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Kolumne: Neulich im Netz: Frischkäse oder die Schande von Cordoba

Im Allgäu scheint die Welt noch in Ordnung. Frische Luft, saubere Wiesen und Kühe so glücklich wie andernorts nur beim Aufsetzen des Bolzenschussgeräts. Doch der Schein trügt.

Im Allgäu scheint die Welt noch in Ordnung. Frische Luft, saubere Wiesen und Kühe so glücklich wie andernorts nur beim Aufsetzen des Bolzenschussgeräts. Doch der Schein trügt.

Frischkäse oder Käse aus Frischkäse

Hier: "Frischkäse, wärmebehandelt, Doppelrahmstufe. Weitere Zutat: Speisesalz." Dort: "Wärmebehandelter Käse aus Frischkäse, Doppelrahmstufe. Weitere Zutaten: pasteurisierte Milch, Speisesalz." Klingt verschieden, meint aber dasselbe und steht so und nicht anders auf einem schicken Behältnis der Bonifaz Kohler GmbH, welche wiederum Zuhause ist im beschaulichen Örtchen Lindenberg, weder verschwägert noch verschwistert mit dem gleichnamigen Ex-Schlagzeuger der Jazzrock-Gruppe Passport, deren "Chef" Klaus Doldinger die Tatort-Titelmelodie schrieb. Aber das nur nebenbei.

Der Schein trügt

Lindenberg, die "Bergstadt im Allgäu", blitzsauber und einladend. Jeden Samstag findet rund um den Stadtplatzbrunnen der Wochenmarkt statt. Sanft beschattet von "den beiden grünen Kuppeltürmen der benachbarten neubarocken Stadtpfarrkirch St. Peter und Paul". Ein trügerisches Idyll, denn hier werden Wunden, die niemals heilen, auch noch mit Öl übergossen. Und angesteckt - auf dem in schicker Holztrogform daherkommenden Frischkäsebecher mit den merkwürdigen Texten, hier für Deutschland, da für Österreich.

Zwei oder drei Zeilen

Warum nur? Ein kurzes Studium der geltenden Lebensmittelrechtbestimmungen dies- und jenseits der offenen Grenzen gibt nur unzureichend Aufschluss. Auch der appetitliche Käseslogan "Lecker und locker" hilft kaum weiter. Wohl aber ein Blick auf die Botschaft hinter der Botschaft. Hier der Text für Deutschland, zwei Zeilen lang. Dort jener für Österreich, drei Zeilen lang. Nun ja, mag mancher denken, Texte mal zwei, mal drei Zeilen lang, die kenn ich auch. Eben nicht!

Vor 25 Jahren in Argentinien

Deshalb noch einmal: Deutschland zwei, Österreich drei. Und spätestens jetzt müsste es klingeln. 25 Jahre zurück, 1978, ein Spätnachmittag in Argentinien. Hier: Maier, Vogts, Dietz, Bonhof, Kaltz, Rüssmann, Abramczik, Beer (und später Hansi Müller), Dieter Müller (und später Klaus Fischer), Hölzenbein und Karl-Heinz Rummenigge. Dort: Koncilia, Sara, Obermeyer, Pezzey, Strasser, Hickersberger, Prohaska, Krieger, Schachner (und später Oberacher), Kreuz und Krankl. Unentschieden nach Toren von Rummenigge, Krank, Hölzenbein und Vogts, der auf der falschen Seite trifft.

Die Schande von Cordoba ist perfekt

Dann lässt Krankl die hydrantengleich träumenden Rüssmann und Kaltz links stehen und macht das drei zu zwei. Abpfiff, aus, Ende. Die Schande von Cordoba ist perfekt. Danke, Bonifaz Kohler GmbH. Man wird den 21. Juni 1978 so schnell wirklich nicht vergessen.

Der Frischkäse selbst ist allerdings sehr schmackhaft.

Thomas Hirschbiegel
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.