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Virtuelle Massenkundgebung: Arbeitskampf im zweiten Leben

Die Demonstration ist virtuell, der Arbeitskampf echt: In der virtuellen Welt Second Life protestieren IBM-Angestellte und Unterstützer gegen die geplanten Einkommenskürzungen bei dem Hightech-Riesen. Eine zwölfstündige Massenkundgebung mit Plakaten und Slogans - und ganz ohne Polizei.

Von Sven Stillich

Seit dem Morgen demonstrieren IBM-Mitarbeiter in der virtuellen Welt "Second Life". Sie stehen in Gruppen beieinander und recken übergroße Schilder in den Himmel: "Wir gehen hier nicht weg, bis der Vertrag unterzeichnet ist", steht drauf, oder: "Unsere Forderung waren 40 Euro mehr - dafür kürzt IBM unser Einkommen um 1000 Euro!" Keine Polizei ist in der Nähe, niemand schützt die Zentrale von IBM, vor der die Demonstranten stehen. Das aber ist auch nicht nötig: Die Menschen mit den Schildern sind Avatare in der Online-Welt "Second Life", hier kann keiner virtuelle Scheiben einschlagen. Dabei jedoch ist nur die Umgebung virtuell, die 1000 Euro Einkommensverlust sind laut Aussage der Demonstranten real, und viele Avatare sind hier echte Mitarbeiter von IBM - einige, um deren Geld es geht, andere, die sich solidarisch erklärt haben. Die Sprache der Schilder ist Englisch, Italienisch, Spanisch. "Ich lebe in Venezuela", sagt eine Avatarin im roten Polit-T-Shirt, das gratis verteilt wurde.

Aufgerufen zu der 12-stündigen Massenkundgebung hat die weltweite Gewerkschaft "Uni Global Union" (UNI), unterstützt vom "Internationalen Metallgewerkschaftsbund" IMF. Die Mobilisierung lief seit Wochen über E-Mails und Webseiten. Es geht um IBM-Mitarbeiter in Italien, denen die Firma die Gewinnbeteilung gestrichen haben soll. Mehr als 900 Avatare sollen sich nach Angaben der Veranstalter angemeldet haben. Wie viele heute vor IBM-Gebäuden in "Second Life" aus welchen Gründen demonstrierten, ist schwer zu schätzen.

Reale Konflikte gelangen in den virtuellen Raum

"Das ist die erste Gewerkschaftsaktion in der virtuellen Welt", sagt der Generalsekretär der UNI, Philip Jennings. Und damit wird er Recht haben. Es wurden in der Vergangenheit zwar bereits Websites bestreikt und es gab Demonstrationen in Onlinespielen wie "Ultima Online" und "Sims Online", diese richteten sich jedoch entweder gegen den Betreiber des Spiels oder gegen unerwünschte Entwicklungen in der Welt. Auch in "Second Life" gab es bereits im Frühjahr eine große Demonstration, als die französische Rechtspartei "Front National" eine Dependance eröffnete - doch IBM kann sich wohl wirklich damit schmücken, der erste Konzern zu sein, der wegen realer Konflikte im virtuellen Raum angegriffen wird.

Dass es gerade IBM trifft, ist kein Zufall: Wie kein anderes Großunternehmen engagiert sich IBM in "Second Life". 10 Millionen Dollar will die Firma ausgeben, unter anderem um eine 3D-Welt zu entwickeln, in der IBM-Mitarbeiter sich treffen und miteinander arbeiten können. Es gibt sogar eine interne Liste von Verhaltensregeln für IBM-Mitarbeiter in "Second Life". IBM nimmt diese Welt ernst - deswegen ist eine Demonstration gegen den Konzern in "Second Life" für die Gewerkschaft nur konsequent: "Geschäfte wie IBM nutzen die Möglichkeiten des virtuellen Raums, um neue Kunden zu erreichen - aber ihnen gehört dieser Raum nicht alleine", sagt Philip Jennings. "Uns geht es darum, IBM dazu zu bringen, in Italien an den Verhandlungstisch zurückzukehren", fügt der Avatar "Union Mighty" hinzu, der früher in den USA für IBM gearbeitet hat und nun als amerikanischer Gewerkschaftler seine Ex-Kollegen beim Arbeitskampf unterstützt. "Wir können auch hier Druck auf IBM ausüben", sagt er weiter, "denn das hier hat Auswirkungen auf die reale Welt".

Eine stille Demonstration

Es ist eine stille Demonstration, langsam tickern Chattexte über den Bildschirm. Plötzlich schreckt ein schriller Warnton die Avatare auf. "DIE UMSÄTZE STEIGEN, UNSERE GEWINNBETEILIGUNG WIRD GEOPFERT!", skandiert ein Avatar. Andere rufen mit, doch schnell verstummt der Protest. Nach ein paar Minuten ist klar: Diese Form des Protests ist programmiert - der Warnton erklingt erneut, der Avatar schreit wieder los. Nun erschrickt niemand mehr. Auch IBM selbst klingt nicht eingeschüchtert. "IBM setzt auf markgerechte Bezahlung, die die Geschäftsergebnisse sowie die individuelle Leistung berücksichtigt", lautet auf stern.de-Anfrage die offizielle Stellungnahme des Konzerns zur Demonstration. Bleibt abzuwarten, wie solche Kundgebungen in einigen Jahren aussehen werden, wenn große Konzerne maßgebliche Teile ihrer Umsätze in virtuellen Welten machen könnten.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?