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Vielversprechende Technik Revolutionäre Glas-Akkus sollen E-Autos zum Durchbruch verhelfen

Elektro-Autos haben noch viele Einschränkungen, ein neuer Glas-Akku könnte sie alltagstauglicher machen.
Elektro-Autos haben noch viele Einschränkungen, ein neuer Glas-Akku könnte sie alltagstauglicher machen (Symbolbild)
© Getty Images
Der Erfinder des Lithium-Ionen-Akkus ist 97 Jahre alt - und denkt nicht ans Aufhören. Mit einem Glas-Akku will er Elektroautos zum Durchbruch verhelfen. Die Technologie wird nun zur Marktreife gebracht.

John B. Goodenough - nur die wenigsten Menschen dürften diesen Mann kennen. Dabei hat er unseren Alltag mehr verändert als viele andere: Der US-amerikanische Physiker war wesentlich an der Entwicklung des Lithium-Ionen-Akkus beteiligt, ohne seine Erfindung würde es heute keine Smartphones, Akkuschrauber oder Elektro-Autos geben. 2013 wurde er für seine Verdienste vom damaligen US-Präsident Barack Obama geehrt, 2019 erhielt er für seine Entdeckung den Nobelpreis für Chemie.

Ein Akku aus Glas

Ans Aufhören denkt Goodenough - mittlerweile immerhin 97 Jahre alt - aber nicht. Auch vier Jahrzehnte nach seiner revolutionären Entdeckung versucht er herauszufinden, wie Batterien verbessert werden können. Und ihm scheint gemeinsam mit der portugiesischen Forscherin Maria Helena Braga vor ein paar Jahren erneut der Durchbruch gelungen zu sein: Sein "Wunder-Akku" basiert nicht auf flüssigen Elektrolyten, wie es bislang der Fall ist, sondern auf einem Feststoff. Dabei wandern die Elektronen durch mit Alkalimetallen kombiniertes Glas.

Das hat mehrere Vorteile: Ein solcher Akku soll eine hohe Kapazität liefern, auch bei heißem und kaltem Wetter leistungsfähig sein und sich in wenigen Minuten statt Stunden aufladen lassen. Zudem ist der feste Elektrolyt nicht brennbar.

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Bereits in zwei Jahren marktreif?

Bislang war der Akku nur ein Konzept, nun ist man einen Schritt weiter: Der Energiespeicherspezialist Hydro-Quebec will den Feststoffakku von John B. Goodenough zur Marktreife bringen, wie "IEEE Spectrum" berichtet. Die Patente für die Technologie hielt bislang die Universität von Texas in Austin, wo das Forscher-Team abeitet - diese wurden nun an Hydro-Quebec übertragen. Das kanadische Unternehmen gilt als Vordenker bei der Weiterentwicklung von Batteriespeichern.

Der Plan ist ambitioniert: Innerhalb von zwei Jahren soll der Glas-Akku zur Marktreife gebracht werden. Anschließend können Partnerunternehmen den Akku im großen Maßstab fertigen. Unter anderem arbeitet Mercedes-Benz mit Hydro-Quebec an neuen Batterietechnologien. Ein vielversprechender Zukunftsmarkt seien unter anderem E-Busse.

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cf

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