Versteigerung Buhlen um Frequenzen für Funk-Internet


Die Bundesnetzagentur hat die Versteigerung der Frequenzen für Breitband-Funknetzwerke für lange Strecken begonnen. Sechs Interessenten bieten mit. Besonders im ländlichen Raum soll auf diese Weise schnelles Internet ermöglicht werden.

Die Bundesnetzagentur hat am Dienstagmorgen mit der Versteigerung der Frequenzen für den drahtlosen Zugang ins schnelle Internet begonnen. Sechs Interessenten konkurrieren um die Pakete. Die neue Technologie firmiert unter dem Namen "Broadband Wireless Access" (BWA) und wird vor allem in ländlichen Regionen eingesetzt, in denen der Bau eines DSL-Netzes unwirtschaftlich wäre. Drei der Bieter wollen drahtlose Breitbandanschlüsse bundesweit anbieten, die anderen nur regional beschränkt. Versteigert werden je vier Frequenzpakete in insgesamt 28 Regionen. Das Mindestgebot für alle 112 Pakete liegt bei insgesamt knapp 60 Millionen Euro.

Wie bei UMTS

Große Telefon- und Internetfirmen zählen nicht zu den Bietern. Zur Auktion zugelassen wurden die Clearwire Europe aus Luxemburg, die Deutsche Breitbanddienste GmbH (DBD), die EWE TEL GmbH, die Inquam Broadband GmbH, die MGM Productions Group aus Italien sowie die Televersa Online GmbH vor, wie die Bundesnetzagentur in Mainz bekannt gab. In den dortigen Räumen der Behörde wurden 2000 nach gleichem Verfahren auch die UMTS-Frequenzen versteigert. Allerdings werde die Versteigerung diesmal schneller ablaufen als bei der vielbeachteten UMTS-Versteigerung, sagte Behördenchef Matthias Kurth. Vor sechs Jahren hatten sich die großen Mobilfunkanbieter in drei Wochen hartnäckig überboten und sich Lizenzkosten in Milliardenhöhe aufgebürdet.

Die Auktion für die so genannten BWA-Frequenzen für den breitbandigen mobilen Netzzugang, die unter anderem für die Funkttechnik Wimax genutzt werden können, erfolgt simultan auf elektronischem Wege. "Die Versteigerung hat erhebliche Bedeutung für die künftige Versorgung der Bevölkerung mit breitbandigen Netzzugängen", sagte Kurth, der sich von der Vergabe einen zusätzlichen Wettbewerb verspricht. "Ich hoffe, dass es den Unternehmen gelingt, mit den Frequenzen auch neue Produkte an den Markt zu bringen." Mit ihnen sollen "weiße Flecken" im bundesweiten Breitbandnetz geschlossen werden, in denen schnelles Internet nicht oder nicht flächendeckend verfügbar ist. Deshalb sind mit der Frequenzvergabe bis Ende 2021 Auflagen verbunden: Bis Ende 2009 müssen 15 Prozent der Gemeinden im Versorgungsgebiet abgedeckt sein, bis Ende 2011 dann 25 Prozent.

Telekom und Arcor nicht von Technik überzeugt

102 Unternehmen hatten Interesse am ursprünglich gedachten Vergabeverfahren bekundet, für die Auktion bewarben sich jedoch nur noch sechs. Nach Pilottests distanzierten sich sowohl die Deutsche Telekom als auch Arcor von der Wimax-Technik, weil sie diese als unwirtschaftlich ansehen. Es sei eine notwendige Konsolidierung eingetreten, sagte Kurth. "Durch die Versteigerung werden Frequenzen an leistungsfähige und geeignete Unternehmen vergeben, die bereit sind, das nötige Geld zu investieren."

Die höchsten Mindestgebote, die sich an der Bevölkerungsdichte orientieren, werden für die Region Köln/Düsseldorf mit bis zu 1,819 Millionen Euro fällig. Am günstigsten sind die Frequenzen in Vorpommern mit Mindestgeboten ab 103.000 Euro. In der ersten Runde gab Inquam für das Paket A in allen 28 Regionen das Höchstgebot ab, EWE TEL hatte bei Paket B die meisten Höchstgebote. Bei den beiden Paketen sind die Frequenzen in den Regionen uneingeschränkt verfügbar. Paket C ging mit einer Ausnahme an die Deutsche Breitbanddienste (DBD), bei Paket D gab Televersa die meisten Höchstgebote ab. Bei beiden Paketen fehlen Frequenzen in einigen Landkreisen. Jeder Bieter kann nur für ein Frequenzpaket in einer Region bieten. Das Geld aus der Auktion fließt dem Bundeshaushalt zu.

Reuters/AP/DPA AP DPA Reuters

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