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Zehn Jahre Google: Als Google laufen lernte

Die größte Suchmaschine der Welt wird zehn Jahre alt. Ein weitgehend unveröffentlichtes Interview von damals zeigt, dass sich das Gründer-Duo nie um eine Bauchlandung Sorgen gemacht hat. Auch das Pappschild neben der Türklingel verriet, dass die beiden Elite-Doktoranden fest an ihre Mission glaubten.

Von Karsten Lemm

Sie hocken in der Küche und basteln an einer Revolution: Zwei Doktoranden der kalifornischen Elite-Uni Stanford haben sich eine neue, bessere Methode einfallen lassen, das Internet zu durchsuchen, und nun sitzen sie zusammen mit ein paar Kumpeln vor ihren PCs, zwischen Toaster, Mikrowelle und Kaffeemaschine, um aus ihrer Idee ein Geschäft zu machen. Acht Leute zählt das komplette Team, es lohnt noch nicht, ein Büro zu mieten; deshalb dient dieses Einfamilienhaus in Menlo Park, mitten im Silicon Valley, als vorläufige Firmenzentrale - und in der Küche finden alle Platz.

Es ist Januar 1999, und die Welt hat von Google noch nie gehört. Sie weiß nur, dass alles, was auf Dotcom endet, Ruhm und Reichtum verspricht. Die Helden der Wirtschaftsnachrichten heißen Netscape und Yahoo, Excite und AOL; deren Gründer sind Instant-Millionäre geworden, Popstars eines neuen Zeitalters der grenzenlosen Informationen. Keiner kann ahnen, dass Google bald heller strahlen wird als sie alle - nur die beiden unvollendeten Stanford-Studenten, Sergey Brin und Larry Page, scheinen sich ihrer Sache schon damals ziemlich sicher: "Es gibt keinen Grund, tief zu stapeln", erklären sie Stern-Mitarbeiter Karsten Lemm, der sie für eine Recherche über das Silicon Valley besucht. "Wenn wir es richtig angehen, können wir mit einem großen Sprung alle anderen überholen."

So erscheint im Rückblick auch das Pappschild neben der Türklingel nur konsequent: "Google Welt-Hauptquartier" steht dort in großen Buchstaben - handgemalt. Auch die Visitenkarten der Gründer stammen noch aus dem Tintendrucker, doch ihre Mission haben Brin und Page, damals 25 und 26 Jahre alt, schon fest im Blick, wie Auszüge aus dem bisher weitgehend unveröffentlichten Gespräch zeigen.

Lesen Sie auf der folgenden Seite das vollständige Interview mit den Google-Gründern.

Wozu noch eine neue Suchmaschine? Es gibt doch schon AltaVista, Lycos und viele andere - kommt Google nicht zu spät?

Larry Page: Vieles lässt sich noch deutlich verbessern, und Suchen ist eine der Hauptanwendungen im Internet. Da bietet sich noch eine große Chance, denn es macht wirklich einen Unterschied, wie gut die Qualität der Ergebnisse ist. Menschen fällen Entscheidungen auf der Basis von Informationen, die sie im Internet finden. Damit nehmen Firmen, die ihnen diese Informationen vermitteln, eine Schlüsselrolle ein. Die Technologie ist nicht leicht zu entwickeln, und wir glauben, dass wir die beste Suchmaschine haben.

Im September 1998, als Google gegründet wird, ist es häufig Glücksache, Informationen zu finden. Populäre Suchmaschinen wie AltaVista und Excite verlassen sich im Wesentlichen auf das Sammeln und Auswerten von Stichworten. Erst Google führt eine Gewichtung ein: Seiten rutschen auf der Trefferliste nach oben, wenn viele andere Seiten auf sie verweisen. Dieses Prinzip liefert deutlich bessere Ergebnisse, die Google schnell populär machen. Heute liegt der ehemalige Nachzügler weit vor Yahoo!, Microsoft und Ask. In Deutschland wickelt Google etwa 80 Prozent aller Suchanfragen ab.

Woher kommt der Name Google?

