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Internet-Blackout in Georgien und Armenien: Mutmaßliche Kabeldiebin beteuert ihre Unschuld

Die 75-jährige Rentnerin, die das Internet in Armenien und Teilen von Georgien lahmgelegt haben soll, verteidigt sich: Sie sei gar nicht in der Lage, ein Glasfaserkabel zu durchtrennen und zu stehlen.

Nach ihrer Festnahme wegen des Durchtrennens eines maßgeblichen Internetkabels in Georgien hat die 75-jährige Rentnerin Hajastan Schakarjan die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Sie sei nur eine "arme alte Frau", die rein körperlich gar nicht in der Lage wäre, ein solches Kabel zu zerschneiden, sagte Schakarjan der Nachrichtenagentur AFP unter Tränen. Sie sei nur im Wald gewesen, um Holz zu sammeln, fuhr die Rentnerin fort: "Ich weiß überhaupt nicht, was Internet ist." Ihr Sohn Sergo Schakarjan fügte hinzu, seine Mutter sei unschuldig. "Sie weint den ganzen Tag. Sie hat solche Angst."

Nach Angaben des georgischen Innenministeriums gestand die 75-Jährige dagegen bereits, das Glasfaserkabel nördlich der Hauptstadt Tiflis durchtrennt zu haben. Vermutlich war die Frau auf der Suche nach Altmetall, das sie stehlen und weiterverkaufen wollte. Ihr drohen nun bis zu drei Jahre Haft. Angesichts ihres fortgeschrittenen Alters wurde die Frau jedoch vorerst wieder freigelassen.

Wegen des Vorfalls waren zehntausende Internetnutzer in Armenien und Teilen Georgiens fast zwölf Stunden lang ohne Verbindung. In Georgien waren bereits 2009 die Internetverbindungen unterbrochen worden, als ein Altmetallsammler ein Kabel beschädigte.

san/AFP / AFP
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