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iPad Air 2 und 5K-iMac vorgestellt: Apple macht‘s schlank und scharf

Apple hat das iPad Air 2 vorgestellt, das dünner und schneller ist als der Vorgänger. Das Highlight war aber der neue, ultrascharfe iMac mit 5K-Bildschirm. Alle Neuigkeiten im Überblick.

Von Christoph Fröhlich

Mit dem iPad Air 2 bringt Apple das bisher dünnste Tablet der Welt heraus - es ist nur 6,1 Millimeter dick

Mit dem iPad Air 2 bringt Apple das bisher dünnste Tablet der Welt heraus - es ist nur 6,1 Millimeter dick

Fünf Wochen nach dem iPhone 6 hatte Apple erneut nach Cupertino geladen, um vor dem Weihnachtsgeschäft neue Geräte vorzustellen. Tim Cook schraubte die Erwartungen gleich zu Beginn hoch, indem er das "beste Lineup aller Zeiten" versprach. Im Gepäck hatte er diesmal zwei neue iPads, einen überarbeiteten Mac Mini, das Mac-Betriebssystem OS X Yosemite - und einen nagelneuen iMac mit ultrahochauflösendem Display.

iPad Air 2: Schlank und scharf

Das neue iPad ist laut Apple das "dünnste Tablet der Welt". Es ist 18 Prozent schlanker als der Vorgänger und misst 6,1 Millimeter (altes iPad Air: 7,5 Millimeter). Das Gewicht beträgt in der Wlan-Fassung 437 Gramm. Um das Tablet so schlank zu bekommen, hat Apple das Deckglas und das Display dichter aneinandergeklebt. Das hat auch einen weiteren Vorteil: Der Bildschirm spiegelt 56 Prozent weniger, was vor allem beim Lesen im direkten Sonnenlicht vorteilhaft ist. Eine höhere Retina-HD-Auflösung wie etwa das iPhone 6 hat das neue iPad Air 2 aber nicht. Trotz der dünneren Bauweise verspricht Apple eine Akkulaufzeit von 10 Stunden.

Im Inneren steckt der neue A8X-Prozessor, der 40 Prozent schneller als der A7-Chip ist. Die Grafikleistung ist zweieinhalb Mal höher. Vor allem Gamer dürften sich über die höhere Rechenpower freuen. Dem Kern steht der M8-Prozessor zur Seite, den man bereits aus den neuen iPhones kennt. Er entlastet den Haupt-Chip, indem er die Bewegungen des Nutzers analysiert, außerdem kalibriert er die Sensoren.

Längst überfällig war die Integration von TouchID. Der Fingerabdruckscanner ist nun in beiden neuen iPads an Bord und kann zum Online-Shoppen via Apple Pay oder zum schnelleren Entsperren des Geräts genutzt werden.

Auch die Kameras wurden auf Vordermann gebracht: Die Rückkamera knipst nun mit acht Megapixeln, hat eine f/2.4-Blende und ist in der Lage, Full-HD-Videos sowie Zeitraffer- und Zeitlupenaufnahmen zu filmen. Die neue Frontkamera unterstützt nun Burst-Aufnahmen, dabei werden schnell hintereinander mehrere Fotos geschossen, das iPad sucht anschließend den gelungensten Schnappschuss heraus.

Das iPad Air 2 ist in Silber, Gold und Grau erhältlich. Das kleinste Modell mit Wlan und 16 Gigabyte kostet 489 Euro, das größte Modell mit 128 Gb und LTE kostet stolze 809 Euro.

iPad Mini 3: Wenig Neues beim Kleinen

Das iPad Mini 3 wurde nur marginal überarbeitet: An Bord ist ebenfalls der Fingerabdruckscanner TouchID, zudem gibt es das Gerät nun in Gold. Im Inneren steckt noch der A7-Chip aus dem Vorgänger, auch beim Winztablet hat sich die Auflösung nicht erhöht. Das Einsteigermodell (16Gb, Wlan) kostet 389 Euro, die beste Version (128 GB, LTE) schlägt mit 709 Euro zu Buche.

