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Praxistest Akkusauger Jimmy H9 Pro – Dyson-Alternative zum halben Preis

Mit dem abgeknickten Rohr kommt man gut unter Tische und Sofa
Mit dem abgeknickten Rohr kommt man gut unter Tische und Sofa
© stern
Der H9 Pro kommt von Jimmy, einer Tochterfirma von Xiaomi – er soll es mit den Flaggschiffen von Dyson aufnehmen. Und das zum halben Preis.

Man muss nicht drumherum reden: Dyson ist die Benchmark bei Akkusaugern. Die Dyson-Geräte saugen besser als manche Sauger mit Kabel und sind ausgezeichnet verarbeitet. Da macht man nichts verkehrt. Nur die Preise lassen einen fragen: Muss es wirklich ein Dyson sein? Wir haben ein Gerät ausprobiert, das in etwa die Hälfte des aktuellen Dyson-Flaggschiffs kostet. Den Jimmy H9 Pro gibt es für deutlich unter 400 Euro – wenn man bereit ist, nach Coupons und Auktionen Ausschau zu halten.

Ähnliche Farbpalette

Die erste Überraschung: Der Jimmy sieht einem Dyson verdammt ähnlich. Nicht wegen des Aufbaus des Sauggeräts, die Technik unterscheidet sich, sondern wegen der Vorliebe für "spacige" Farben. Dafür ist der Rest der Maschine in einem edlen Grau gehalten. Der Jimmy H9 Plus kommt mit einer ganzen Armada an Vorsätzen und Bürsten. Im Alltag wird man sie kaum benutzen, aber wenn man einen speziellen Vorsatz braucht, ist es gut ihn auch zu haben. Wenn Platz ist, sollte man das Gerät auf seinem Ständer aufbewahren. Der ist sehr solide, auch wenn er nur zusammengesteckt wird, und nimmt die Bürsten-Vielfalt mit einer Mittelkonsole auf. Der Sauger selbst wird in den Ständer eingehängt und dabei automatisch aufgeladen. Das ist sehr praktisch, weil man das Aufladen nicht mehr vergessen kann. Ist kein Platz für den praktischen Ständer vorhanden, kann der Akku auch in einer zweiten Mini-Station aufgeladen werden.

Wertige Anmutung

Materialien und Haptik des Geräts sind auf hohem Niveau – hier müssen Akkusauger der 200-Euro-Klasse spürbar sparen. Rohre und Schalter rasten ein, es ist angenehm, das Gerät zu führen. Jimmy ist eine Tochterfirma vom Elektronik-Giganten Xiaomi, Ähnlichkeiten zu Xiaomi-Produkten sind daher kein Zufall. Dyson produziert seine Sauger übrigens auch nicht in Europa. Der Jimmy arbeitet wie alle Akkugeräte mit einer Rotationsbürste. Der Akku soll maximal 80 Minuten durchhalten – im Ecomodus. Mit der Rotationsbürste bleiben im Turbo-Modus 25 Minuten, mit Max-Modus werden es nur 15. Arbeitet man mit Automatik, reicht die Kapazität für über 40 Minuten. Das ist in der Tat sehr lang für einen privaten Haushalt. Power-User können sich für 99 Euro einen Zweitakku zulegen. Im Max-Modus ist die Saugleistung auch sehr stark. Jimmy gibt einen Wert von 25.000 PA für die Maschine an, je nach Kopf und Untergrund saugt sich der H9 dann regelrecht am Boden fest.

Saugt perfekt

Der Jimmy funktioniert beutellos und setzt eine eigene Doppelzyklontechnologie ein, sie soll den Luftstrom weniger abbremsen als die Methode des Marktführers und so zu einem noch besseren Absaugen führen. Ob das so ist, lässt sich schlecht beobachten. In Sachen "Wegsaugen" lassen weder Dyson noch Jimmy Wünsche offen. Der H9 saugt Hausstaub gnadenlos weg und bürstet lange Hundehaare klaglos aus dem Teppich. Doch für die kleineren Akkusauger gibt es auch Grenzen. Wirklich groben Dreck wie raue Krusten aus groben Profilen oder Laub mögen die Maschinen nicht. Ihre Bürsten müssen die Brocken erst klein hacken, bevor sie verschluckt werden. Akkusauger sind dann doch keine Werkstattsauger.

Knick fürs Sofa

Die tägliche Arbeit erleichtert ein Gelenk im langen Metallrohr, so kann man sehr einfach unter Schränke und Sofa gelangen, ohne sich selbst auf den Boden legen zu müssen. Vor allem reicht ein Griff, um das Gelenk zu bewegen. Aber natürlich lässt sich der H9 auch umstecken. Neben dem fehlenden Kabel liegt der Hauptvorteil der Akkusauger darin, dass sie sich ohne das lange Standrohr in ein kleines Handgerät verwandeln lassen, mit dem sich Regale, Polster oder auch das Auto sehr bequem reinigen lassen. Hier kommt dann die Armada an Vorsätzen ins Spiel. Ohne die lange Stange ruht das Gerät allerdings nicht mehr auf dem Boden. Das Gewicht muss dann allein von der Hand gehalten werden. Der Staubbehälter lässt sich mit einer Hand öffnen und ausschütteln. Dann und wann kann der Feinstaubfilter entnommen und ausgewaschen werden.

Fazit

Im Alltag hängt ein guter Akkusauger wie der Jimmy H9 ein Kabelgerät bei Weitem ab. Mit einem Preis von unter 400 Euro hält sich der Aufpreis zu einem guten Kabelgerät noch in Grenzen. Der Vorteil des schnellen Einsatzes ohne Kabel wiegt den theoretischen Nachteil der längeren Laufzeit bei Weitem auf. Wenn man wie wir die Ständer aufbaut, ist das Gerät mit einem Griff einsatzbereit und immer aufgeladen. Die Saugleistung ist durch die elektrisch angetriebene Rotationsbürste ohnehin besser. Von Verarbeitung, Saugleistung und der Handhabe des Systems her muss sich der H9 nicht vor dem Marktführer verstecken, beim Image kommt der Jimmy natürlich nicht mit. Der Preis ist angemessen und dann doch deutlich niedriger als der des Dyson.

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