Larry Page: Wir arbeiten mit großen Zahlen, das wollten wir auch in unserem Namen wiedergeben. Aber die meisten großen Zahlen sind als Internetadresse schon vergeben - auch Googol, das ist die korrekte Schreibweise für eine 1 mit hundert Nullen.

Sergey Brin

: Wir wollten etwas, das so ähnlich ist, also haben wir Google gewählt. Das sieht besser aus, man kann es als Markennamen schützen, es hat viele Vorteile. Und die meisten schreiben Googol ohnehin "Google".

War es schwer, Startkapital für die Firmengründung zu finden?

Sergey Brin: Wir haben mehr bekommen, als wir erwartet hatten. Im Grunde mussten wir nur mit ein paar Leuten sprechen. Wir haben auch einen Geschäftsplan ausgearbeitet, aber im Grunde hat niemand danach gefragt. Neulich kam eine E-Mail von einem Investor, der wissen wollte: "Sagt mal, habt ihr eigentlich einen Geschäftsplan? Ich glaube, ich habe nie einen gesehen."

Larry Page

: Man sollte vielleicht dazusagen: Wir haben all diesen Leuten genau erklärt, was wir vorhaben, sie haben gute Fragen gestellt, und sie verstehen genug von der Sache, um beurteilen zu können, was wir machen.

Sergey Brin

: Außerdem haben wir einen Prototypen, den wir zeigen können. Das alles basiert ja auf drei Jahren Forschung.

Larry Page

: Und wir kennen viele Leute im Silicon Valley. Wir sind nicht einfach zwei Studenten, die ankommen und sagen: "Hey, gebt uns mal Geld!"

Sergey Brin

: Alle, mit denen wir gesprochen haben, wollten investieren. Ohne Ausnahme. Jeden Tag kommen fünf bis zehn E-Mails von potenziellen Geldgebern. Wir sammeln die Namen, denn im Augenblick brauchen wir keine neue Finanzierungsrunde. Irgendwann müssen wir sehen, was wir machen - es wäre nicht sehr sinnvoll, Hunderte von Privatinvestoren zu haben.

Den ersten Scheck stellte Brin und Page am 26. August 1998 ein Deutscher aus: der Cisco-Mitgründer Andreas von Bechtolsheim, ein Bekannter ihres Stanford-Doktorvaters. Bechtolsheim war so begeistert von der Vorführung der neuen Suchmaschine, dass er zu seinem Porsche lief, das Scheckbuch aus dem Handschuhfach zog und die Summe von 100.000 Dollar auf Scheck Nr. 4642 schrieb. Nur der Empfänger war unklar - Brin und Page hatten noch keine Firma gegründet. Bechtolsheim schrieb kurzerhand "Google, Inc." auf sein Wertpapier, und um an das Geld zu kommen, ließen die Studenten am 7. September 1998 ihre Firma in das Handelsregister eintragen. Zum Zeitpunkt des Gesprächs im Januar 1999 hatten sich noch drei weitere private Geldgeber gefunden. Als die Google-Gründer einige Monate später frisches Kapital suchten, bekamen sie 25 Millionen Dollar von hochkarätigen Risiko-Investoren wie Kleiner Perkins und Sequoia Capital.

Wo sehen Sie sich in, sagen wir, fünf Jahren?

Sergey Brin: Das ist natürlich sehr weit weg. Aber wir können von Google in vielerlei Hinsicht profitieren, nicht nur finanziell. Zum Beispiel durch die Erfahrung, die wir sammeln, und natürlich ist es auch sehr aufregend. Ich hatte Spaß an meinem Doktorandenleben, aber hier kümmern wir uns um vieles, das über die reine Technik hinausgeht. Ganz wichtig ist auch der Aspekt, mit der Welt zu teilen, was wir entwickelt haben. Das ist ebenfalls enorm aufregend, und wir glauben, Google hat das Potenzial, unser aller Leben für immer zu verändern.

