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Vergleich Action-Cams bei Warentest: Gopro gewinnt – aber nicht wegen der Videos

Mit der Gopro wurde ein komplett neues Kamera-Segment geschaffen
Mit der Gopro wurde ein komplett neues Kamera-Segment geschaffen
Rad- und Skifahren, Skaten oder Tauchen machen mit Action-Cam besonders viel Spaß. Damit die Videoqualität stimmt, muss es aber die richtige sein. Stiftung Warentest hat elf aktuelle Modelle getestet.

Mit Schwung geht es den matschigen Hügel hinab, dann einen Hoppel hinauf – und in die Luft: Wer einen Action-reichen Sport wie Mountainbiking betreibt, kann mit einer am Helm oder einem Brustgurt montierten Action-Cam einen Teil des Thrills auch auf den heimischen Fernseher holen. Doch im Test von elf aktuellen Modellen gab sich die Stiftung Warentest etwas unzufrieden.

Schuld ist der mangelhafte Datenschutz. Weil mit einer Ausnahme sämtliche Kameras und die zugehörigen Apps ein kritisches Datensende-Verhalten zeigten und starke Mängel in den Datenschutzerklärungen auswiesen, wurden sie durch die Bank weg abgewertet. Das ist vor allem für die vier Bestplatzierten ärgerlich: Sie hätten ohne die Abwertung eine "gute" Gesamtnote bekommen. So ist keine aktuell getestete Kamera besser als "befriedigend". Die einzige mit unkritischem Datenverhalten, die Denver ACK-8063W, versagt ausgerechnet bei den Videos auf ganzer Linie. Lässt man die Datennutzung außer Acht und betrachtet vor allem die Bildqualität, die Handhabung und die Akkuleistung, lassen sich aber durchaus empfehlenswerte Modelle finden.

Die beiden besten Action-Cams kommen von Gopro

Den Spitzenplatz teilen sich mit der Bewertung "befriedigend" (2,6) gleich zwei Gopro-Modelle, die Hero8 Black und die Hero9 Black. Das überrascht, schließlich ist letztere der direkte Nachfolger des anderen Modells, sollte also besser sein. Schaut man sich den Test genauer an, sieht man auch, dass beide in vielen Bereichen gleichauf oder sehr nah beieinander liegen. Kein Wunder: Die Handhabung ist etwa bei beiden genau die gleiche. Auch bei der reinen Videoaufnahme liegen sie fast Kopf an Kopf, die Hero9 fängt Verwackelungen etwas besser auf, die Hero8 geht besser mit Reflektionen durch Gegenlicht um.

Wer sich zwischen den beiden entscheiden will, sollte vor allem auf drei Punkte achten: die Fotoqualität, die Akkulaufzeit und den Preis. Laut Warentest macht die Hero8 Black deutlich bessere Fotos als das neuere Modell, welches Bilder stärker mit dem bekannten Fischaugen-Effekt verzerrt. Dafür hält die Hero9 aber erheblich länger durch. Während das Vorgängermodell nach 77 Minuten FullHD- oder 66 Minuten 4K-Aufnahmen an die Steckdose muss, läuft die Hero9 satte 120, beziehungsweise 95 Minuten. Das kostet aber: Ist die Hero8 Black schon für circa 300 Euro zu haben, kostet der Nachfolger mindestens 100 Euro mehr.

GoPro rettet Kameramann das Leben

DJI macht bessere Videos – aber schludert bei den Daten

Noch bessere Aufnahmen gibt es bei zwei Geräten von DJI, die sich mit "befriedigend" (2,7) den zweiten Platz teilen. Dabei fällt der Unterschied zwischen den Geräten größer aus als bei Gopro: Die Osmo Action ist eine klassische Action-Cam, bei der Pocket 2 handelt es sich um ein sogenanntes Gimbal. Das gleicht mit Motoren die Bewegungen des Trägers automatisch aus, kann zudem mit einer Markierung am Touchscreen automatisch Objekten folgen. "Cool", findet Warentest. Aber wegen des erheblich größeren Gehäuses nicht für jeden Nutzer das Richtige. 

Bei der Videoqualität stecken die beiden chinesischen Kameras den amerikanischen Konkurrenten klar in die Tasche. Als einzige überzeugen sie sowohl bei FullHD- als auch bei 4K-Aufnahmen auf ganzer Linie, auch der Verwackelungsschutz ist der beste im Test. Dafür sind die Aufnahmen bei schlechtem Licht bei der Osmo nur sehr mäßig. Die Fotoqualität ist bei beiden gut, die der Pocket 2 fällt aber noch einen Ticken besser aus. Die Pocket 2 hält mit 100 Minuten in FullHD und 91 Minuten in 4K in beiden Bereichen knapp 30 Minuten länger durch als die Osmo. Weil sich der Akku nicht durch einen Ersatzakku tauschen lässt, gibt Warentest ihr aber trotzdem eine minimal schlechtere Akkunote. 

Besonders ärgerlich ist der Umgang der DJI-Geräte mit Daten. "Lässt keine ernsthafte Befassung mit der Datenschutz-Grundverordnung erkennen", scheiben die Tester in der Fußnote zur Datenschutzerklärung – und ziehen eine satte halbe Note beim Gesamtergebnis ab. Ohne den Abzug hätten sich die beiden DJI-Modelle den ersten Platz geteilt. Die Preise liegen bei etwa 230 Euro für die Osmo und 330 Euro für die Pocket 2.

Den vollständigen Test finden Sie gegen Gebühr auf test.de.

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