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Sicherheit: Android-Smartphones: So löschen Sie Ihre Datensammlung bei Google

Ihr Smartphone verrät mehr über Sie, als Ihnen lieb ist. Wir verraten, wie Sie die größten Schnüffeleien abschalten - und wie Sie die von Google gesammelten Daten löschen.

Android-Smartphones sammeln viele Daten über ihre Besitzer

Android-Smartphones sammeln viele Daten über ihre Besitzer

Getty Images

Ihr Smartphone spioniert Sie aus. Nein, wirklich. Vom Betriebsystem selbst bis zu einzelnen Apps tracken Android-Smartphones ständig, was ihre Nutzer treiben. Wir erklären, wo sich die schlimmsten Datensünder verstecken - und wie Sie ihnen Herr werden.

Sperrbildschirm schützen

Wer nicht sämtliche Chat-Nachrichten auf dem Sperrbildschirm sehen will, sollte sie schützen. Dazu öffnet man im Menü "Sicherheit & Standort", dann "Einstellungen für Sperrbildschirm" und "Auf dem Sperrbildschirm". Hier kann man nun wählen, vertrauliche Benachrichtigungen wie Chats nicht zu zeigen oder ganz auf die Nachrichten im Sperrbildschirm zu verzichten.

Neugierige Apps

Die größten Spione sind in der Regel Apps von Drittanbietern. Nicht nur kostenlose Apps verlangen oft umfangreiche Berechtigungen, lesen dann viel mehr Daten aus als sie wirklich brauchen und geben sie weiter. Erlauben Sie daher nur, was die App unbedingt braucht. Erscheint eine App zu neugierig, suchen Sie sich eine Alternative. Im Menü unter "Apps & Benachrichtigungen", "Erweitert" und "App-Berechtigungen" finden Sie heraus, welche App welche Berechtigungen hat und entziehen sie diese bei Bedarf. Besonders wichtig: Wer in den Einstellungen herumschraubt, kann Apps aus anderen Quellen als dem offiziellen App-Shop Play Store installieren. Aus Sicherheits-Sicht sollte man das unbedingt vermeiden!

Installieren Sie ein Antiviren-Programm

Selbst wer sich auf den Play Store beschränkt, ist vor Schädlingen nicht gefeit. Obwohl Google immer wieder bösartige Apps hinauswirft, finden immer wieder Schädlinge ihren Weg in den offiziellen App-Marktplatz. Weil Android zudem recht tiefen Zugriff auf das System erlaubt, können sie viel Schaden anrichten. Installieren Sie daher ein Virenprogramm eines namhaften Herstellers. Die Experten von AVTest empfahlen zuletzt etwa Apps von Kaspersky, Sophos und Symantec.

Google weiß (fast) alles

Doch auch Android-Betreiber Google sammelt viele Daten über Sie - und zwar deutlich mehr, als Sie vermutlich vermuten. Welche bisher gesammelt wurden, finden Sie heraus, indem Sie in den Einstellungen auf "Google" und "Google-Konto". Wischen Sie nun in der Leiste mit "Übersicht" und "Persönliche Daten" nach links um zu "Daten & Personalisierung" zu gelangen und tippen Sie darauf. Unten sehen Sie nun eine Auflistung aller aktiven Trackingstools. Und die haben es in sich. 

Denn Google sammelt nahezu alle Daten aus den eigenen Apps. Alle Fragen, die Sie je an Google hatten, lassen sich hier ebenso finden, wie sämtliche angesehenen Youtube-Videos. Besonders gruselig ist der Standort-Verlauf: Tippt man darauf und auf "Aktivität verwalten, werden sämtliche Orte gelistet, an denen Google Sie per GPS orten durfte. Wenn Sie das nicht mehr wollen, können Sie das Feature mit umlegen des Schalters "pausieren", also abschalten. Falls es beim ersten Mal nicht klappt,sollte man sich nicht wundern: Teilweise muss man mehrfach "pausieren" antippen, um die Wahl zu bestätigen.

So schalten Sie den Standort ab

Das Abstellen des Standortverlaufs alleine reicht aber nicht aus, um sämtliche Speicherung von Standortdaten zu unterbinden. Denn auch bei klassischen Google-Suchen wird der Standort mitgespeichert. Soll das ebenfalls unterbunden werden, müssen auch die ebenfalls unter "Daten & Personalisierung" zu findenden "Web- und App-Aktivitäten" pausiert werden.

Auch ein anderer Punkt in "Daten & Personalisierung" dürfte viele Nutzer gruseln: Unter dem Label "Sprach & Audio-Aktivitäten" sammelt Google sämtliche Sprachbefehle an den Assistant, der mit dem Befehl ""OK Google" gestartet wird - und lassen sich gleich noch einmal anhören. Weil er gelegentlich auch aus Versehen gestartet wird, finden sich hier auch viele Aufnahmen, in denen im Hintergrund Gespräche oder der Fernseher zu hören sind. Auch diese Aufzeichung lässt sich pausieren.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte ohnehin einfach sämtliche Datensammlung abschalten. Dazu wählt man unter "Daten & Personalisierung" den Punkt "Aktivitätseinstellungen verwalten". Hier kann man sämtliche Sammlungen der Reihe nach abschalten. Sollte das Google-Menü bei Ihnen anders aufgebaut sein, nutzen Sie eventuell eine ältere Android-Version. Googles Tracking können Sie auch im Browser abschalten. Die entsprechende Seite finden Sie hier.

Wie man seine Daten im Allgemeinen besser schützt und so Angriffe verhindert, erfahren Sie in diesem Text.

Mehr zum Thema lesen Sie im neuen stern.

 

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