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Sicherheit im Netz: Datenraub: Mit diesen sieben Tipps schützen Sie sich davor

Nachdem ein Hacker die persönlichsten Daten Hunderter Politiker ins Netz stellte, fragen sich viele: Kann mir das auch passieren? Die deutliche Antwort ist: leider ja. Wir erklären, wie Sie sich schützen können.

Die Daten auf dem Smartphone sind nicht sicher vor Angriffen - im Gegenteil (Symbolbild)

Die Daten auf dem Smartphone sind nicht sicher vor Angriffen - im Gegenteil (Symbolbild)

Getty Images

Es ist der Albtraum jedes Internet-Nutzers: Tausende von persönlichen Daten von Politikern und Promis landeten durch einen Hacker im Netz, inklusive intimster Daten wie Chat-Protokollen und Kreditkarten-Daten. Die traurige Wahrheit ist: Das kann nahezu jedem von uns passieren - wenn wir unsere Daten nicht schützen. Was den meisten Menschen nicht bewusst ist: Durch den Schritt zum Smartphone und Tablet sind die Bedrohungen deutlich vielfältiger geworden. Wir haben einige einfache Regeln für Sie gesammelt, mit denen Sie Ihre Daten schützen können.

Datenfalle Apps

Eine gigantische Datenfalle sind heutzutage Apps. Selbst seriöse Unternehmen nutzen immer wieder die zahlreichen Zugriffsrechte der mobilen Betriebssysteme Android und iOS, um gigantische Datenmengen über die Nutzer anzuhäufen. Etwa indem ohne guten Grund Bewegungsprofile über GPS gesammelt oder routiniert das Adressbuch ausgelesen wird. Weil Smartphones mit privaten Fotos, Chats, GPS-, Banking- und Kontaktdaten gefüllt sind, erlauben sie weit tiefere Eingriffe, als das noch bei PCs der Fall war. Hinterfragen Sie deshalb stets, ob die App die angefragten Rechte wirklich braucht - und wählen Sie lieber eine weniger gierige Alternative. Wie man seine Daten auf dem Smartphone noch besser schützt, erfahren Sie hier für Apples iPhone und hier für Android-Smartphones.

Seien Sie sparsam mit den eigenen Daten!

 

Auch im Zeitalter der sozialen Medien gilt: Je weniger man über Sie weiß, desto weniger Angriffsfläche bieten Sie. Je mehr Webseiten und Diensten Sie Daten anvertrauen, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese abgegriffen werden können. Deshalb ist es beim Online-Shopping sinnvoll, nicht jedem Shop die Kreditkarten-Nummer zu nennen und lieber auf einen Dienst wie Paypal oder Apple Pay zu setzen, wenn diese unterstützt werden. Auch in sozialen Medien gilt es, möglichst wenige Daten öffentlich preiszugeben und das Profil privat zu stellen. So verhindert man etwa, auf gefälschte Freundesanfragen hereinzufallen, die dann zur Abzocke benutzt werden - mehr erfahren Sie hier.

Nutzen Sie sichere Passwörter!

Viele Daten wie Adressen und Kreditkartennummern stammen immer noch von Hacks auf Webseiten. Trotzdem nutzen die meisten Deutschen viel zu einfache Passwörter. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, sollte für jede Seite ein eigenes Passwort wählen, das zudem sicher sein sollte. Warum dabei die meisten klassischen Passwort-Regeln nicht helfen, erfahren Sie hier.

Wer Angst hat, die Übersicht über die Passwörter zu verlieren, sollte einen Passwort-Manager nutzen. Der Mozilla Firefox und etwa auch Apples iOS haben bereits einen eingebaut. Im Browser sollte man sie übrigens nicht speichern: Dort werden die Login-Daten im Klartext gespeichert und können ausgelesen werden. 

Nutzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung

Damit Hacker mit gestohlenen Passwörtern nichts anfangen können, sollte man auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung setzen. Dabei wird zusätzlich zum Passwort eine zweite Sicherheitshürde eingebaut, etwa ein per SMS geschickter Code. Obwohl selbst SMS mittlerweile nicht mehr uneingeschränkt sicher sind, macht dieses Verfahren es Hackern zumindest schwerer, abgefischte Login-Daten zu nutzen.

Halten Sie ihr System geschützt!

Ein aktuelles Betriebssystem, ein Antiviren-System und regelmäßige Datensicherungen sind auf dem PC Pflicht. Und auch auf dem Smartphone gehört es zum Sicherheits-Einmaleins so schnell wie möglich die neuesten Updates einzuspielen und regelmäßig die eigenen Daten zu sichern. Denn auch dort gibt es immer wieder Sicherheits-Lücken, die von Angreifern auch ausgenutzt werden.

Vor allem Android-Smartphones sind hier betroffen. Zum einen, weil das offene System Apps viel tiefgreifendere Möglichkeiten gibt. Zum anderen, weil viele Hersteller ihre Kunden bei Updates im Stich lassen und die meisten Geräte mit veralteten Systemen unterwegs sind. Deshalb sollte man auch auf Android-Smartphones einen Virenschutz nutzen. Mehr über den Schutz vor Trojanern finden Sie hier.

Offene Netzwerke meiden

So reizvoll offene Wlans auch sind: Vermeiden Sie, sich dort mit Smartphone oder Laptop einzuloggen. Viele Verbindungen ihres Gerätes sind nicht verschlüsselt und können von anderen Personen im Netzwerk ausgelesen werden. Vor allem das automatische Einloggen in solche Netze sollte unbedingt vermieden werden: Hacker benutzten schon öfter gefälschte Hotspots um die Daten argloser Nutzer abzugreifen. Wenn es gar nicht anders geht, setzen Sie während der Nutzung auf eine sichere Verbindung über einen VPN-Dienst.

Und zu guter Letzt: Seien Sie skeptisch

Das wichtigste Werkzeug für Hacker bleibt Naivität, deshalb sollte man am Smartphone oder PC stets eine gehörige Portion Skepsis mitbringen. Braucht diese App wirklich meine Daten? Kenne ich den Facebook-Freund wirklich? Wenn Sie Zweifel haben, entscheiden Sie sich lieber gegen die bequeme Lösung. Es gibt fast immer eine sicherere Alternative. 

Mehr zum Thema lesen Sie im neuen stern.