HOME

Webzugriffe: Das iPhone drängt Linux ins Abseits

Handynutzer wollen mit ihren Geräten nicht nur telefonieren. Mit dem iPhone und dem iPod Touch hat Apple bei den Nutzern den Spaß am Surfen entfacht - und drängt beim mobilen Internetzugriff in die Domäne von Linux vor.

Von Martin Ottomeier und Arndt Ohler

Noch steht einfach "iPhone 3G" auf der großen Leinwand. Doch dann blitzt ein Sternchen auf, ein S in einem Kästchen taucht hinter dem Handynamen auf, und der Saal jubelt. Dreimal muss Apples Marketingvorstand Philip Schiller ansetzen, bis er die Erklärung liefern kann. "Das S steht einfach für Speed - es ist das leistungsfähigste und schnellste iPhone, das wir je gemacht haben", sagt er in den Applaus. Deutlich schneller als bisher kann man damit im Web surfen.

Der Internetzugriff ist eine der wichtigsten Funktionen des iPhone. Wie stark die Nutzung zum Browsen zunimmt, zeigen aktuelle Zahlen der Internetmarktforschungsfirma Net Applications. Binnen eines Jahres hat sich der Marktanteil von iPhone und iPod Touch beim Internetzugriff zusammengenommen auf 0,75 Prozent fast vervierfacht. Setzt sich das Tempo fort, könnten die Geräte beim Internetzugriff Platz drei erobern und Linux überholen, das in diesem Zeitraum bei rund einem Prozent stagniert. Dominiert wird der Web-Zugriff aber weiter von PC mit Windows oder von Apple-PC.

Linux kann auf Dauer offensichtlich nicht vom Boom der Netbooks profitieren. "Die Anwender sind so sehr an Windows gewöhnt, dass sie Linux keine Chance geben", sagt Meike Escherich, Analystin beim IT-Beratungsunternehmen Gartner. Dabei sei ein Netbook das ideale Gerät für Linux. Doch nur knapp fünf Prozent Marktanteil prognostizieren die IT-Marktforscher von IDC für Linux auf den besonders kleinen und preiswerten Mobilcomputern - ein Spiegelbild der Erfolglosigkeit im PC-Markt insgesamt. Windows in seinen verschiedenen Varianten soll zusammen 95 Prozent erreichen.

Kompliziertes Linux

Für viele Nutzer sind auch die modernen Varianten von Linux oft zu kompliziert. Sie möchten auch unterwegs beliebte Standardanwendungen nutzen, die es oft nur für Windows gibt. Zudem ist das Zusammenspiel mit externen Geräten wie Druckern oft nicht so einfach wie unter dem marktbeherrschenden Microsoft-Betriebssystem. Als Konsequenz tauschte die britische Handelskette Carphone Warehouse vor einigen Monaten auf allen Netbooks ein Linux-System gegen Windows XP. Kunden hatten die Computer zu oft zurückgegeben, weil sie mit Linux nicht zurechtkamen. Zudem häuften sich Serviceanfragen.

Stattdessen boomt der Internetzugriff mit den mobilen Endgeräten. Ein Trend, der Experten zufolge anhalten dürfte. "Handys sind allgegenwärtig", sagt Ben Wood, Analyst bei der Marktforschungsfirma CCS Insight. "In ein paar Jahren wird praktisch jeder ein Internet-fähiges Handy oder Smartphone haben und damit gelegentlich im Web surfen", sagt Escherich.

Betreiber von Websites haben auf den Ansturm mittlerweile reagiert. So haben viele Nachrichtenwebsites und Informationsdienste für Handys optimierte Websites entworfen. Einige Unternehmen wie Reuters haben sogar kleine Programme zum Beispiel für das iPhone-Betriebssystem programmiert. Nutzer müssen daher oft nicht mehr einen Browser öffnen, um ins Internet zu gelangen.

Als Reaktion auf den Erfolg des iPhone haben Konkurrenten wie Research In Motion, HTC oder Nokia aufgerüstet. Mittlerweile ist die schnelle und einfache Webnutzung zu einem der wichtigsten Kriterien bei den oft teuren Alleskönnern geworden. Laut Net Applications wächst die Internetnutzung auf HTC-Handys mit Googles Betriebssystem Android in den ersten Monaten fast genauso schnell wie beim iPhone am Anfang.

Doch die Pionierarbeit beim Handy-Surfen leistete Apple. Der US-Konzern habe bewiesen, dass sich auch über einen relativ kleinen Bildschirm das Internet gut nutzen lasse, sagt Woods. "Das iPhone hat enorm verändert, was Nutzer von einem Telefon erwarten."

stern.de-App

Wer auch unterwegs nicht auf die Meldungen von stern.de verzichten möchte, sich die kostenlose App für iPhone, iPod Touch oder Android-Geräte herunter landen.

Hier erfahren Sie, wie das funktioniert.

FTD
Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.