europa ist nur ein Rechner schneller: Der Supercomputer "Terra-10" des französischen Herstellers Bull wird von der französischen Atomenergiebehörde genutzt. Mit einer Rechenleistung von 42,9 Teraflops rangiert er weltweit auf dem fünften Platz.

Riesenabstand zum Zweitplatzierten

Der US-Spitzenreiter "Blue Gene/L" steht im Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien im Dienst der US- Atomsicherheitsbehörde NNSA. Die Anlage führt die Weltrangliste mit großem Abstand an und ist bis heute das einzige System, das die Leistung von 100 Teraflops übertroffen hat. Der schnellste Verfolger, ein IBM-Rechner am Thomas J. Watson Research Center in New York, kommt gerade einmal auf 91,3 Teraflops.

Auch in den folgenden Ausgaben der zwei Mal jährlich erscheinenden "Top 500" werde das kalifornische System seine Spitzenposition weiter behaupten, schätzen die Herausgeber der Liste. Seit 1993 gibt Hans Werner Meuer, Professor an der Universität in Mannheim, mit drei weiteren Wissenschaftlern die Weltrangliste der 500 schnellsten Rechner heraus. Die aktuelle Ausgabe wurde zum Auftakt der International Supercomputer Conference in Dresden veröffentlicht.

JUBL erledigt verschiedene Aufgaben

Die neu aufgerüstete Rechenanlage des Forschungszentrums Jülich dient unter anderem der Medizin und der Umweltforschung und trägt auch zur Erforschung der Geschichte des Universums bei. Gemeinsam mit der Universität Groningen in den Niederlanden werten Wissenschaftler auch in Jülich Daten aus, die über das Teleskopsystem LOFAR gesammelt werden. Dabei werden über eine Vielzahl in Frankreich, Schweden und Polen verteilter kleiner Antennen Radioimpulse aufgefangen, die bis eine Milliarde Jahre an den Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren heranreichen. Die Forscher erhoffen sich mit diesem System auch, bis zu 100 Millionen neue Galaxien zu entdecken. Die Universität Groningen gelangte mit ihrer eigenen Rechenanlage "ASTRON" auf den zwölften Platz der "Top 500".

Top Ten der Supercomputer

RangTeraflopsName (Hersteller)Standort
1280,6BlueGene/L (IBM)USA/Lawrence Livermore National Laboratory
291,3BGW (IBM)USA/Thomas J. Watson Research Center von IBM
375,8ASC Purple (IBM)USA/Lawrence Livermore National Laboratory
451,9Columbia (SGI)USA/Ames Research Center der NASA
542,9Tera-10 (Bull)Frankreich/Atomenergiebehörde CEA
638,3Thunderbird (Dell)USA/Sandia National Laboratories
738,2TSUBAME (Nec/Sun)Japan/Technologie-Institut Tokio
837,3JUBL (IBM)Deutschland/Forschungszentrum Jülich
936,2Red Storm (Cray)USA/Sandia National Laboratories
1035,9Earth Simulator (Nec)

Insgesamt hat Deutschland in Europa mit jetzt nur noch 17 Supercomputern auf der Liste gegenüber Großbritannien (35 Systeme) an Boden verloren. Noch vor einem Jahr führte Deutschland mit 40 Anlagen vor 32 britischen Systemen. Europa wurde nach Angaben der "Top 500"- Herausgeber mit nur noch 83 Systemen inzwischen von Asien überholt, wo 93 der Anlagen stehen. Die USA führen bei der Nutzung der Hochleistungsrechner mit 298 der 500 Supercomputer.

Mit Abstand liefert IBM die meisten Hochleistungsrechner. Von dem US-Computerkonzern stammen 48,6 Prozent der gelisteten Anlagen mit 54,3 Prozent der erzielten Rechenleistung, gefolgt von Hewlett- Packard mit 30,8 Prozent der Systeme und 17,5 Prozent der Leistung.

DPA / DPA