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Neues Gesetz Der Einsatz junger Influencer fällt in Frankreich zukünftig unter den Begriff Kinderarbeit

Ein Junge macht einen Blog
Influencer, die jünger als 16 Jahre alt sind, sollen in Frankreich zukünftig besser durch das Gesetz geschützt werden
© supersizer / Getty Images
Immer mehr Menschen verdienen als sogenannte Influencer ihr Geld – auch viele Kinder sind dabei. Die sollen in Frankreich zukünftig durch ein neues Gesetz geschützt werden.

Während das Wort "Influencer" vor zehn Jahren vielleicht noch niemandem so richtig bekannt war und der Gedanke, mit persönlichen Blogs und Social-Media-Profilen Geld verdienen zu können, geradezu absurd klang, ist der Beruf der One-Man-Vermarktungs-Maschine inzwischen mitten in der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich bei ihren Werbekampagnen dafür, Influencern Geld zu zahlen, damit diese ihre Produkte promoten. 

Besonders jüngere Zielgruppen können so gut erreicht werden. Kein Wunder also, dass auch immer mehr Menschen unter 18 als Influencer Geld verdienen. In Frankreich soll dem nun Einhalt geboten werden.

Content-Kreation soll als Kinderarbeit gewertet werden 

Das Parlament verabschiedete vergangene Woche einstimmig ein Gesetz, welches sich mit der "Ausnutzung von Bildern von Kindern auf Online-Plattformen" auseinandersetzt. Dies schreibt vor, dass die Arbeitsstunden und das daraus resultierende Gehalt von Kindern unter dem Alter von 16 Jahren, die eine signifikante Menge ihrer Zeit damit verbringen, Social-Media-Content zu kreieren, dem Kinderarbeitsgesetz unterliegen.

So muss das verdiente Geld beispielsweise auf ein Konto überwiesen werden, über welches sie erst mit 16 Jahren verfügen können. Das berichtet die britische Tageszeitung "Independent". Außerdem müssen Firmen, die Kinder unter 16 Jahren beispielsweise für Youtube-Spielzeugtests bezahlen wollen, dies vorher mit örtlichen Behörden absprechen.

Politiker Bruno Studer, der den Gesetzesentwurf bereits 2019 vorgelegt hatte, sagte laut "Independent", dass dies Frankreich zum Pionier in der Regulierung dieser aufstrebenden Berufssparte mache: "Kinderarbeit ist verboten, aber in Frankreich gab es Ausnahmen, wie zum Beispiel im Internet." Das Gesetz soll außerdem ein "Recht auf Vergessen" beinhalten, welches Social-Media-Plattformen und andere Internetseiten dazu verpflichtet, Videos und weiteren Content auf Anfrage des Kindes zu entfernen.

Kinder-Influencer verdienen häufig bereits wahnwitzige Mengen Geld. So führte 2019 beispielsweise ein damals achtjähriger Junge die "Forbes"-Liste der meistverdienenden Youtube-Stars an, der seine Karriere bereits im zarten Alter von drei Jahren begonnen hatte: Ryan Kajo verdiente 2019 rund 26 Millionen Dollar.

Quellen: "Independent", "Forbes"

jgs

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