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Neue Smartphones, eigener Laptop Tolle Technik, starke Ideen: Ist das Microsofts Comeback?


Microsoft hat sich zurückgemeldet - mit einem Paukenschlag. Reichen eine spannende Vision und ein dazu passendes, starkes Geräte-Lineup, um den Thron zurück zu erobern?

In den letzten Jahren lief es nicht so richtig rund beim ehemals wichtigsten Unternehmen der Computerwelt. Zuerst unterschätzte Microsoft die Macht des Internets. Mit Windows Vista und Windows 8 entwickelte man am Kunden vorbei, die Xbox One verkauft sich nicht besonders gut, und auch das mobile System Windows Phone wartet immer noch auf den Durchbruch - obwohl man mit Nokia einen weiteren Ex-Champion einkaufen konnte. Am Dienstag präsentierte Microsoft neue Hardware - und das erste Mal seit Jahren kann man sich vorstellen, dass es für ein Comeback reicht.

Denn mit seinen neuen Smartphones Lumia 950 und 950 XL, dem Profitablet Surface 4 und dem als "ultimativen Laptop" beworbenen Surface Book hat Microsoft nicht nur ein beeindruckendes Hardware-Lineup vorgestellt. Bei der Präsentation hatte man vor allem das Gefühl, dass Microsoft sich erstmals seit Jahren seiner Rolle wirklich sicher war. Weil man im Lifestyle-Sektor kaum eine Chance gegen Apple hat, konzentrieren sich die Redmonder wieder auf das, was sie wirklich können: tolle Business-Lösungen - und die dazu gehörigen Geräte.

Produktiv ist das neue Sexy

Wohl kaum ein Wort fiel bei der zu Recht selbstbewussten Präsentation so oft wie "produktiv". Die Ansage ist klar: Apple produziert tolle Geräte, aber für den Arbeitseinsatz sollte man zu Microsofts Hardware greifen. Ein MacBook Air wurde sogar explizit gelobt - um dann die 50 Prozent höhere Leistung des neuen Surface-Tablets hervorzuheben. Keine schlechte Strategie, zumal Microsoft Office seit Jahren der echte, heimliche Star des Unternehmens ist.

Dass sich die Vision aber nicht nur  auf Hardware beschränkt, zeigte die Vorführung zum Windows-10-Feature "Continuum". Es macht jedes Windows-10-Smartphone per Display-Dock zum vollwertigen Rechner, inklusive Tastatur und Bildschirm. Auf dem wird die begrenzte Touch-Oberfläche sozusagen ausgeklappt. Die Ansicht auf dem Smartphone wird zum Startmenü, dahinter ist der reguläre Desktop. Und der lässt sich tatsächlich per Maus und Tastatur nutzen wie ein Arbeitsrechner. Wer viel unterwegs arbeitet, kann sich so den Arbeitsrechner sparen und hat trotzdem immer alle seine Arbeitsdokumente dabei. Einen fließenderen Übergang zwischen Mobilgeräten und PC gab es noch nie. So könnte Microsoft in absehbarer Zeit den Desktop-Rechner in echte Gefahr bringen.

Echte Arbeiter statt Lifestyle-Geräte

Ob sich die Strategie auszahlt, muss sich zeigen. Im Business-Bereich ist Microsoft oft stärker als Apple, das Surface ist viel eindeutiger ein Arbeitsgerät als Apples iPad Pro. Und wer bei der Arbeit von Windows überzeugt ist, kauft sich auch privat das passende Gerät. Das dürfte zumindest Microsofts Hoffnung sein. Obwohl man auch der neuen Hardware eines bescheinigen muss: Wirklich sexy ist sie nicht. Das muss ein Arbeitsgerät aber auch nicht sein.


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