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Smartwatch Gear S2: Jetzt geht's rund - Samsungs Antwort auf die Apple Watch

Samsung hat auf der IFA seine neue Smartwatch vorgestellt. Die Gear S2 ist rund, setzt auf ein eigenes Betriebssystem - und hat ein völlig neues Bedienkonzept. Doch ist sie ein ernstzunehmender Konkurrent für die Apple Watch?

Von Christoph Fröhlich, Berlin

Apps der Gear S2

In einem Kreismenü kann man schnell durch die wichtigsten Anwendungen scrollen

Smartwatches sind der Mega-Trend der diesjährigen IFA. Kaum ein Hersteller, der keine der schlauen Armbanduhren im Gepäck hat: Motorola zeigte seine neue Moto360, Huawei die edle Huawei Watch, TomTom will mit einer spezielle Sportversion punkten. Und auch Samsung will an die Handgelenke der Nutzer. Auf der IFA in Berlin zeigen die Südkoreaner die brandneue Gear S2. Der stern hat die Uhr bereits ausprobiert.

Die Samsung-Uhr gibt es in zwei Modellen: die Gear S2 und die Gear S2 Classic. Beide haben ein rundes Display und bieten im wesentlichen die gleichen Funktionen, unterscheiden sich aber stark im Design. Die normale S2 ist deutlich minimalistischer gestaltet und wirkt mit ihrer kühlen Optik ein wenig futuristisch. Die S2 Classic erinnert mit dem Lederarmband an eine normale Armbanduhr. Zusätzlich ist die Lünette nicht vollständig rund, sondern leicht gewellt. Das Display misst jeweils 1,2 Zoll. Beide Smartwatches sind nach IP68 vor Staub und Wasser geschützt. Die Armbänder beider Uhren sind wechselbar: Während man aber bei der normalen Gear S2 auf Samsung-Armbänder angewiesen ist, kann man bei der Gear S2 Classic herkömmliche Uhrenarmbänder nutzen.

Gear S2: Das kann Samsungs neue Uhr
Gear S2 und Gear S2 Classic

Die sportliche Gear S2 neben der eleganteren Gear S2 Cassic

Dreh an der Lünette

Die Uhren lassen sich wie gewohnt über einen Touchscreen bedienen, der einen guten Helligkeitswert und knackige Kontraste aufweist. Außerdem gibt es noch einen Home- und einen Zurück-Button an der Seite. Der eigentliche Clou der Gear S2 ist aber die Lünette: Dank des drehbaren Rings um das Display kann man bequem durch diverse Ansichten wechseln. Es ist die erste Smartwatch dieser Art - und die Bedienung macht richtig Spaß: Innerhalb von Sekunden kann man quer durch alle Menüs und Apps scrollen. Das Drehen der Lünette geht leicht von der Hand und ist intuitiv, allerdings wirkt sie in einigen Menüs noch nicht ganz ausgefeilt.

Zu den vorinstallierten Anwendungen gehören unter anderem eine Wetter-App, ein Musikplayer, Karten, ein E-Mail-Client und diverse Fitness-Optionen. Letztere stehen bei Samsung besonders im Fokus: Die Uhr erkennt laut Samsung automatisch, ob man sitzt, läuft oder Sport treibt - und passt so den jeweiligen Aktivitätsstatus an. Hört man etwa auf zu joggen, stoppt die Uhr automatisch die Herzfrequenzmessung. Wie gut das klappt, muss ein Test zeigen.


Tizen statt Android Wear

Eine Besonderheit: Samsung setzt nicht auf das Betriebssystem Android Wear, sondern auf die Eigenentwicklung Tizen. Nur so können spezielle Funktionen der Uhr genutzt werden, erklärt Samsung. Außerdem verspricht der Konzern aufgrund der ressourcensparenden Software eine Akkulaufzeit von zwei bis drei Tagen. Sollte die Gear S2 dieses Versprechen tatsächlich einhalten, würde sie deutlich länger durchhalten als die Apple Watch oder die meisten Android-Uhren.

Ansonsten bietet die Gear S2 die wesentlichen Funktionen einer Smartwatch: Es gibt externe Apps einiger populärer Anbieter wie Ebay, Groupon oder Twitter - ganz so groß wie bei watchOS (Apple) oder Android Wear (Google) wird die App-Auswahl aber sicherlich nicht sein. Die Gear S2 kann auch zum mobilen Bezahlen verwendet werden, den dazugehörigen Bezahldienst Samsung Pay gibt es aber vorerst nicht in Deutschland.

Anders als frühere Modelle ist die Uhr nicht nur mit Samsung-Geräten kompatibel, sondern auch mit allen Geräten, die mindestens Android 4.4 oder höher und 1,5 Gigabyte RAM haben.

Neben der Wlan-Version gibt es noch ein Modell mit UMTS-Verbindung. Das funktioniert über eine sogenannte eSim: Damit wird die klassische Sim-Karte überfällig. Das spart nicht nur Platz, sondern ermöglicht auch mehr Flexibilität. Unklar ist allerdings, ob es das Modell in Deutschland geben wird.