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Handy-TV: "Frequenz zu besitzen, bedeutet Macht zu haben"

Handy-TV galt als einer der großen Trends des Jahres. Doch Streit um einen Übertragungsstandard scheint die Entwicklung des mobilen Fernsehens zu bremsen. Was sich hinter den Kulissen abspielt, erzählt im stern.de-Interview Jens Stender, Geschäftsführer des ersten deutschen Anbieters für Handy-TV.

Herr Stender, seit der Fußball-WM bieten Sie mobiles Fernsehen in verschiedenen deutschen Städten an. Wie hat sich das Projekt während der vergangenen Monate entwickelt?

Wir sind, auch auf ausdrücklichem Wunsch der Landesmedienanstalten, Anfang Juni in den WM-Städten mit mobilem Fernsehen gestartet. In eigener Regie. Und auf eigenes Risiko. Anschließend haben wir daran gearbeitet, die notwendige Sendenetz-Infrastruktur weiter auszubauen, so dass wir mittlerweile Mobile-TV in 15 Städten ausstrahlen. Gestartet haben wir das Projekt gemeinsam mit dem Service-Betreiber Debitel. Seit Mitte Oktober arbeiten wir zudem mit der Firma Mobilcom zusammen.

Wie viele Kunden nutzen Handy-TV?

Was den Vertrieb angeht, so kann es generell immer schneller angehen. Aber wenn man bedenkt, dass wir zunächst nur mit einem Vertriebspartner gestartet sind, so sind wir letztlich doch sehr zufrieden. Genaue Zahlen wollen unsere Vertriebspartner nicht veröffentlichen, aber es sind mehrere Tausend Nutzer. Gerade während der letzten Wochen hat es einen deutlichen Schub nach vorne gegeben.

Warum das?

Ich glaube, dass es in erster Linie an der neuen Preisstruktur liegt. Der Startpreis zur Fußball-WM war doch eher ambitioniert.

Haben Sie denn keinen Einfluss auf die Preise?

Nein, nicht direkt. Wir bieten einem Business-Partner ein Produkt an, nämlich "Watcha", einen Dienst für mobiles Fernsehen. Auf die Preise der Endgeräte sowie auf die Tarife haben wir aber letztlich keinen Einfluss. Das entscheiden einzig unsere Vertriebspartner Debitel oder Mobilcom. Wir nehmen jedoch an den Verhandlungen oftmals beratend teil.

Handy-TV kann sowohl mit dem DVB-H- als auch mit dem DMB-Standard betrieben werden. Warum haben Sie sich gerade für DMB entschieden?

Das ist eine spannende Frage, die gleich ins Zentrum der Diskussion führt. Wir haben uns nicht für einen bestimmten Standard entschieden. Vielmehr für ein Produkt - mobiles Fernsehen. Und um dieses zu realisieren, benötigt man Rundfunkfrequenzen. Als wir gestartet sind, haben wir uns alle Möglichkeiten für mobiles Fernsehen angeschaut. Dabei sind wir auf eine freie, wenn auch schmale Rundfunkfrequenz gestoßen, die bundesweit für Mobile-TV genutzt werden kann. Technisch ist diese Rundfunkfrequenz nur über den DMB-Standard zu nutzen. DMB kann jedoch weiter ausgebaut werden. Man kann via DMB auch große Frequenzbereiche mit vielen Programmen nutzen. DVB-H hingegen funktioniert nicht auf solch schmalen Bändern.

Würden Sie künftig auch den DVB-H-Standard unterstützen, sofern Ihnen die freien Kapazitäten zur Verfügung stünden?

Ja, sicher. Wir denken, dass man sich gar nicht für eine bestimmte Technologie entscheiden muss. Im Gegenteil. Daher haben wir uns auch als eines von sechs Unternehmen in Hamburg und weiteren Städten auf die DVB-H-Ausschreibung beworben. Wir sind fest davon überzeugt, dass es künftig Geräte geben wird, die Signale aus verschiedenen Bändern empfangen können. Der Nutzer kann damit dann sowohl über DMB als auch über DVB-H ausgestrahltes Programm empfangen. Das ist kein Hexenwerk.

Demnach können Ihrer Meinung nach künftig beide Bänder nebeneinander im Markt existieren?

