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Xperia Z2 im Test: Das kann Sonys schicker Glasbaustein

Mit 4K-Kamera und wasserdichtem Gehäuse soll das Xperia Z2 die Konkurrenz von Samsung und HTC vom Thron stoßen. Doch reicht das? stern.de hat Sonys neues Smartphone-Flaggschiff getestet.

Von Timo Brücken

Zwei Dinge fallen sofort auf, wenn man das Xperia Z2 zum ersten Mal aus der Packung nimmt: Es ist ziemlich schwer - und ziemlich kantig. 163 Gramm auf 146,8 mal 73,3 Millimetern mit kaum abgerundeten Ecken. Hosentaschenfreundlich ist anders. Doch praktisch will Sonys neues Spitzen-Smartphone gar nicht sein. Protzig trifft es schon eher: Das Xperia Z2 setzt voll auf edles Design. Vorder- und Rückseite bestehen aus Glas (was Schutzfolienherstellern ein Lächeln aufs Gesicht zaubern dürfte) und werden von einem hochwertig verarbeiteten Aluminiumrahmen zusammengehalten. Die Tasten sind schlank, bis auf die Kopfhörerbuchse sind alle Anschlüsse unter Schutzklappen versteckt. Wie schon sein Vorgänger ist das Z2 wasserdicht - für bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von maximal eineinhalb Metern. Und wie sieht es innen aus?

Leistung und Hardware

Im Xperia Z2 steckt ein flotter Snapdragon-Vierkernprozessor mit 2,3 Gigahertz, der von drei Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt wird. Damit schafft das Smartphone 33.747 Punkte in der Leitungstest-App Antutu. Zum Vergleich: Das HTC One M8 kam in unserem Test auf einen Wert von 33.770, das Samsung Galaxy S5 sogar auf 35.616. Trotzdem spielt das neue Xperia leistungsmäßig ganz oben mit. Der Akku des Z2 ist fest verbaut und hat mit 3.200 mAh genug Saft für 19 Stunden Gesprächszeit, etwa viereinhalb Tage Musikhören und angeblich bis zu 30 Tage Standby. Nettes Feature: Der sogenannte Stamina-Modus deaktiviert Funktionen wie Wlan oder Bluetooth, sobald das Display ausgeschaltet ist, und spart so Energie.

Prominent bewirbt Sony den Datenübertragungsstandard NFC, dessen Logo ist auf der Rückseite des Xperia Z2 zu sehen. Mit seiner Hilfe lassen sich Geräte blitzschnell drahtlos miteinander verbinden. Im Test mit einem NFC-fähigen Minilautsprecher klappte das sowohl aus nächster Nähe als auch von weiter weg per Throw-Funktion auf Anhieb. Ein zusätzlicher Lautsprecher ist zum Musikhören auch zu empfehlen, die eingebauten Boxen klingen bei hoher Laustärke blechern. Die mitgeleiferten In-Ear-Kopfhörer mit Rauschunterdrückung bieten hingegen einen guten Sound.

Display und Benutzeroberfläche

Das Xperia Z2 ist ganz klar ein Multimedia-Smartphone. Da ist zum Beispiel die Sony-eigene Android-Oberfläche, die einen beim ersten Start mit den Apps Walkman, Album, Filme und Playstation begrüßt. Musik hören, Filme gucken, zocken, Fotos machen, Videos drehen - darum geht es hier. Gleich darüber präsentiert der "What's New"-Stream die neuesten Songs, Games und Apps in Kacheloptik. Die Benutzeroberfläche ist elegant und deutlich weniger überladen als etwa Samsungs Android-Umsetzung TouchWiz.

Dargestellt wird sie auf einem 5,2 Zoll großen Full-HD-Display mit 1920 mal 1080 Pixeln und 16 Millionen Farben. Gestochen scharfe Videos ohne Ruckler und der ein oder andere Kinofilm auf der Bahnfahrt sind damit kein Problem. Dank 16 Gigabyte internem Speicher, der sich per MicroSD-Karte um bis zu 128 Gigabyte erweitern lässt, ist dafür auch immer genug Platz.

Kamera

Doch Xperia-Nutzer können nicht nur konsumieren. Besonders stolz ist Sony auf die Fähigkeiten seines neuesten Smartphones, wenn es darum geht, selbst Fotos und Videos aufzunehmen. Im Xperia Z2 steckt die gleiche 20,7-Megapixel-Kamera wie im Vorgänger, mit besonders empfindlichem Bildsensor und zusätzlichem Bildprozessor. Sie liefert im Test auch bei schlechten Lichtverhältnissen überzeugende Bilder in Digitalkamera-Qualität. Lediglich der Autofokus und das Anpassen der Farbtemperatur brauchen manchmal ein wenig länger.

Videos kann das Z2 in 4K-Qualität, also mit viermal so viel Bildpunkte wie bei Full-HD, drehen. Das tut es ohne Ruckler, nur bei Kamerafahrten kommt der Autofokus manchmal nicht ganz hinterher. Anschauen ließ sich das Ergebnis mangels 4K-fähigem Bildschirm nicht. So dürfte es derzeit noch einem Großteil der Nutzer gehen, aber hier investiert Sony eben in die Zukunft.

Fazit

Wer einen handlichen Begleiter für die Hosentasche sucht, sollte die Finger vom Sony Xperia Z2 lassen. Es gleicht eher einem flachen Glasbaustein - wenn auch einem mit jeder Menge Power: Bild und Sound (mit dem richtigen Endgerät) sind Spitzenklasse, die Kamera ebenfalls. Multimediatechnisch steht das Smartphone den Konkurrenten in nichts nach. Verarbeitung und Benutzeroberfläche sind hochwertig und elegant. Hier liegt Sony klar vor Samsung, dessen Handys als "Plastikbomber" verschrien sind. Mit 679 Euro ist das Xperia Z2 ein wenig teurer als die Konkurrenten Galaxy S5 und One M8. Vom Thron stoßen wird das Sony-Flaggschiff die beiden wohl nicht. Aber es spielt definitiv in der obersten Smartphone-Liga mit.

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