iMac Retina: Der Pixelkönig

Der Star des Abends war der neue iMac mit ultrahochauflösendem 5K-Display: Am Design des Desktop-Computers hat sich kaum etwas geändert, er misst am Rand fünf Millimeter. Der Bildschirm allerdings ist eine Wucht, laut Apple ist es das schärfste Display der Welt. Es hat eine Auflösung von 5210 x 2880 Pixeln. Zur besseren Einordnung: Das sind siebenmal mehr Bildpunkte als ein handelsüblicher Full-HD-Fernseher schafft und immer noch 67 Prozent mehr als aktuelle 4K-Fernseher.

Um so viele Bildpunkte auf 27 Zoll darzustellen, musste Apple unter anderem eine neue Hintergrundbeleuchtung erfinden, die trotz der höheren Pixelzahl und Kontraste 30 Prozent weniger Strom verbraucht. Die Hardware ist zudem 45 Prozent schneller geworden: In der kleinsten Version steckt ein 3,5 Gigahertz schneller i5-Prozessor und eine Radeon-M290-Grafikkarte. Dafür muss man tief in die Tasche greifen: Das Gerät kostet ab 2599 Euro.

OS X Yosemite: Jetzt wird‘s flach

Das dazugehörige Mac-Betriebssystem OS X Yosemite wurde direkt nach der Keynote zum Download freigegeben. Das Dock am unteren Bildschirmrand geht zurück zum flachen Design früherer OS-Tage: Es gibt kein Brett mit dreidimensionalen Objekten mehr, sondern eine Leiste mit Icons im Flat-Look. Das Aussehen ist bunt und minimalistisch, aber nicht ganz so zurückgenommen wie bei iOS 7. Die Fenster sind teilweise transparent, neben dem üblichen silbern-weißen Design gibt es einen "Dark Mode" für alle, die es lieber schwarz mögen oder viel im Dunkeln arbeiten. Die "Spotlight"-Lupe öffnet unter Yosemite eine Suchzeile mitten auf dem Desktop, unter der eine Vorschau des Gesuchten angezeigt wird, noch während man tippt.

Die wohl wichtigste Neuerung bei OS X Yosemite nennt Apple "Continuity" ("Kontinuität"). Damit ist die ständige Synchronisierung zwischen dem Mac und mobilen Geräten wie iPhone und iPad gemeint. Ein Beispiel: Man kann am Mac anfangen, eine E-Mail zu schreiben - und macht auf dem iPhone im Bus dort weiter, wo man aufgehört hat. Diese Funktion nennt Apple "Handoff". Eine andere heißt "Instant Hotspot": iPhones und iPads mit mobilem Internet können nun noch leichter als mobiler Wlan-Router benutzt werden. Direkt vom Mac aus lässt sich ihre Hotspot-Funktion einschalten, ohne das Gerät in die Hand nehmen zu müssen.

Das interessanteste Synchronistations-Feature: SMS aus der "Messages"-App lassen sich nun auch auf dem Mac empfangen und beantworten. Das gleiche gilt für Anrufe: Man kann sie am Computer entgegennehmen – und sogar Nummern anrufen. Zum Beispiel um einen Tisch bei einem Restaurant zu reservieren, dessen Nummer man auf einer Website gefunden hat.

Weitere Neuerungen: Das Musikprogramm iTunes hat einen neuen Look spendiert bekommen, der Safari-Browser ist schneller und das Email-Programm kann nun bis zu fünf Gigabyte große Anhänge verschicken.

Apple Pay

Neues gab es auch vom Bezahldienst Apple Pay: Der Dienst startet am Montag, allerdings vorerst nur in den USA. Unterstützt werden die die drei großen Kreditkartenunternehmen Visa, Mastercard und American Express sowie 500 weitere Banken. In dutzenden Shops, darunter McDonalds, Subway und Disney, kann man demnächst mit dem iPhone 6 zahlen. Ob und wann die Technologie in Deutschland startet, ist nicht bekannt.