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Russland auf der Cebit: Die Erben des Virensammlers

Russland ist das Partnerland der Cebit 2007. Das einstige Sowjetreich will IT-Nation werden: mit geförderten Hightech-Parks, in denen innovative Tastaturen und Antivirenprogramme hergestellt werden - und bemalte Computermäuse.

Von Sebastian Wieschowski

Nowosibirsk in Sibirien, Zelinograd bei Moskau oder Sankt Petersburg - wo genau sich das russische "Silicon Valley" befindet, da ist sich Dmitry Tsoy nicht ganz sicher. Aber das Moskauer "Art. Lebedev Studio" ist ein kleiner Teil des aufstrebenden High-Tech-Mütterchens Russland. 170 Designer aus allen Teilen der Erde tüfteln unter russischer Flagge an den Dingen, über die deutsche CeBIT-Besucher staunen dürfen: Eine Chamäleon-Tastatur, deren Tasten mit programmierbaren Mini-Displays ausgestattet sind. Oder eine Minibedienung mit nur drei Tasten. Die Displays dienen als Ticker für Börsenkurse sowie als Uhr oder zur grafischen Darstellung der Systemauslastung des PCs.

Der 35-Jährige Dmitry ist mit Abstand der älteste Technik-Tüftler in der Ideenschmiede von Tema Lebedev. Seinem Chef bescheinigt er "von Geburt an unternehmerische Tapferkeit" beim Aufbau des - nach eigenen Angaben - ersten russischen Unternehmens, das nicht nur Öl und Gas exportiert.

Neben Dmitry Tsoy und Tema Lebedev sind rund 150 weitere russische IT-Unternehmer nach Hannover gekommen, um ihre Hightech-Freundschaft und die Ernennung zum offiziellen Cebit-Partnerland zu feiern. Nach Berechnungen des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hängen inzwischen über 10.000 Arbeitsplätze an der Technik-Achse Berlin-Moskau. 2005 exportierte Deutschland Hardware im Wert von 1,8 Milliarden Euro nach Russland. Und auch der russische Markt hat zum Panthersprung angesetzt: bis zum Jahr 2010 soll er auf 16,5 Milliarden Euro wachsen und sich im Vergleich zum Jahr 2004 mehr als verdoppeln, prophezeit Bitkom-Sprecher Christian Spahr.

Kaspersky, das bekannte Vorbild

Einer, der seinen russischen Namen stolz in Arbeitszimmer auf der ganzen Welt getragen hat, ist Eugene Kaspersky. Sein markantes Bee-Gees-Grinsen schiebt der bärtige Antiviren-Popstar mit der Löwenmähne gekonnt in jede Kamera, während seine Ex-Frau Natalya den Vorstandsposten beim Computerviren-Bekämpfer "Kaspersky Labs" innehat.

Vorurteile gegen russische Geschäftspartner? Die gebe es immer wieder, gestand Natalya Kaspersky unlängst in einem Interview, aber ihr Unternehmen verkaufe nicht russische Politik, sondern wirksamen Virenschutz.

Ex-Mann Eugene hat inzwischen über 150.000 Computerviren in seiner Kartei gesammelt. Vor 18 Jahren fing alles an, als Eugene Kaspersky selbst Opfer eines Computerwurms wurde. Das Virus "Cascade" fraß sich durch Computer in ganz Europa, auch der Laptop von Kaspersky war befallen. Der bekam Spaß am Kampf mit den elektronischen Plagegeistern. Heute beschäftigt Kaspersky rund 550 Mitarbeiter in acht Nationen, darunter Russland und Deutschland.

Malerei auf der Maus

Doch es sind nicht nur die großen Namen, die in Hannover für Furore sorgen wollen. Kleine Soft- und Hardwareschmieden aus dem ganzen Land haben ihre Produkte eingepackt - und sind zum Beispiel mit hunderten Computermäusen angereist. Der Designer "Russian mouse" aus Ekaterinburg bepinselt die Eingabegeräte mit allen erdenklichen Motiven - von kitschigen Sonnenblumen in atomar leuchtenden Neonfarben über fette Hamster bis hin zu Sportwagen. Zwischen 30 und 50 Euro kostet ein manuelles Gesamtkunstwerk. Und für den geschmacklichen Systemausfall haben die Designer aus Ekaterinburg sogar eine Plüschmaus im Gepäck - stilecht mit Schwänzchen und Nasenhaaren.

Zu verdanken haben die Russen den IT-Boom wohl auch ihrem Präsidenten Wladimir Putin, der in der Gesetzgebung ein Herz für Hightech zeigte: Im August 2006 startete die Regierung ein Programm für sogenannte Techno-Parks. Für 2007 bewilligte die Haushaltskommission 1,4 Milliarden Rubel (40 Millionen Euro). Sieben hoch technologisierte Wirtschaftszonen sollten zwischen Ural und Weißem Meer entstehen - mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen auf engstem Raum, um die russische Ideenschmiede zum Laufen zu bringen.

Mit beachtlichem Erfolg: Antivirenproramme von Kaspersky oder das Schrifterkennnungstool "FineReader" des Moskauer Unternehmens "Abbyy" sind russische Exportschlager. Zu kämpfen haben russische High-Tech-Tüftler trotzdem immer noch mit dem Ruf ihres Landes. Vorwürfe wegen Menschenrechtsverletzungen, Phishing-Mails mit russischem Absender und der blühende Handel mit Raubkopien kommen nicht so gut an bei deutschen Saubermännern. Noch vor wenigen Jahren waren nach russischen Regierungsangaben mehr als 90 Prozent aller im Land verwendeten Programme Raubkopien. Inzwischen soll der Anteil "nur noch" bei 60 Prozent liegen.

In Hannover wollen sich deutsche und russische IT-Experten aber erstmal verbal zuprosten. Ein binationaler ITK-Gipfel mit Angela Merkel und Wladimir Putin ist geplant, ein deutsch-russischer Messerundgang - und so mancher Gedankenaustausch. Denn beide Länder können noch viel voneinander lernen, meint Dmitry Tsoy. "Klangvolle Auszeichnungen verschwinden bei uns auf der Toilette", verrät der 35-jährige Senior im "Art. Lebedev Studio" lachend. Wörter wie "Kreativlösungen" oder "Optimierung von Geschäftsprozessen" seien streng verboten, schriftliche Ausarbeitungen für Kunden meist nicht länger als eine Seite. Das Geheimnis des russischen Erfolges? "Wir verstellen uns nicht, sondern leben und arbeiten, wie es uns gefällt", sagt Tsoy, der seine innovativen Tastaturen in Halle 19 am Stand E22/1 zeigt.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.