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Online-Spiele: Krieger, Kicker, Kunstflieger

Milliarden Dollar werden mit Internetspielen verdient, der Markt wächst rasant. Sechs Spieler berichten von ihrer Leidenschaft.

Tausend Deutsche können es kaum erwarten, dass es Abend wird: Dann kämpfen sie gegen Drachen, steuern Flugzeuge, treten zum Schach an. Das Interent ist zum grenzenlosen Spielplatz geworden. Sechs Spieler berichten über Ihre Erfahrungen in den virtuellen Spielewelten.

Dennis Schnellhase liebt Fußball

Herr Schnellhase, Sie sind gerade in Singapur mit dem Spiel "Fifa 06" PC-Fußballweltmeister geworden. Wenn man so erfolgreich sein will: Hilft es, wenn man auch mal in einem Verein Fußball gespielt hat?

Ich war früher Stürmer bei der Jugend von Schalke 04, nach dem Training habe ich oft mit Freunden zu Hause am Computer weitergespielt. Und das hat bestimmt geholfen, denn es gibt zwischen Rasen und Bildschirm ein Geben und Nehmen – man kann viel vom realen Fußball lernen für das Computerspiel und umgekehrt.

Und wie wird man dann Weltmeister?

Mein Bruder und ich haben zuerst nur im Internet gespielt gegen andere, und da haben wir fast immer gewonnen. Dann sind wir nach und nach zu Turnieren gefahren, die haben wir auch gewonnen, dann wurden wir Teil eines Teams, dann kamen Sponsoren, und plötzlich waren wir Weltmeister. Tja, so war das. Wir sind da einfach so reingestolpert.

Das kann ja dann jeder.

Na ja, es gehört schon Ehrgeiz dazu und Disziplin. Dazu gehört leider auch, dass ich mal der Freundin absagen muss, wenn ich vor wichtigen Turnieren trainiere. Das kann man mit Profifußball vergleichen: Dann spielen wir jeden Tag mindestens drei Stunden.

Und was üben Sie da?

Herumdaddeln bringt da nichts, ich muss das Spiel analysieren. Ich muss wissen, aus welchen Situationen Tore entstehen, welche Pässe sich lohnen und welche nicht, wie ich richtig flanke, wie sich die gegnerische Abwehr unter bestimmten Bedingungen verhält, und so weiter.

Damit Ihnen das in Fleisch und Blut übergeht?

Ja, ich kann während des Spiels nicht über das Spiel selbst grübeln. Dann muss ich antizipierend denken, ahnen, was der Gegner macht. Und ich darf nicht nervös werden, das ist das Wichtigste.

Und jetzt sind Sie Fußballweltmeister. Fühlen Sie sich als Star?

Es ist schon so, dass die Namen von mir und meinem Bruder bekannt sind, wir sind halt die erfolgreichsten in "Fifa". Aber das ist auch eine große Verantwortung, wir sind Vorbilder und müssen uns immer benehmen und fair sein. Und das ist manchmal schwer, wenn einen andere versuchen, über das Ohr zu hauen. Wenn jemand die Online-Verbindung abbricht, kurz bevor ich ein Tor schieße zum Beispiel.

Das ist aber gemein. Hat man denn überhaupt eine Chance, gegen Sie zu gewinnen?

Ich werde immer wieder nach Freundschaftsspielen gefragt, aber meistens sage ich ab. Ich will nicht, dass jeder meine Vorlieben und Taktiken kennt, da halte ich mich bedeckt. Und zu der Frage: Nein. Ein normaler Gegner hat keine Chance gegen mich. Wenn es gut läuft, wäre jeder meiner Spielzüge ein Tor. Solche Spiele enden 15:0.

Wahnsinn. Wird solches Talent denn auch entlohnt, also: Sind Sie reich wie Ballack?

Nun ja, so 100.000 Euro sind in den vergangenen Jahren schon zusammengekommen aus Preisgeldern und Werbung. Es ist auf jeden Fall so viel, dass ich neben meinem Studium nicht arbeiten muss. Ich spiele sozusagen, um studieren zu können. Und danach will ich auch damit aufhören, der Beruf wird mir dann wichtiger sein.

Können Sie uns trotzdem noch gratis einen Tipp geben, wie man besser wird bei "Fifa"?