Larry Page

: Darauf kommt es mir persönlich besonders an. Suchmaschinen bestimmen, welche Informationen Menschen zu sehen bekommen. Man muss denen, die diese Aufgabe übernehmen, vertrauen können. Das war für uns beide ein wesentlicher Antrieb, die Firma zu gründen: Wir glauben, dass wir bessere Suchergebnisse liefern können und dass wir damit etwas Wichtiges für die ganze Welt leisten.

Was passiert, wenn die Sache schiefgeht?

Larry Page: Unser persönliches Risiko ist gering. Scheitern wird im Silicon Valley niemandem angelastet; es gilt eher als Auszeichnung, dass man etwas versucht hat.

Sergey Brin

: Das größte Risiko ist die Zeit, die wir aufbringen. Wir arbeiten viel härter, als wir das in einem normalen Job tun würden. Anfangs waren es mehr als zwölf Stunden am Tag, sechs Tage pro Woche. Wir programmieren, wir suchen Geldgeber, wir kaufen Computer, wir bringen den Müll raus - alles, was so anfällt. Wir versuchen jetzt allerdings, auf unter 60 Stunden pro Woche zu kommen, weil es nicht unbedingt produktiv ist, wenn man ständig arbeitet.

Das Ziel ist irgendwann ein Börsengang?

Larry Page: Ja, natürlich.

Sergey Brin

: Es gibt verschiedene Wege, die wir mit Google nehmen können. Eine Möglichkeit wäre, dass wir uns kaufen lassen. Eine andere ist ein Börsengang. Unsere Investoren sprechen manchmal über Termine dafür - den Tag, an dem sie für ihren Einsatz belohnt werden. Aber niemand erwartet, dass wir Gewinn machen und eine Rendite zahlen - das liegt viel zu weit in der Zukunft. Es macht auch keinen Sinn, schnell profitabel zu werden und klein zu bleiben.

Larry Page

: Es ist ja ganz klar: Wer der ganzen Welt einen Dienst erweisen will, muss als Unternehmen eine gewisse Größe besitzen.

Aus anfangs acht Mitarbeitern sind fast 20.000 geworden, die sich um weit mehr kümmern als nur Suchen: E-Mail, Fotos, Landkarten, Nachrichten, Videos und vieles mehr gehört heute zum ständig wachsenden Google-Reich - seit neuestem sogar ein eigener Web-Browser. Der Börsengang im August 2004 machte Brin und Page über Nacht zu Milliardären. Derzeit stehen sie mit einem geschätzten Vermögen von jeweils 18,5 Milliarden Dollar auf Platz 5 der "Forbes"-Liste der reichsten Amerikaner.

Wie will Google Geld verdienen?

Sergey Brin: Darüber denken wir gerade nach. Eine Möglichkeit sind Anzeigen - aber solche, die unsere Nutzer hilfreich finden und das Laden der Seiten nicht bremsen. So könnten wir Geld einnehmen, ohne jemanden zu vergraulen.

Nützliche Anzeigen? Anfang 1999 drehte sich alles nur um Portale, die Besucher anlockten, um ihnen Werbebanner unter die Nase zu halten. Doch Google stellte die Welt erfolgreich auf den Kopf: Heute macht das Unternehmen mit Textanzeigen, die neben der Trefferliste erscheinen, ein Vermögen. Obendrein vermarktet Google über sein "AdSense"-Programm Anzeigen auf etlichen Partner-Webseiten. So kamen 2007 fast 17 Milliarden Dollar Umsatz zusammen, und allein für April bis Juni dieses Jahres meldete Google 5,4 Milliarden Dollar an Einnahmen - ein Plus von fast 40 Prozent. Googles nächster Verfolger, Yahoo, hinkt mit 7 Milliarden Dollar Jahresumsatz weit hinterher, während Microsoft mit 60 Milliarden noch deutlich größer ist als sein Herausforderer aus dem Silicon Valley.

Wie weit könnte Google es einmal bringen?

Sergey Brin: Wir wollen so groß werden wie Yahoo, Amazon oder AOL. Keine Frage: Wir wollen die Nummer Eins unter den Suchmaschinen werden, und ich denke, dass wir das auch relativ schnell schaffen können. Wie es anschließend weitergeht - schwer zu sagen...

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(