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Fünfjähriges Jubiläum: Fünf Fakten zu Apples App Store

Apples Softwareladen App Store begann vor fünf Jahren, die gesamte Smartphone-Industrie komplett umzukrempeln. Zum Jubiläum gibt es fünf Fakten, die Sie vielleicht noch nicht kennen.

Von Christoph Fröhlich

Auf welchem Parkplatz steht das Auto? Welches Lied läuft gerade im Supermarkt? Wann fährt der nächste Zug? Für Smartphone-User sind solche Fragen oft kein Problem: "There's an App for that" ("Dafür gibt es eine App"). Mittlerweile tummeln sich auf Telefonen Dutzende der kleinen bunten Symbole, und täglich wird das Angebot größer. Es gibt Promillerechner, Blitzer-Apps und Programme, die einem sagen, wann man im Film am besten aufs Klo geht, ohne zu viel von der Handlung zu verpassen. Dabei ist der App Store, der für iPhone-User heute selbstverständlich ist, erst fünf Jahre alt. Am 10. Juli 2008 startete Apples Softwareladen in 62 Ländern. Hier sind fünf Fakten über das Geburtstagskind, die Sie vielleicht noch nicht kennen

1. Steve Jobs wollte den App Store gar nicht

Eine Kamera-Anwendung, Börsenkurse, Google Maps, eine kleine Wetter-Übersicht: Beim ersten iPhone war das Software-Angebot vergleichsweise mau. Den App Store für iPhone, iPad und iPod Touch, gab es zur Einführung im Juni 2007 noch nicht. Erst im Sommer 2008 startete Apple den Softwareladen. Dabei wollte Steve Jobs die Plattform ursprünglich gar nicht haben, schreibt sein Biograph Walter Isaacson: Er habe sich Sorgen gemacht, dass Anwendungen fremder Entwickler Viren enthalten können oder die User verunsichern würden. Die Sorge ist aus heutiger Sicht nicht unbegründet: Google hat in seinem Play Store deutlich laxere Regelungen als Apple und deshalb immer wieder mit Fake-Apps und Betrügern zu kämpfen. Erst nach langer Überzeugungsarbeit soll der Apple-Gründer eingelenkt haben.

2. Die Sache mit den Schlumpfbeeren

Teuer wurde für Apple vor zwei Jahren der Fall der achtjährigen Madison aus den USA. Die Zweitklässlerin liebte es, auf dem iPad das kostenlose Game "Das Schlumpfdorf" zu spielen. Darin ernähren sich die Schlümpfe von roten Früchten, den sogenannten Schlumpfbeeren. Das klingt niedlich, wurde für Madisons Eltern aber richtig teuer: Unbeabsichtigt kaufte die Achtjährige in dem Spiel virtuelle Beeren für 1400 US-Dollar. Nachdem sich die Mutter beschwert hatte, gab es eine einmalige Rückzahlung. Doch auch anderen Usern kamen kostenlose Spielchen mit In-App-Käufen teuer zu stehen. Apple legte eine Sammelklage zu den Vorwürfen jüngst mit einer Zahlung von bis zu 100 Millionen Dollar bei. Mittlerweile ist es möglich, dass Eltern den Kauf von zusätzlichen Bezahlinhalten vorab sperren können. Weitere Informationen findet man in Apples Eltern-Leitfaden.

3. Pro Sekunde 800 Downloads

Zum Start des App Stores vor fünf Jahren gab es gerade einmal 500 Apps. Innerhalb eines Jahres vervielfachte sich das Angebot auf 50.000 Anwendungen, heute gibt es mehr als 900.000 Stück. Knapp die Hälfte davon ist für das iPad optimiert. Am ersten Wochenende wurden 10 Millionen Apps geladen, aktuell sind es knapp zwei Milliarden pro Monat. Das sind etwa 217 Millionen Downloads am Tag oder mehr als 800 pro Sekunde. Für die User ist das große App-Angebot praktisch, für die Entwickler eine Goldgrube: Bis heute wurden laut Apple mehr als zehn Milliarden US-Dollar ausbezahlt. Dass sich der App Store zu einer Multimilliarden-Dollar-Maschine entwickeln würde, hat selbst Steve Jobs nicht erwartet: Die 30 Prozent Kommission, die Apple bei jedem Einkauf einbehält, seien nicht zum Geldverdienen da, betonte er anfangs. Man hoffte lediglich, die Plattform einigermaßen kostendeckend betreiben zu können.

4. Apple machte einen Kieler zum Millionär

Ein kugelrunder, flügellahmer Vogel, der über bunte Inseln rutscht - mehr braucht es nicht für eine Millionenidee. Sieben Monate tüftelte der Kieler Kommunikationsdesigner Andreas Illiger an dem Spiel "Tiny Wings", das Game erschien im Februar 2011 im App Store und erreichte den ersten Platz der meistverkauften Apps in 49 Ländern. Mehrere Millionen Mal wurde das Spiel seitdem installiert. Illiger war vom Erfolg überwältigt: "Der erste Monat war wirklich gruselig", sagte der medienscheue Entwickler Monate später in einem seiner wenigen Interviews. Viel geändert hat sich trotz des riesigen Erfolgs für ihn nicht: "Ich lebe immer noch in einer kleinen Wohnung, habe kein Auto und keine Fahrerlaubnis, ich habe überhaupt nichts gekauft außer einen neuen Computer." Im Sommer 2012 brachte er die iPad-App "Tiny Wings HD" auf den Markt, womit ihm erneut der Sprung in die Top 10 gelang.

5. Die beliebtesten Apps

600 Millionen iOS-Geräte weltweit, 50 Milliarden heruntergeladene Apps - doch was sind die Dauerbrenner? Anlässlich des Jubiläums hat Apple die in Deutschland beliebtesten Apps aller Zeiten analysiert.

Top 10 Bezahl-Apps (iPhone)

1. Whatsapp
2. Doodle Jump
3. Angry Birds
4. Fruit Ninja
5. GPS Navigation 2
6. Cut the Rope
7. Akinator the Genie
8. Pflanzen gegen Zombies
9. Angry Birds Seasons
10. Pou

Top 10 Gratis-Apps (iPhone)

1. Facebook
2. Skype
3. Youtube
4. Shazam
5. eBay
6. DB Navigator
7. Amazon
8. Facebook-Messenger
9. barcoo
10. Google Earth

Top 10 Bezahl-Apps (iPad)

1. Pages
2. GoodReader for iPad
3. GarageBand
4. Numbers
5. Keynote
6. WeatherPro for iPad
7. iPhoto
8. Real Racing 2 HD
9. Angry Birds HD
10. Die Siedler HD

Top 10 Gratis-Apps (iPad)

1. Skype für das iPad
2. ebay für das iPad
3. Taschenrechner X Kostenlos
4. Google Earth
5. DB Navigator für iPad
6. Amazon Windowshop
7. wetter.com Weather HD Lite
8. TV Spielfilm - Das TV Programm fürs iPad
9. YouTube
10. Adobe Reader

Meistgeladene App 2008: Facebook
Meistgeladene Apps 2009: Facebook und Paper Toss
Meistgeladene App 2010: Angry Birds
Meistgeladene Apps 2011: Angry Birds und Fruit Ninja
Meistgeladene Apps 2012: Temple Run und Draw Something