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Ortungsdaten bei Apple und Google Sammelklage gegen Datensammler


Wie lange wird Apple noch schweigen können? Der Druck wegen der Datensammelwut von iPhone und iPad wächst: iPhone-Nutzer ziehen vor Gericht, US-Senatoren sowie das deutsche Verbraucherministerium fordern Antworten. Und Google hat auch Ärger.

Die versteckte Speicherung von Nutzerdaten hat für Apple juristische Konsequenzen: Zwei Kunden haben vor einem US-Gericht in Tampa, Florida, Sammelklage gegen den Hersteller von iPhone und iPad eingereicht.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Apple-Geräte dauerhaft und kontinuierlich Informationen über die jeweiligen Aufenthaltsorte der Nutzer speichern. Betroffen sind iPhones sowie iPads mit Mobilfunkverbindung, die mit Version 4 des Betriebssystems iOS laufen. Die Informationen werden weder an Apple noch an andere weitergeleitet. Datenschützer kritisierten die Speicherung.

Auch Google betreibt Tracking

Einem Medienbericht zufolge wird auch Google mit dieser Praxis in Verbindung gebracht. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" senden Handys mit dem Google-Betriebssystem Android Ortsdaten zurück zu den Unternehmen. Dem Blatt zufolge könnten beide Konzerne mithilfe der Datensammlungen den Markt für ortsbezogene Dienstleistungen anzapfen.

Laut der Klageschrift vom 22. April fordern die Kläger Vikram Ajjampur und William Devito, dass das Bezirksgericht Apple die Sammlung von Ortungsdaten untersagt. Zudem verlangen sie eine Erstattung des Kaufpreises, weil sie in Kenntnis der Datenspeicherung die Produkte nicht gekauft hätten.

Senatsausschuss fordert Google und Apple

Auch die amerikanische Politik erhöht den Druck auf Apple und Google. Die beiden Unternehmen wurden zu einer Anhörung am 10. Mai in einem Senatsausschuss geladen. Zudem hat Generalstaatsanwältin Lisa Madigan aus Illinois Apple und Google zu einem Treffen geladen. "Ich will wissen, ob die Kunden darüber informiert worden sind, was von Apple und Google aufgezeichnet und gespeichert wird und ob diese Funktionen abgestellt werden können", #link;http://www.illinoisattorneygeneral.gov/pressroom/2011_04/20110425.html;erklärte sie in einer Mitteilung#. Der Schutz der Privatsphäre sei wichtig.

Apple hat noch keine Stellung genommen zu der massiven Kritik an der Praxis. Ein Bericht des Blogs MacRumors, wonach sich Firmenchef Steve Jobs in einer Mail an einen Kunden dazu geäußert haben soll, wurde von dem Unternehmen nicht bestätigt. Dem Blog zufolge soll Jobs geschrieben haben, dass Apple kein Tracking betreibe, also Nutzerbewegungen nachvollziehe: "Die kursierende Information ist falsch."

"Es wird Zeit, dass sich Apple äußert"

Auch das deutsche Verbraucherschutzministerium drängt Apple zu einer Stellungnahme. "Es wird Zeit, dass sich das Unternehmen zu den Vorwürfen äußert", sagte Ministeriumssprecher Holger Eichele. "Zu klären ist insbesondere, wo und wie lange und zu welchem Zweck die Daten gespeichert werden, wer Zugriff auf diese Informationen hat und wie Kunden einen unbefugten Zugriff verhindern können." Ein Sprecher von Apple Deutschland sagte, zu den Vorwürfen werde keine Stellungnahme abgegeben.

Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, auch wenn das Ortungssystem des iPhone abgeschaltet sei, würden die Bewegungsdaten erfasst. Dazu sagte der Ministeriumssprecher: "Wenn ein Nutzer die Ortungsfunktion seines Gerätes deaktiviert, muss er sich darauf verlassen können, dass das Gerät keine Geodaten mehr aufzeichnet."

san/DPA/Reuters DPA Reuters

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