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Abbuchung in Millionenhöhe Forscher entdecken Sicherheitslücke bei Kreditkarten

Visa-Kreditkarten mit NFC-Chip haben britischen Forschern zufolge eine Sicherheitslücke.
Visa-Kreditkarten mit NFC-Chip haben britischen Forschern zufolge eine Sicherheitslücke.
© Colourbox.de
Britische Forscher haben einen Fehler in Visa-Karten mit NFC-Chips entdeckt. Die Schwachstelle erlaubt es, quasi im Vorbeigehen Beträge bis zu einer Million Euro abzubuchen.
Von Christoph Fröhlich

Das bargeldlose Bezahlen wird nicht nur von Apple vorangetrieben. Derzeit werden in vielen Ländern Kreditkarten mit eingebauten NFC-Chips eingeführt. Die Hersteller versprechen nicht nur mehr Bequemlichkeit, sondern auch eine höhere Sicherheit. Die Karte muss beim Bezahlvorgang einfach an ein Terminal gehalten werden, die Eingabe eines PINs ist nicht erforderlich. Um im Falle eines Datenmissbrauchs größere Schadensfälle auszuschließen, wurde in Großbritannien etwa ein 20-Pfund-Limit eingeführt.

Forscher der britischen Universität Newcastle haben nun eine Schwachstelle bei Kreditkarten des Anbieters Visa entdeckt, mit der sich das Limit aushebeln lässt. Wird die Transaktion in einer Fremdwährung ausgelöst, greift die Schutzmaßnahme nicht - auf diese Weise können bis zu 999.999,99 Einheiten jeglicher Währung abgebucht werden.

Abbuchung im Vorbeigehen

Den Forschern zufolge ist es sogar möglich, ein Smartphone mit NFC-Chip als Zahlungsterminal einzurichten. Wird der Betrag im Vorhinein festgelegt, reicht es, das Handy im Vorbeigehen an die Tasche oder Geldbörse des Opfers zu halten, in der sich die Kreditkarte befindet, um die Transaktion abzuschließen. In Tests konnten die Forscher die Geldabbuchung in weniger als einer Sekunde vornehmen. Eigentlich wird die NFC-Technik genutzt, um an speziellen Terminals bargeldlos zu bezahlen oder das Handy mit Geräten wie Kopfhörern oder Funk-Lautsprechern zu koppeln.

Vor allem an Flughäfen oder Bahnstationen sei die Masche gefährlich, denn dort könnten Kriminelle schnell und unbemerkt in Getümmel agieren. Zudem sind an solchen Orten Zahlungen in Fremdwährungen weniger auffällig. Die Forscher gehen aber davon aus, dass kaum Kriminelle die Schwachstelle ausnutzen werden, da sich die Abbuchung leicht rückverfolgen lasse. Zudem gebe es bei vielen Banken Sicherheitsmaßnahmen, die Missbrauch verhindern.


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