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Smartphone Palm Pre: Palm greift iPhone und Blackberry an

Der angeschlagene Smartphone-Hersteller Palm startet auf der Consumer Electronics Show einen Comebackversuch: Palm Pre heißt das neue Smartphone. Mit seinem Touchscreen und vor allem dem neuen Betriebssystem WebOS soll es den Platzhirschen iPhone und Blackberry Kunden abjagen.

Palm will mit einem neuartigen Mobiltelefon ein Comeback starten und die Vorherrschaft des iPhone und des Blackberry im Smartphone-Markt brechen. Der Taschencomputer-Pionier präsentierte auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas den Palm Pre, der mit dem neu entwickelten System WebOS läuft. Die Börse reagierte euphorisch auf die Ankündigung und trieb den Aktienkurs von Palm um rund 35 Prozent nach oben. "Diese Plattform wird die Basis für Innovationen der kommenden Dekade sein", sagte Palm-Chef Ed Colligan.

Das neue Telefon soll im ersten Halbjahr 2009 auf den Markt kommen und wird in den USA zunächst exklusiv vom Mobilfunkprovider Sprint und später in einer UMTS-Version in anderen Regionen angeboten. Ein genauer Starttermin und Kooperationspartner für den deutschen Markt wurden noch nicht genannt. Branchenkenner erwarten aber eine Zusammenarbeit mit Vodafone.

Das Team, das den Palm Pre entwickelt hat, wurde von Jon Rubinstein angeführt, der bei Apple entscheidend an der Entwicklung des Musikplayers iPod beteiligt war und bis zum Sommer 2006 die iPod-Abteilung von Apple geführt hatte. Das neue Palm-Betriebssystem wurde von Grund auf neu entwickelt und setzt im Kern Standard-Technologien wie beispielsweise CSS, XHTML und JavaScript ein, die bereits heute in der Entwicklung von Webanwendungen eine entscheidende Rolle spielen.

Mehrere Anwendungen gleichzeitig

Im Gegensatz zum iPhone von Apple verfügt der Palm Pre über eine ausziehbare Tastatur und kann mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen lassen. Ähnlich wie eine elektrische Zahnbürste kann das Smartphone ohne eine Kabelverbindung induktiv an ein Ladegerät angekoppelt und aufgeladen werden. Das System des Palm Pre führt Informationen aus persönlichen E-Mail-Konten und Kontaktlisten mit Daten aus Sozialnetzwerken wie Facebook oder Flickr zusammen.

"Palm steht an einem Scheidepunkt in seiner Unternehmensgeschichte", sagte Lawrence Harris, Analyst bei CL King & Associates in New York. "Dies ist wirklich die beste Gelegenheit. Eine zweite Möglichkeit wird es vielleicht nicht mehr geben." Palm hatte Mitte der 90er Jahre mit dem Pilot den ersten erfolgreichen PDA (Personal Digital Assistent) auf den Markt gebracht und später sein Angebot auf Mobiltelefone ausgeweitet.

Die sinkende Nachfrage nach dem Smartphone Treo und der Erfolg von Konkurrenzprodukten wie dem Blackberry und dem iPhone brachten Palm aber 2006 in eine Schieflage. Im Jahr 2007 stieg der Investor Elevation Partners LP ein, übernahm 25 Prozent der Firmenanteile und holte Rubinstein als Executive Chairman zu Palm. Im vergangenen Monat stockte Elevation Partners seine Anteile um weitere 100 Millionen Dollar auf und verschaffte dem Unternehmen damit genügend Barreserven, um die Markteinführung des Palm Pre abzuschließen.

DPA / DPA