Es ist immer gut, wenn man sich Spielzüge einprägt, die funktioniert haben. Das Stellungsspiel auf dem Platz muss stimmen wie im echten Fußball auch, man muss lernen, den Gegner in Ecken zu locken, in denen man ihm dann den Ball abnehmen kann. Je nachdem, welche Taktik man wählt, ist es auch wichtig, welches Team man spielt: Brasilianer sind schnell, haben ein ordentliches Passspiel, können dafür aber nicht köpfen. Für den Weg über außen nimmt man besser England oder Spanien.

Vielen Dank. Und viel Spaß Erfolg bei der Titelverteidigung!

Nik Skudies spielt Schafkopf

Herr Skudies, warum sollte man im Internet Schafkopf spielen? Das ist doch im Gasthaus bestimmt viel geselliger...

Kneipen und so, das ist nicht mehr mein Milieu. Ich war 23 Jahre im Außendienst beschäftigt, und da lebt man im Wirtshaus. Aber auch so hat das Schafkopfen im Netz Vorteile: Für Behinderte zum Beispiel, die nicht aus dem Haus können – oder für Kinder, das gerne lernen wollen: Man nimmt ja keine Kinder mit in die Wirtschaft zum Kartenspielen. Und wir haben viele Schichtarbeiter, die spielen dann schon nachmittags ein paar Runden, oder sie haben Spätschicht und treffen sich schon morgens um Acht.

Sie vermissen nichts online?

Das Riechen vielleicht. Man riecht nicht so gut, wenn jemand ein schlechtes Blatt hat. Aber andererseits: Wir kennen uns alle so gut von unseren Treffen – ich weiß auch online meist von meinem Gegenüber, wie der aussieht, und ob der manchmal Lumpen spielt.

Treffen? Das heißt: Sie treffen sich auch außerhalb des Internets?

Natürlich, mindestens einmal im Jahr. Ich kenne 90 Prozent der Clubmitglieder persönlich. Wir sind eine richtige Familie, eine bunte Mischung, die sich immer wieder gerne trifft. Und bei der man sich schnell zu Hause fühlt, wenn man neu dazu kommt und zu uns passt. Wir haben halt so ziemlich dieselbe Wellenlänge. Und so machen die Real-Treffen immer narrisch Spaß, das ist dann Schafkopf pur von Freitag bis Sonntag, da kommen wir kaum zum schlafen. Eine Mordsgaudi.

Und 58 Mitglieder sind Ihnen genug?

Wir könnten auch 200 Mitglieder haben - aber warum? Mir ist wichtig, dass die Leute auch wirklich miteinander spielen wollen, und nicht nach einem verlorenen Spiel einfach weggehen, und dann, hiphop, kommt der nächste. So ist das oft bei anderen Kartenspielen im Internet. Bei uns müssen 20 Spiele pro Runde mit denselben Leuten gespielt werden, das dauert so 20 Minuten - und kneifen gilt nicht. Außerdem sind uns Umgangsformen wichtig, was im Internet ebenso nicht selbstverständlich ist.

Wer flucht, fliegt?

Nein. Aber wer reinkommt zu einem Spiel und nicht einmal "Hallo" sagt, der hat bei uns schon fast verspielt.

Und wer drin bleibt, wird in den Freundeskreis aufgenommen...

Das kommt auf ihn oder sie an. Die meisten Mitglieder kommen aus Bayern, es gibt sehr viele Franken, Hessen, einen Hamburger.

...bestimmt ein Exil-Bayer

...genau! Aber gerade das ist ja das Schöne an unserem Club: Dass jeder irgendwo, egal, wo er wohnt, wirkliche Freunde gefunden hat. Ich selbst habe durch das Internet und durch das Schafkopfen vier, fünf neue Freunde, bei denen wäre es wurscht, ob sie 300 Kilometer weit weg wohnen: Jeder von ihnen stünde bei mir vor der Haustür, wenn es mir schlecht ginge.

Steve Krömer ist Rollenspieler

Herr Krömer, fünf Millionen Menschen spielen weltweit "World of Warcraft". Warum?

Die Leute suchen das Unbekannte. Sie wollen in eine ganz neue, lebendige Welt eintauchen. Man kauft ja nicht nur ein Spiel, man kauft ein Märchen – einen Teil einer langen, gut erzählten und mitreißenden Geschichte. Und die erlebt man in einer Gemeinschaft, zusammen mit seinen Freunden.

Hm. Das klingt verlockend – aber auch sehr groß, sehr komplex.

