PC-Software Palm Reader: Elektronische Bildschirm-Lektüre


Jetzt ist endlich die Zeit des elektronischen Buches gekommen. Das Angebot entsprechender Texte steigt im Internet stetig an. Mit dem "Palm Reader" lassen sich die e-Books leicht auf den Bildschirm holen.

Nachdem sich die Digitalkamera, DSL und der DVD-Player im Volk durchgesetzt haben, fragt sich die Nation: Was kommt als nächstes? Die ersten Utopisten wetten: Jetzt ist endlich die Zeit des elektronischen Buches gekommen. Tatsächlich: Das Angebot entsprechender Texte steigt im Internet stetig an. Mit dem "Palm Reader" lassen sich die e-Books leicht auf den Bildschirm holen.

In den Anfängen des e-Books sollten sich die Literaturfreunde für viele hundert Euro ein eigenes Lesegerät zulegen. Die Begeisterung der Bücherwürmer war nicht eben sehr groß, schnell verschwand das Konzept in der Versenkung. Inzwischen sieht der Fall aber ganz anders aus. Die PDAs, die Personal Digital Assistants, gewinnen immer mehr Anhänger. Die nur 200 Gramm schweren Minicomputer passen in jede Hosentasche und kümmern sich unterwegs um Termine, verwalten Adressen und erfassen Texte. Viele Geschäftsreisende sind es bereits gewohnt, mit der Software "AvantGO" morgens die neuesten Nachrichten in das Gerät zu laden, um sie dann unterwegs im Auto, im Zug oder im Flugzeug zu lesen. Warum nicht auch Bücher?

Klassiker und Bestseller bald im Angebot

Das meint auch das Online-Portal Pdassi.de, das sich auf den Verkauf von PDA-Vollversionen spezialisiert hat. Ein Schwesterportal zum Thema e-Book (http://ebooks.pdassi.de/) ist in der Mache, hier werden schon bald nicht nur die üblichen Klassiker der Weltliteratur angeboten, sondern eben auch die aktuellen Bestseller. Peter Scholl-Latours Sachbuch "Der Fluch des neuen Jahrtausends" ist hier schon bald ebenso zu finden, wie Catherine Millets Sexschocker "Das sexuelle Leben der Catherine M." Wer es lieber romantisch mag, besorgt sich Nora Roberts "Mitten in der Nacht".

Die meisten e-Books, die bislang im Web angeboten wurden, nutzen den "Acrobat e-Book Reader" oder den "Microsoft Reader". In der Palm-Welt hat sich eine andere Lese-Software etabliert. Dabei handelt es sich um den kostenlosen "Palm Reader". Das Programm gibt es in inzwischen drei Versionen für die Betriebssysteme Windows, PocketPC und Palm. Der Clou: Nach der Installation zeigt der Reader eine eigene ID-Nummer an. Die Vollversion eines e-Books muss unter Angabe dieser ID-Nummer bestellt werden. In der Folge lässt sich das elektronische Buch nur von dieser speziellen Software-Installation öffnen. Mit diesem Verfahren möchten die Verantwortlichen der Weitergabe von Raubkopien einen Riegel vorschieben.

Imitation von Buchseiten

Der "Palm Reader" ist sehr einfach zu bedienen. Er zeigt den Text eines e-Books in einem Fenster an, das sich unter Windows frei in der Größe verändern lässt – der Text passt sich in seinem Umbruch umgehend an den neuen Standard an. Eine Bitmaptextur imitiert in der Windows-Version die Farbe und Struktur echter Buchseiten. Zahlreiche weitere Texturen liegen der Software bei. Sie hinterlegen den Text bei Bedarf mit liniertem Notizblockpapier oder mit dem Grau eines Marmorblocks. In den PDA-Fassungen entfällt dieser kleine optische Kniff natürlich, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Wer möchte, gibt in den Optionen eine andere Schriftart und Textgröße vor.

Palm Reader 1.22

System

Windows ab 95

Autor

Palm Source

Preis

Freeware

Sprache

Englisch

Dateigröße

3 MB

Gelungen ist, dass der Anwender die Seiten per Mausklick oder mit einem Tap des PDA-Stylus wenden kann. So lässt sich auch ein echter "Pageturner" schnell durchlesen – ein umständliches Blättern per Menübefehl entfällt. Gelungen ist die Option, Lesezeichen anzubringen. Sie helfen dabei, virtuelle Eselsohren zu setzen. Bei der Navigation im Buch hilft der Go-Befehl, der gezielt einzelne Seiten oder Kapitel ansteuert. Ein Schieberegler kann ebenfalls eingesetzt werden, um schnell durch das Buch zu scrollen. Wer gezielt auf der Suche nach einem bestimmten Textbereich ist, kann auch die interne Suche des "PalmReaders" verwenden.

In der Tat ist es ungewöhnlich, ganze Bücher auf dem Windows-Desktop zu lesen. Ganz anders sieht der Fall aber aus, wenn die Texte auf dem Palm-PDA oder auf dem PocketPC vorliegen. Die e-Books sind im Schnitt nur 200 kb groß, sodass sich gleich mehrere Romane auf einmal problemlos in den Speicher laden lassen. Unterwegs ist die einhändige Lektüre auch im größten Gedrängel problemlos möglich. Und im Urlaub können all die vielen Taschenbücher, die ansonsten den Koffer verstopfen, ruhig zu Hause bleiben – sie passen alle in den PDA. Während der Partner nachts schon schläft, lassen sich auf dem hintergrundbeleuchteten Display des PDAs die neuesten Romane wegschmökern. Und niemand sagt mehr: "Schatz, mach doch endlich das Licht aus."

Download beim Hersteller

Carsten Scheibe

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker