HOME

Simon Rogers: Google-Manager im Interview: Suchdaten sind menschliche Daten

Simon Rogers hat bei Google ein Auge darauf, was die Menschen täglich von der Suchmaschine wissen wollen. Dem stern sagte er, was das ist und wie sich Inhalt und Art von Websuchen verändert haben.

Google London

Das Google-Büro in London (Symbolbild)

Simon Rogers weiß genau, was die Menschen weltweit von Google wissen möchten. Der Brite arbeitet als “Data Editor“ im Google News Lab in Kalifornien. Unter anderem leitet er ein Team von sogenannten Trend-Kuratoren, die Google-Daten zu den großen Themen eines Tages an die Oberfläche bringen und zum Beispiel auf der Google-Trends-Seite veröffentlichen.

Sie bereiten aber auch längerfristige Daten auf und visualisieren diese in interaktiven Infografiken. Der jährliche Google-Jahresrückblick wird ebenfalls von Rogers und seinem Team erstellt. Simon Rogers hat sich vor allem durch seine Arbeit beim britischen "Guardian" einen Namen gemacht, wo er als Pionier in dem vergleichsweise jungen Feld Datenjournalismus galt, bevor er erst zu Twitter wechselte und dann zu Google ging.

Dem  beantwortete er im Interview einige Fragen:

Wie muss man sich Ihr Büro vorstellen? Die ganze Wand voll mit Bildschirmen, auf denen Diagramme und Zahlen abgebildet sind?

Mein Team ist überall verteilt, also kommunizieren wir oftmals primär über Hangouts. Als ich den “Guardian” vor einigen Jahren verließ, wusste ich nicht genau was mich erwartet, aber in mancher Hinsicht ist mein Büro nun gar nicht so anders: Offene Räume, viele kreative Menschen. Wir verbringen eine Menge Zeit damit, aussagekräftige Suchdaten mit einer Bandbreite an entsprechenden Tools zu extrahieren.

Ich mag Geräusche in meiner Arbeitsumgebung und habe immer einen Fernseher mit Nachrichtenkanälen eingeschaltet. Außerdem läuft hier viel Tweetdeck-Action, damit ich keine großen Geschichten verpasse.

Wonach suchen die Menschen neben Aktuellem und Nachrichten am meisten?

Es ist eine verwirrende Zeit um ein Mensch zu sein und wir haben einen Anstieg bei den Suchen rund um den Suchbegriff “Wie” festgestellt. Auf der einen Seite geht es dabei einfach um den Nutzwert der Suchen - zum Beispiel bei der Frage “Wie repariere ich die Toilette”? Auf der anderen Seite versuchen die Leute aber auch mehr über aktuelle Entwicklungen wie den Klimawandel oder Flüchtlings-Regelungen herauszufinden.

Es sind sehr menschliche Daten - während der jüngsten Hurrikans in des USA war beispielsweise eine Suchanfrage, die auftauchte: “Wie man einen Hund während eines Sturms beruhigt”. Ich fand, dass uns das sehr viel darüber erzählt, wie wir als Menschen auf aktuelle Ereignisse reagieren.

Ähneln sich die Gegenstände und Themen der Suchanfragen in verschiedenen Ländern, oder hat jedes Land eine eigene “Such-DNA”?

Jedes Land hat seine eigenen Entwicklungen und ist einzigartig. Auch das macht die Suchdaten so faszinierend. Wir haben das etwas früher dieses Jahr bei unserer interaktiven “Rhythm of Food”-Grafik beobachtet, die etwa zeigte, wie zu verschiedenen Zeiten im Jahr ganz unterschiedlich nach Nahrungsmitteln gesucht wird. Auch dadurch werden die Suchdaten zu einem wirklich starken gesellschaftlichen Signal. In diesem Jahr gab es einige Wahlen in Europa und jede davon brachte ganz eigene Suchtrends rund um die Themen und Kandidaten hervor.

Bemerken Sie über die Jahre eine Veränderung im Suchverhalten der Menschen?

Die Art, wie wir suchen, hat sich sehr verändert - mit einer Verlagerung vom Desktop hin zu mobilen Geräten und Spracheingabe. Ich denke, diese Veränderungen machen Suchdaten spontaner. Die Leute befinden sich an einem bestimmen Ort und wollen mehr darüber herausfinden, einfach aus einer Laune heraus. 

Wie viele Suchanfragen fließen denn in den weltweiten Jahresrückblick ein? 

Es gibt jedes Jahr Billionen von Suchen und 15 Prozent davon sind komplett neue, die wir nie zuvor gesehen haben. Das ist ein riesiger Datensatz. 

Absloute Zahlen zu den Suchdaten zu veröffentlichen ist meist nicht unbedingt gängige Google-Praxis ... 

Meistens veröffentlichen wir keine absoluten Zahlen, weil wir mit Stichproben aus allen Suchen arbeiten. Ich finde es nicht schlimm, dass es keine gängige Praxis ist, weil es häufig nicht so aussagekräftig ist. Wenn man beispielsweise eine Million Suchen für "Weihnachten" im Jahr hat, sagt das gar nichts aus, wenn keine Daten zum Normalisieren hat. Indem wir relative, normalisierte Daten benutzen, können wir kleine und große Städte und Länder miteinander vergleichen, unabhängig von der tatsächlichen Bevölkerung oder etwa der Internet-Population.

Wie ist es in restriktiven Gebieten, etwa China: Bemerken Sie, dass Menschen nach geblockten Themen suchen und diese trotz Zensur nachschlagen möchten?

Wir haben aus diesen Gebieten nicht genug Daten, um irgendetwas Aussagekräftiges zu produzieren. 

Laptop mit Google Website


 

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.