Der Einstieg in "WoW" ist sehr einfach, das ist ein Schlüssel zum Erfolg des Spiels: Man bekommt am Anfang sehr viele große Belohnungen für kleine Aufgaben, Erfolge, die einen freuen, und die einen dazu bringen, immer weiter zu machen, neue Fähigkeiten haben zu wollen und neue Rüstungen, die toll aussehen. Die Figuren im Spiel werden so zu einer Art Tamagotchi, oder besser gesagt, zu Barbies: Man kümmert sich um sie und schmückt sie.

Das war bei Ihnen auch so?

Bisweilen ja. Ich hatte einmal ein Schwert, "Untamed Blade" hieß das, das war mit Abstand das gefährlichste und schönste Schwert im Spiel - und es war mein ganzer Stolz. Mit dem bin ich auf den Marktplatz von Ironforge gegangen, der Zwergen-Hauptstadt... und plötzlich standen 100 Leute um mich herum, die nur das Schwert angeschaut haben.

Wow. Ist das normal?

Naja, das ist ein Extrembeispiel. Aber "World of Warcraft" basiert auf Jagen und Sammeln. Jeder will den neuesten und tollsten Gegenstand haben. Das Protzen, das Präsentieren ist ein wichtiger Teil dafür, warum Spieler so viel Zeit in "WoW" investieren. Sie sind vergleichbar mit Leuten, die an ihren Autos rumschrauben: Beides ist Protzen mit Leistung.

Und dann Vollgas aus der Realität flüchten - denn darum geht es doch?

In "World of Warcraft" ist es möglich, Abenteuer in einer Intensität zu erleben, die in der normalen Welt niemals möglich wäre. Ich habe gegen Drachen gekämpft… gegen Onyxia, den schwarzen Drachen, das ist einer der großen Gegner im Spiel. Der galt damals als unschlagbar. Meine Freunde und ich haben ihn trotzdem besiegt. Mit 40 Leuten sind wir damals rein in den Hort, mit Paladinen, mit Jägern, mit Kriegern, mit Panzerträgern, mit allem. Ich habe sie aufschreien hören vor Angst, ich habe sie fliegen sehen, und wir haben ihn "gelegt". Das war damals eine taktische Leistung, großartig. Ich habe noch Aufnahmen davon. Es ist immer wieder schön, die zu hören.

Was meinen Sie mit Taktik?

Es gibt während des Angriffs auf einen so großen Gegner mit so vielen Leuten drei bis fünf Spieler, die alles koordinieren. Die einzelnen Gruppen sagen, was sie jetzt zu tun haben, die - bei Onyxia - zum Beispiel dafür sorgen, dass wir nicht klumpen. Wenn wir zu nahe beieinander stehen, speit Onyxia nämlich einen großen Feuerball, und wenn Sie das macht, können alle sterben. Also gibt es einen, der sagt: Du stehst zu nah an dem, geh etwas zur Seite.

Was Sie sagen macht Lust, das auszuprobieren. Was aber, wenn ich nicht mehr von dem Spiel loskommen sollte und meine Freunde vernachlässige? Davor hätte ich Angst.

Das kommt auf den Charakter an. Ich war früher Leistungssportler, ich habe viel Tennis gespielt. Ich wollte ganz besonders gut werden, also habe ich fünf Stunden täglich trainiert. Weil ich das Spiel geliebt habe und die Gemeinschaft im Verein. Und bei „WoW“ ist das für viele ganz genauso - nur, und da gebe ich Dir Recht: mit dem Unterschied, dass "WoW" es einem einfacher macht. Man startet einfach den Computer, man muss nicht zum Training fahren, und der Körper setzt einem keine Grenzen. Natürlich ist deswegen ein Suchtpotential da.

Also muss man warnen?

Das Spiel selbst macht ja nicht süchtig. Wie bei jedem Hobby ist es auch mit "WoW" so, dass jeder selbst entscheiden muss, auf welchem Level er spielt. 90 Prozent der Leute sind nur gelegentlich online, manche davon haben Frauen und Kinder und können nicht öfter, und das ist für sie OK. Andere haben mehr Zeit, sie sind Studenten oder arbeitslos - und viele davon wollen ihre Zeit einfach nur totschlagen, da kann ich Dir 1000 Beispiele nennen. Bei mir war das immer anders, ich wollte nur Spaß: Meine Frau ist immer wichtiger, oder wenn Werder spielt: Da kann alles passieren, da bleibt der Rechner aus.

