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Nach Urteil zur Google-Suche: Deutsche wollen fast 120.000 Links löschen lassen

Suchmaschinen müssen laut einem Gerichtsurteil Links zu entfernen, die die Privatsphäre verletzten. Seitdem wird Google von Anfragen überflutet - Deutsche sind dabei besonders aktiv - und erfolgreich.

Insgesamt erhielt Google knapp 190.000 Anfragen zur Löschung von  knapp 685.000 Links

Insgesamt erhielt Google knapp 190.000 Anfragen zur Löschung von
knapp 685.000 Links

Bürger aus Deutschland haben seit Mai die Löschung von fast #link;http://www.stern.de/digital/online/recht-auf-vergessenwerden-was-das-google-urteil-fuer-verbraucher-bedeutet-2110205.html;120.000 Links aus Google-Sucherergebnissen beantragt.# Fast jeder zweite Link wurde auch tatsächlich von Google entfernt. Das geht aus Zahlen hervor, die das Unternehmen am späten Montagabend in seinem Transparenzbericht veröffentlichte. Danach wurden aus Deutschland seit Mai mehr als 31.700 entsprechende Anfragen bei Google eingereicht.

Insgesamt erhielt Google knapp 190.000 Anfragen zur Löschung von knapp 685.000 Links. Aus Frankreich kamen etwas mehr Anfragen als aus Deutschland, dort war die Erfolgsquote allerdings etwas geringer. Im europaweiten Durchschnitt lag sie bei gut 40 Prozent. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs sind Suchmaschinen verpflichtet, auf Antrag Verweise aus ihre Suchergebnissen zu entfernen, die die Privatsphäre der Menschen verletzen.

Google größte Suchmaschine Europas

Das bezieht sich nur auf Suchanfragen zu dem Namen der Personen. Das Urteil gilt beispielsweise für Links zu Informationen, die unangenehme oder nicht mehr relevante Informationen aus der Vergangenheit der Personen enthalten. Die Informationen sind damit nicht verschwunden: Auf der ursprünglichen Webseite können sie weiterhin sichtbar sein.

Google ist die größte Suchmaschine in Europa und daher besonders von Anfragen betroffen. Konkurrent Microsoft hat für seine Suchmaschine Bing ebenfalls ein Formular zu Löschanträgen eingerichtet.

Artikel über Vergewaltigung wurden gelöscht

Google nannte auch erstmals Beispiele für Links, die entfernt wurden. So seien auf den Antrag eines Vergewaltungsopfers aus Deutschland Verweise auf Artikel über das Verbrechen entfernt worden. In anderen Fällen verweigerte Google die Löschung. So wollte ein Beamter aus Großbritannien einen Link zu einer Petition für seine Absetzung streichen lassen. Dieser Verweis wurde nicht entfernt.

tis/DPA / DPA