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Auf jedem iPhone vorinstalliert: Apple baut seinen Kartendienst radikal um

Apple hat angekündigt, den auf jedem iPhone vorinstallierten Kartendienst Apple Maps radikal umzubauen. Mit genaueren Daten will man "den besten Kartendienst der Welt" bauen. Bis deutsche Nutzer davon profitieren, wird es aber noch eine Weile dauern.

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Normalerweise äußert sich Apple nur selten zu Plänen für die Zukunft. Noch dazu kurz nach einer großen Keynote, wie der vor vier Wochen stattgefundenen Entwicklerkonferenz WWDC, auf der unter anderem iOS 12 und das neue Mac-Betriebssystem Mojave vorgestellt wurden. Doch eine Nachricht war dem Konzern offenbar so wichtig, dass er sie außer der Reihe bekannt gab: Der hauseigene Kartendienst Apple Maps wird von Grund auf neu gebaut. Das bestätigte Eddy Cue, Senior Vice President von Apple und zuständig für die Online-Dienste, nun gegenüber dem US-Technikportal "Techcrunch".

Das Ziel: "Der beste Kartendienst der Welt"

Apple Maps hatte nicht den besten Start. Als der Dienst im Herbst 2012 auf iPhone und iPad kam, war er voller Fehler. Am Ende musste sich Tim Cook persönlich bei den Nutzern entschuldigen und ermutigte Nutzer, alternative Kartendienste auszuprobieren. 

Seitdem ist jedoch viel passiert: Der Dienst wurde konstant erweitert und es wurde viel Geld investiert, betonte nun auch nochmal Eddy Cue. "Als wir starteten, ging es vor allem darum, wie man an einen bestimmten Ort gelangt. […]", so der Manager. Millionen von Orten wurden hinzugefügt und das Kartenmaterial wurde in den vergangenen sechs Jahren regelmäßig aktualisiert.

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Ruhe im Kino

"Nicht stören" wird in iOS 12 noch praktischer. Hält man das Halbmond-Symbol im Kontrollzentrum gedrückt, erscheint eine Auswahl, wie lange der Modus eingeschaltet bleiben soll - und die neue Möglichkeit, ihn bis zum Verlassen des aktuellen Ortes aktiv zu lassen. So herrscht im Kinosaal oder dem Restaurant Ruhe.

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Nun wolle der Konzern "das Ganze auf das nächste Level heben", sagt Cue. Die Messlatte liegt hoch: "Wir haben daran gearbeitet, den hoffentlich besten Kartendienst der Welt zu entwickeln." Dafür baue das Unternehmen die wesentlichen Teile von Apple Maps komplett neu auf, der Prozess dauert bereits vier Jahre an, schreibt "Techcrunch". 

Mit eigenen Fahrzeugen zeichnet Apple bereits seit mehreren Jahren Daten auf, wodurch der Konzern nicht ausschließlich auf andere Unternehmen angewiesen ist. Mit dem neuen Apple Maps sollen Baustellen oder Fußgängerwege leichter zu erkennen sein, zudem soll die Suche verbessert werden.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte Apple, weiterhin mit dem Navigationsanbieter TomTom zusammenarbeiten zu wollen. Details zur Zusammenarbeit sind nicht bekannt.

Zunächst nur in den USA

Konkreter wurde Apple beim angepeilten Zeitplan: Bis Herbst 2018 - dann wird auch iOS 12 offiziell zum Download angeboten - soll neues Kartenmaterial für den Bereich Nordkalifornien vorliegen. Im kommenden Jahr sollen weitere US-Bundesstaaten dazukommen. Wann europäische Nutzer von den Verbesserungen profitieren werden, ist bislang unklar.

Der Kampf der Kartendienste dauert immer noch an: Google stellte auf der Entwicklerkonferenz I/O neue Funktionen für Google Maps vor, seit vergangener Woche sind die Features auch in Deutschland live.