Vielleicht braucht man den auch in ein paar Jahren gar nicht mehr, wenn die Technik noch prächtigere unbekannte Welten erschaffen kann...

So etwas wie das Holodeck, ja... Das ist bislang jedoch nur eine Vision. Aber ich könnte es mir toll vorstellen, gegen Boris Becker in einem virtuellen Wimbledon-Endspiel zu stehen.

Ulf Wokittel setzt andere schachmatt

Herr Wokittel, das Internet ist müsste für Schachspieler ein Paradies sein.

Da haben Sie Recht. Ich spiele seit 1979 Schachturniere und habe die ganze Entwicklung mitgemacht von den Schachcomputern in den Achtzigern über den PC bis heute, und die Möglichkeiten sind so viel größer geworden. Das ist kein Vergleich zum Vereinsabend, der Generationen von Schachspielern begleitet hat: Dort trifft man immer wieder die selben Herrschaften, die zum hunderttausendsten Mal die selbe Eröffnung spielen… was in Ordnung ist – aber online kann ich immer, wenn ich möchte, gegen Gegner aus aller Welt spielen.

Aus aller Welt? Wie finden Sie die denn?

Wenn ich online gehe, habe ich auf dem Bildschirm einen Erdball vor mir und sehe da rote Pünktchen. Hinter jedem Punkt ist jemand, der gerade online ist, jemand, den ich sofort herausfordern kann: Ich sehe zum Beispiel, dass da ein junger Mann ist mit meiner Spielstärke in Buenos Aires oder Santiago de Chile, den sehe ich mit Foto und seiner ELO-Zahl – das hat seinen Reiz.

ELO?

ELO ist eine Wertungszahl, die internationale Wertungszahl. Ein Weltmeister hat so um die 2800, ich liege bei über 2000. An der ELO-Zahl sehe, ich wie gut mein Gegner ist.

Wie viele Partien haben Sie denn schon gespielt im Internet?

Moment... Jetzt gerade genau 916 Blitzpartien, das sind drei Minuten Spielzeit pro Nase. Und die habe ich alle auf Festplatte gespeichert, ich kann sie im Nachhinein alle analysieren. Da sind viele Patzer dabei, aber auch einige Glanzpartien.

Ihr Lieblingsspiel?

Moment… Spiel 564 vom 23. Oktober 2004. Da habe ich "Voltaire" mattgesetzt, einen sehr guten Italiener mit einer höheren ELO-Zahl als ich. Das war eine tolle Sache, den umzuhauen, toll.

Und sie trainieren im Netz für Schachturniere?

Ja. Mein Verein spielt Landesliga, aber wir wollen unbedingt in die Regionalliga aufsteigen.

Da wünschen wir natürlich viel Erfolg. Aber, entschuldigen Sie: Kann man denn online nicht leicht schummeln? Ich könnte doch einen Schachcomputer neben mir stehen haben, der mir die Züge vorgibt?

Stimmt. Aber das ist verboten, und es wird auch kontrolliert, soweit das möglich ist. Deswegen werden jeden Abend zwei bis drei Leute rausgeschmissen, die sich nicht daran halten. Es gibt auf dem Schachserver nur einen Raum, in dem das erlaubt ist: Da spielen Zentauren: Menschen, mit Computerunterstützung. Halb Mensch, halb Maschine, das ist gut zum üben wie Schwimmen mit Flossen.

Würde Ihnen denn ein Schachcomputer bei Ihrer Klasse noch helfen?

Schachprogramme sind kombinatorisch sehr gut, besser als Menschen. Strategisch, spielerisch sind wir Menschen aber so schlecht nicht. Da sind wir mindestens ebenbürtig. Und es gibt auch Stellungen, die den Computer überfordern. Aber ich habe mit dem Schachprogramm einen Sekundanten im Haus, der auf Weltniveau spielt. Den lasse ich auch gerne nebenher laufen, wenn es im Internet eine Live-Übertragung von einer Weltmeisterschaft gibt. Um zu sehen, welche Züge der spielen würde.Vor kurzem zum Beispiel haben in Argentinien die acht weltbesten Spieler um die Nachfolge von Kasparow gekämpft. Das war wirklich eine tolle Sache, da konnte man jeden Abend vier Partien von acht Uhr bis Mitternacht verfolgen und sich seine Gedanken machen.

