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Antiviren-Tools im Test: Gratis-Programme schützen genauso gut vor Viren

Viele Antivirenprogramme versprechen Sicherheit, manche sind sogar kostenlos. Doch was taugt die Schutzsoftware? Eine Fachzeitschrift hat 20 Hersteller getestet - vor allem Microsoft versagte.

Von Christoph Fröhlich

Welches Antivirenprogramm schützt gut?

Welches Antivirenprogramm schützt gut?

Gefälschte Rechnungen, Steuerbescheide und Mahnungen landen täglich millionenfach in deutschen E-Mail-Konten. Und die Cyberbetrüger werden immer raffinierter: "Guten Tag Herr Fröhlich, mit dieser E-Mail erhalten Sie Ihre aktuelle Mobilfunk-Rechnung", heißt es in der Anrede einer derzeit kursierenden E-Mail. Doch im Anhang findet man keine Rechnung, sondern einen fiesen Trojaner. Die personalisierte Ansprache macht es für die Empfänger schwerer, die Mails sofort als Fälschung zu erkennen.

Umso wichtiger ist daher ein vernünftiger Virenscanner. Doch welches Programm taugt etwas? Und sind kostenpflichtige Viren-Scanner wirklich besser als die Gratis-Tools? Die Fachzeitschrift "c't" (Ausgabe 26/2014) hat 20 aktuelle Programme untersucht und sie mit 900 aktuellen Trojanern aus E-Mail-Postfächern bombardiert.

So lief der Test ab: Auf den 20 Rechnern war jeweils eine Antivirensoftware mit allen Updates installiert, als Betriebssystem diente Windows 7. Das System hatte eine funktionierende Internetverbindung. Trojaner konnten also Schadsoftware aus dem Netz nachladen, die Virenwächter konnten aber auch Informationen aus der Cloud abrufen. Die Schädlinge wurden im "c't"-Test tatsächlich ausgeführt, sodass den Antivirenprogrammen viel mehr Informationen zur Verfügung standen als bei einem reinen Datei-Analyse-Test. So können Sie etwa das Verhalten der Schädlinge nach dem Start analysieren und rechtzeitig einschreiten.

Gratis nicht schlechter

Am besten schnitten die Programme von Esets NOD32, F-Secure, Kaspersky, Symantec und Trend Micro ab. Sie hatten Erkennungsraten von über 90 Prozent. Trend Micro und Kaspersky erkannten sogar 98 Prozent aller Trojaner - eine exzellente Schutzwirkung. Avast verpasste mit 89 Prozent knapp das Spitzenfeld.

Enttäuschend ist dagegen Microsofts Basisschutz "Windows Defender" und "Security Essentials": Nur 61 Prozent der Schädlinge wurde erkannt, knapp 40 Prozent der Trojaner rutschten durch das Raster. Unterboten wurde das nur noch von Panda Antivirus Pro 2014, das nur 54 Prozent der Schnüffelprogramme erkannte. Das ist kaum mehr als eine Fifty-Fifty-Chance. Intels McAfee und AVG mussten bei einem Drittel der Trojaner passen. Die beliebte Virensoftware Avira erkannte nur 74 Prozent der Schädlinge.

Eine interessante Erkenntnis des Tests: Die Gratis-Programme schnitten genauso gut ab wie die kostenpflichtigen Versionen des gleichen Herstellers.