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Aibo: Sony schläfert Roboterhund ein

Ein possierlicher kleiner Roboterhund, mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, muss sterben. Aus Profitgründen müssen zahlreiche Fans auf ihren lieb gewonnenen Vierbeiner verzichten.

Der legendäre Roboterhund Aibo wird "eingeschläfert". Der japanische Elektronikkonzern Sony wird Produktion und Weiterentwicklung des populären High-Tech-Spielzeughündchens nach eigenen Angaben Ende März einstellen. Auf diese Weise will der Konzern seine Profitabilität weiter verbessern. Auch Sonys humanoider, laufender Roboter Qrio, der nie in den normalen Handel kam, soll bald nicht mehr weiterentwickelt werden. Die Forschung und Entwicklung der künstlichen Intelligenz, die in den Robotern steckt, will das Unternehmen allerdings fortsetzen und in anderen Produkten einsetzen.

Die Nachricht von Aibos Ende löste am Freitag Bedauern beim amtierenden Weltmeisterteam der Vierbeiner-Liga im Roboterfußball aus. "Wir waren mit Aibo sehr glücklich und sind jetzt sehr traurig über diese Nachricht", sagte der Chef des Aibo-Teams der Berliner Humboldt-Universität (HU), Matthias Jüngel. Sein Team war mit Aibo bei den Roboterfußballmeisterschaften (RoboCup) 2004 und 2005 Weltmeister geworden.

Die letzte Roboterfußballweltmeisterschaft

"Man muss aber auch sagen, dass Aibo schon etwas in die Jahre gekommen war", so Jüngel. "Deswegen haben wir uns seit Jahresbeginn auch schon auf die neue, zweibeinige Roboterart umgestellt." Man werde jedoch wie geplant bei dem nächsten RoboCup im Juni in Bremen mit Aibo und seinem zweibeinigen Konkurrenten antreten. "Was dann 2007 ist, bleibt abzuwarten", sagte Jüngel. Aibo-Besitzer bekommen nach Sony-Angaben auch nach Ende der Produktion weiter technische Unterstützung.

Von null auf hundert in die Herzen der Fans

Als Aibo 1999 auf dem Markt erschien, eroberte das Roboterhündchen sofort die Herzen vieler Fans. Anfangs nahm Sony übers Internet Aufträge für 3000 Exemplare in Japan und 2000 in den USA an. Innerhalb von nur 20 Minuten waren alle in Japan verkauft und in den USA nach vier Tagen. Bis zum vergangenen September verkaufte das Unternehmen weltweit mehr als 150.000 der Roboterhunde.

Sony ist derweil dabei, sich aus dem Tal der Tränen wieder herauszuarbeiten. So konnte das Unternehmen überraschend hohe Gewinne im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verbuchen und erwartet fürs Gesamtjahr nicht mehr rote, sondern schwarze Zahlen.

DPA / DPA
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