Mal unter uns: Wie oft sind Sie denn online, um Schach zu spielen?

Ich spiele im Sommer weniger, im Herbst und Winter spiele ich zwei Abende in der Woche online, einen im Verein, und einen im Mannschaftskampf. Im Netz spiele ich gerne von 22 bis 24 Uhr, wenn meine Frau schon schläft – oder Sonntag in aller Herrgottsfrühe, wenn sie noch schläft. Dann mache ich das Frühstück, und spiele dann noch ein bisschen.

... ;O)

Ja, ich weiß, was Sie meinen. Meine Frau ist schon ein Korrektiv: Wenn ich solo wäre, würde ich bestimmt mehr Zeit im Internet mit Schachspielen zubringen.

Wolfgang Richter schwebt durch den Weltraum

Herr Richter, Sie spielen Computerspiele im Internet - und das mit 74 Jahren.

Ich spiele ja schon sehr lange. Angefangen habe ich mit dem VC20, dass ist so lange her, das ist schon gar nicht mehr wahr. Dann kam der C64, dann kam der Amiga, und dann bin ich zum PC gegangen, weil es auf dem Amiga nichts mehr gab. Oben auf dem Boden habe ich drei Kartons mit Spielen, ich weiß gar nicht, wo ich die alle hintun soll.

Dann spielen Sie ja seit Anfang der achtziger Jahre. Was war denn damals so toll?

Erst waren das nur so einfache Spiele, so ein bisschen Ping Pong. Richtig interessant fand ich dann Rollenspiele wie "Bard’s Tale". Ich kann ja kein Englisch und hab mich da reingefriemelt, Karten gezeichnet – und das hat mir so einen Spaß gemacht. Seitdem bin ich dabeigeblieben.

Und wie reagieren andere auf Ihr Hobby?

Na ja, die Leute gucken manchmal ein bisschen und sagen: "Watt? In dem Alter noch?". Aber meine Familie kennt das ja, und die Kinder sind stolz drauf, dass ich das in meinem Alter überhaupt noch kann. Und mein Enkel, der spielt ja auch. Der hat mich ja auch zu "Eve Online" gebracht.

Weil er Ihnen immer Spiele mitbringt?

Ja, ich erinnere mich noch genau, wie er eines abends kam und sagte: "Hier, Opa, ich hab ein schönes Spiel für Dich" - und "ach Du meine Güte, das war natürlich was für Opa". Seitdem spiele ich das jeden Tag.

Wirklich? Jeden Tag?

Ja. Vormittags mal ne halbe Stunde, dann nach dem Mittagessen bis um halb Drei. Dann gibt es Kaffee, anschließend wird "Sturm der Liebe" angeguckt, und dann schaut meine Frau weiter und um 16:30 Uhr geh ich wieder an den Rechner bis zum Abendbrot, und nach dem Essen, kommt es drauf an: Wenn es einen schönen Film gibt, dann guck ich den mit meiner Frau, und wenn nicht, dann spiele ich bis um halb Zwölf. Die Leute im Spiel wissen schon, dass ich danach meinen Schönheitsschlaf brauche.

Meine Güte, das Spiel hat sie aber ganz schön im Griff.

Das Spiel ist so komplex, das kann ich ihnen sagen, das ist sagenhaft. Die das gemacht haben, das sind Künstler. Und was ich besonders schön finde online: Wenn ich hier etwas verkehrt mache, dann ist das wie im Leben – dann bleibt das verkehrt, es gibt kein Zurück. Da ist nichts mit Speichern und Laden wie in anderen Spielen.

Und sie fliegen mit Ihrem Raumschiff den ganzen Tag alleine durch die Gegend?

Nein! In dem Spiel gibt es Missionen, die sind so schwer, die kann man nicht alleine schaffen. Deswegen gehöre ich zu einer Vereinigung, so was nennt sich im Spiel "Corp", meine heißt "The Extraordinary German Smurfs" (www.spacesmurfs.de), die "Schlümpfe". Wir sind so zehn, 15 Leute. Der Jüngste ist bei 20 Jahren, dann sind welche 45, 50, und dann kommt ein großer Sprung, und dann komm ich. Ich bin da der Opa Schlumpf.

Und mit denen spielen sie zusammen?