Ja, genau so ist es. Dies ist nicht nur unsere Ansicht, sondern die Meinung von allen führenden politischen und wirtschaftlichen Kräften im Mobile-TV-Markt. Der Grund: Der flächendeckende Aufbau von DVB-H ist nicht rentabel, da zunächst - im Gegensatz zu DMB - die komplette Infrastruktur aufgebaut werden müsste. Und das ist schlichtweg zu teuer. Soweit uns bekannt ist, ist für DVB-H ein Start in ausgesuchten Ballungszentren geplant. Wir gehen nicht davon aus, dass DMB von DVB-H abgelöst wird.

Und doch wurde dies kürzlich in den Medien gegenteilig dargestellt.

Wir waren, gelinde gesprochen, schon etwas erstaunt, als wir den Bericht in der Financial Times Deutschland gelesen haben, der besagt, dass nach einem Treffen von Politik und Wirtschaft in Hamburg zukünftig der DVB-H Standard favorisiert werden solle. Das ist nicht der Fall. Wir haben an dem besagten Treffen, dem Runden Tisch zur Vergabe der digitalen Rundfunk-Frequenzen für Handy-TV, teilgenommen. Die Standards waren gar nicht Gegenstand der Beratungen. Mittlerweile gibt es dazu auch eine Gegendarstellung seitens der Pressestelle der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit, die das Treffen initiiert hatte.

Generell ist diese ganze Diskussion, ob DVB-H oder DMB, müßig. Hier geht es nicht um Technologien. Beide Standards können das Gleiche: bunte Bilder auf die Endgeräte bringen. Und es gibt schon jetzt Technologien, die beide Signale verarbeiten können. Offen gesprochen: Worum es in der ganzen Diskussion um Technik eigentlich geht, sind die Frequenzressourcen, die genutzt werden. Denn davon gibt es nur sehr wenige.

Also entwickelt sich hier eine Art Machtkampf zwischen Ihnen und den Netzbetreibern?

Es gibt mehrere Bewerber auf die kommenden Sendelizenzen. Unter anderem auch die Netzbetreiber und uns. Um auf Ihre Formulierung vom Machtkampf einzugehen: Frequenz zu besitzen, bedeutet Macht zu haben, ja. Und wer eine Frequenz hat, kann Märkte abschotten. Daran ist MFD aber gar nicht gelegen. Wir verfolgen das Ziel, eine offene Mobile-TV-Plattform im Markt zu etablieren, die sowohl auf der Inhaltesseite als auch auf der Vertriebsseite neuen und innovativen Gesellschaften Entfaltungsmöglichkeiten bietet.

Wir haben viel Geld investiert, haben ein Netz aufgebaut, bringen ein innovatives Produkt auf den Markt und sehen, dass es von Kunden nachgefragt wird. Und jetzt langsam erkennen auch die anderen Marktteilnehmer, dass wir Erfolg damit haben.

Wen meinen Sie mit den anderen Marktteilnehmern? Die Netzbetreiber?

Genau. Bei den Mobilfunknetzbetreibern löst das nicht nur Zustimmung aus. Dort ist man traditionell gewohnt, die Fäden selbst in der Hand zu haben. Derzeit sind wir aber die einzigen, die echtes Mobile-TV im Markt anbieten. Und wir sind weder von Mobilfunkbetreibern noch von Medienanbietern abhängig. Die Technologie-Frage wird in dieser Diskussion meiner Meinung nach oft nur vorgeschoben.

Entwickelt sich aus diesem Grund Handy-TV vergleichsweise langsam in Deutschland?

Zu sagen, Deutschland sei Entwicklungsland in diesem Bereich, ist wirklich falsch! Was richtig ist: Das bestehende Produkt wird nicht von den Netzbetreibern unterstützt. Und es wurde nicht von ihnen eingeführt. Aber wir haben es trotzdem gemeinsam mit den Landesmedienanstalten, Staatskanzleien und unseren Inhaltepartnern geschafft, ein Mobile-TV Produkt auf den Markt zu bringen. Als erstes Land in Europa. Und als zweites Land auf der Welt, hinter Korea.

Interview: Udo Lewalter
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.