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A-10 Thunderbolt: Das Kampfschwein der US-Streitkräfte ist ein Jet

Sie ist so unförmig wie gefürchtet: Die Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II, Spitzname: Warzenschwein. Doch die Ära des langsamen, aber feuerstarken Kampfjets findet bald ein Ende.

Die Bordkanone verschießt Uran-Munition, wo sie zum Einsatz kommt, wird das Erbgut der Bevölkerung geschädigt.
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"Verlieren" ist für Donald Trump keine Option - auch nicht in Afghanistan. Dort haben die USA ihre militärischen Aktivitäten massiv verstärkt, nachdem Sicherheitsberater MacMaster und Verteidigungsminister Mattis ihrem Chef versichert haben, dass ein Sieg über die Taliban immer noch möglich sei, wenn das Weiße Haus den Streitkräften nur erlauben würde, richtig zuzuschlagen. 

Stärkere Luftschläge

Danach wurden die Handschuhe ausgezogen, wie Trump es nannte, und seitdem ist unter anderem eine verstärkte Luftoffensive über das Land hereingebrochen. Nun wurde bekannt, dass erstmals seit sechs Jahren, das legendäre Erdkampfflugzeug  Fairchild-Republic A-10 wieder nach Afghanistan geschickt wurde. Eine Staffel von zwölf Flugzeugen operiert vom Kandahar Airfield aus. James Hecker, Generalmajor der US-Luftwaffe, sagte der Agentur "Reuters", dass die Jets eigene Truppen unterstützen sollten. Gleichzeitig sollen sie Drogen-Fabriken attackieren, mit denen die Taliban ihren Kampf  finanzieren.

Berühmtheit für die Hässlichkeit

Die A-10 trägt wegen ihrer unförmigen Hässlichkeit den Spitznamen "Warthog" – also "Warzenschwein". Konzipiert wurde sie für den Angriff gegen Bodenziele auf kurzer Distanz. Gebaut wurde sie seit 1975 und zählt heute zu den legendärsten noch aktiven Flugzeugen  der Welt. 

In Sachen Kampfkraft ist das Warzenschwein kaum zu schlagen. Die 30-mm-Bordkanone vom GAU-8/A Avenger und ihr typsicher Klang werden von US-Soldaten geradezu verehrt. Das liegt an der Rolle des Kampfflugzeugs. Sobald US-Truppen in Gefahr sind oder in einen Hinterhalt geraten, wird das "Warzenschwein" geschickt, um sie herauszuhauen. Aus ausrangierten Rohren werden für Soldaten Devotionalien wie Kampfmesser hergestellt. Neben der Feuerkraft des Jets beeindruckt seine Fähigkeit generische Treffer wegzustecken. 

Berühmte Vorgänger

Die A-10 ist der Nachfolger von Flugzeugen des Zweiten Weltkriegs, wie dem deutschen Sturzkampfbomber "Stuka" Ju-87 oder der sowjetischen Iljuschin Il-2 "Schturmowik". Von der Schturmowik übernahmen die Amerikaner die Idee, den Piloten in eine Art stählerne Badewanne zu setzen, um ihn vor Bodenfeuer zu schützen. In der Konzeptionsphase der A-10 soll angeblich sogar der Stuka-Pilot und erfolgreichste Kampfflieger des Zweiten Weltkriegs, Hans-Ulrich Rudel, konsultiert worden sein. Auch wenn der bis zum Tode ein notorischer Nazi geblieben war. Im Vergleich zum heutigen russischen Pendant, der Suchoi Su-25, profitiert die A-10 von einer Besonderheit: Ihre beiden Triebwerke sind weit oberhalb und weit voneinander getrennt montiert worden. Die A-10 übersteht dadurch sogar Treffer und Feuer in einem Triebwerk, während die Su-25 dann meist in Brand gerät. 

Ende einer Epoche

Bei dem Einsatz in Afghanistan dürfte es sich um eine der letzten Schlachten der fliegenden Legende handeln. Die A-10 ist bei der Truppe zwar beliebt und beim Gegner gefürchtet, doch das zunehmende Alter macht den Jets immer mehr zu schaffen.Ersetzt werden soll sie durch eine spezielle Version des F-35 Joint Strike Fighter, doch zahlreiche Einsatzmöglichkeiten des alten Warzenschweins könnte der moderne Stealth-Jet nicht absolvieren. Während das Warzenschwein ungerührt durch gegnerisches MG- und Flakfeuer kurvt, müsste die F-35 aus größerer Entfernung Lenkwaffen einsetzen. Die wären weit teurer als die vergleichsweise rustikale Bewaffnung der A-10.

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