Ja, die kommen aus ganz Deutschland, aus Berlin, Hamburg, Hannover, Frankfurt, wir haben sogar einen Tiroler dabei. Die sind von überall her, das ist das Gute daran. Und dann geben wir uns Kommandos, das nennt sich "Teamspeak", das heißt: Ich habe einen Kopfhörer mit Mikrofon dran, und die Kollegen haben das auch – und dann unterhalten wir uns, das ist so faszinierend: Wir erkennen uns an den Stimmen, das ist echt gut, echt cool, kann man sagen.

Und wen spielen Sie? Doch bestimmt nicht Wolfgang Richter aus Bremerhaven?

Nein, das Schöne ist ja, dass ich mir einen Charakter erstellen kann, wie ich sein möchte. Ich heiße im Spiel "Pandenum" und bin ein männlicher "Caldari", das ist eine der vier Rassen in "Eve Online". Den habe ich mir ausgesucht, weil der ein bisschen "Haudrauf" ist, ein eher kriegerischer Typ. Das lag mir so ein bisschen. Mein Battleship ist eine "Raven".

"Corps", "Smurfs", "Battleships" – aber das ist doch alles Englisch?

Ich habe ein Wörterbuch auf dem Schreibtisch liegen. Ich mach das ja schon 20 Jahre, das geht. Außerdem hält mich das Spiel ja auch geistig fit. Nur mit dem PC habe ich es nicht so. Wenn Opa da mal wieder einen Bock geschossen hat, hole ich lieber meinen Enkel zu Hilfe.

Swen Johannes ist flugverrückt

Wie sind Sie darauf gekommen, mit dem Flugsimulator zu spielen?

Erstmal, "spielen" sagen wir ungern. Der Flugsimulator ist viel zu komplex, als dass man das noch Spiel nennen könnte. Wir fliegen den Simulator.

Und, wie ging's los?

Ich bin ein Flugverrückter, mich interessiert vor allem die technische Seite der Fliegerei, und ich fotografiere auch Flugzeuge. Aber mich reizen vor allem die Airliner, nicht die kleinen Flieger. Die kann ich im Flugsimulator fliegen, im richtigen Leben aber nicht - da bin ich Radio- und Fernsehtechniker. 2001 habe ich mit dem Microsoft Flugsimulator angefangen. Einen Monat war ich offline alleine in der Luft unterwegs, dann entdeckte ich die Online-Funktion.

Was war daran besser?

Da kann man Erfahrungen austauschen. So habe ich von anderen Leuten viele Tipps für das richtige Landen bekommen - das ist ja für Anfänger nicht so einfach. 2002 haben Sie dann die CA Deutsche Piloten gegründet. Was ist besonders an dieser Gruppe? Bei uns geht’s locker zu: Fluglotsen gibt es nur mittwochs, an den anderen Abenden wird einfach zusammen geflogen und geplaudert. Da fliegen wir von Berlin nach Köln oder so, schauen uns gegenseitig bei den Landungen zu und stimmen nur ab, wer wann landet oder startet, damit wir nicht kollidieren. Manche andere virtuelle Airline berechnet Flugpläne, Beladung und Treibstoffverbrauch - aber das ist für Feierabend-Piloten wie uns zu kompliziert.

Worüber reden Sie denn so beim Fliegen?

Übers Fliegen, über Technik und Computer, aber auch über Privates.

Was brauchen Sie als Ausrüstung zum Fliegen per PC?

Ich habe einen ganz normalen Computer im Wohnzimmer, nur die Pedale, die auch ein echtes Flugzeug hat, sind unüblich. Joystick und Tastatur genügen mir zum Steuern. Wir haben aber auch einen bei uns, der sich ein komplettes Airbus-Cockpit nachgebaut hat.

Wie viel Zeit verbringen Sie mit dem Simulator?

60 bis 90 Minuten dauert ein typischer Flug am Feierabend. Mal sind wir zehn oder 15 Flugzeuge gleichzeitig, manchmal auch nur zwei. Ich bin fast jeden Abend online.

Und welches Flugzeug fliegen Sie am liebsten?

Die Boeing 737 fliegt sich schön, entweder die 737-800 von Air Berlin oder die -700 von HLX. Öfter auch den Turboprop ATR-72. Meine Heimatstadt Braunschweig wird mit diesem Modell von der tschechischen CSA von Prag aus angeflogen. Das muss ich dann auch mal machen.

Was ist Ihnen das wichtigste bei einem Flug?

Die Landung. Da will ich schon anständig runter kommen. Das sehen die anderen ja auch, wenn wir da im Rudel fliegen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(