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Webreporter: Nach nur zehn Jahren schon museumsreif: das WWW

Es war einmal vor zehn Jahren - der Beginn des World Wide Web, wie wir es kennen. Seit ihrer Geburtsstunde hat die Technik eine rasante Entwicklung genommen - Grund genug, die wichtigsten Stationen des WWW fest zu halten. Wo ginge das besser als im Web?

Erinnern Sie sich noch an die erste Website, die Sie besucht haben? Wahrscheinlich die Startseite im Netscape Navigator oder die erste Microsoft-Homepage: Sie alle sehen, rückblickend betrachtet, seltsam steif und leer aus. Einen Rückblick auf die zehnjährige geschichte gibt das World Wide Web-Museum. Angefangen bei der Archäologie des Netzes um 1969 über die Zwischenstufen "MILNET", "NSFNET" bis hin zum eigentlichen WWW streift Autor Gerd Klaassen durch die Entwicklungsstufen des Netzes. Zu bewundern sind Screenshots von alten, schon fast vergessen geglaubten Sites. So findet man im Kapitel "Websites" nicht nur visuelle Kuriositäten: Hier erfährt man, dass die Fußball-Bundesliga ihr erstes virtuelles Zuhause beim Lehrstuhl für Informatik der Uni Dortmund fand. Für Nostalgiker stellt Klaassen Downloads von Uralt-Programmen wie zum Beispiel der ersten Version des Netscape Navigators bereit.

Gute Grundlage

Für alle, die Historie in Zahlen und Fakten spannend finden, haben die Macher von w3.org die Entwicklung vom WWW chronologisch dargestellt. Als Startpunkt deklarieren die Autoren das Jahr 1945 und informieren den User in kleinen Schritten bis ins Jahr 1995 über Entwicklungen, Durchbrüche und Rückschläge. Einzige "Spielerei" der Seite sind die Links zu anderen Sites, so dass die puristisch anmutende Chronologie als Ausgangspunkt für eine reichhaltige Recherche im Web genutzt werden kann.

Bunte Information

Bunter, animierter und verspielter geht es auf der Site von Gregory R. Gromov zu. Er beschreibt die Geschichte des Internets unter dem Titel "History of Internet and WWW". In englischer Sprache informiert Gromoy über Entstehung und Entwicklung durch bunten Text, Bildchen und Schaltpläne der ersten Netzwerkstrukturen. In aller Ausführlichkeit werden hier die kleinsten Schritte auf dem Weg zum großen WWW beschrieben und dokumentiert. Der scheinbar ausgeprägte Gestaltungssinn des Autoren dient allerdings nicht der Übersichtlichkeit des Angebots.

Inernet-Evangelist mit Fundament

Die wohl umfassendste Aufarbeitung der Geschichte des WWW hat der "Internet-Evangelist" Robert Hobbes Zakon geleistet. Ähnlich wie die Autoren von w3.org fasst Zakon die Geschichte des Web von 1957 bis 2000 zusammen. Die deutsche Übersetzung des englischen Klassikers hat Michael Kaul angefertigt. "Eine Zeitgeschichte des Internet, die die Schlüsselereignisse und Technologien heraushebt, die das Internet entstehen ließen, wie wir es heute kennen" so Kaul über die Arbeit Zakons. Ohne großes Drumherum wird der User durch die wichtigsten Stationen geführt. Doch auch Details bleiben nicht auf der Strecke: So erfährt man zum Beispiel, dass Königin Elizabeth II. von England im Februar 1976 aus den USA eine E-Mail nach England schickte. Die Statistik kommt auch nicht zu kurz: Tabellen und Grafiken zum Wachstum der Hosts, Domains und Networks runden das Angebot ab.

Katarina Rathert