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Römisches Reich Augustus – Grabmal des größten Imperators wird wieder eröffnet

Die Römer bauten mit viel mit Ziegeln und Beton - der Marmor war häufig nur Verkleidung
Die Römer bauten viel mit Ziegeln und Beton - der Marmor war häufig nur Verkleidung
© Filippo Monteforte / AFP
Octavian Augustus besiegte die Mörder Caesars und schuf das Imperium. Doch sein gewaltiges Grabmal verfiel. Nach 13 Jahren Restauration wird es wieder eröffnet.

Jeder kennt die Wahrzeichen von Rom. Das Kolosseum, das Pantheon und auch die Engelsburg, früher der letzte Zufluchtsort des Papstes in Kriegszeiten. Weniger bekannt ist, dass die markante Festung einst ein Mausoleum war, das des Kaisers Hadrian. Die Weiterverwendung als Burg führte dazu, dass das Grabmal im guten Zustand ist. (Lesen Sie hierzu: "Die Schweizergarde kämpfte bis zum letzten Mann - darum schützen sie seit mehr als 500 Jahren den Papst") Das Mausoleum des ersten und größten Kaisers Augustus war so viel Glück nicht beschieden. Dabei beherbergte es nicht nur die Überreste, des Mannes, der das Kaiserreich erschuf, es ist auch eine bedeutende architektonische Neuerung. Es ist das erste kreisförmige Mausoleum, ein architektonischer Stil, dem auch der Kaiser Trajan noch treu blieb.

Von außen erinnert kaum etwas an die einstige Größe. Eine bröcklige Wand und ein überwucherter Eingang ist alles, was man in den letzten 80 Jahren sehen konnte. Doch nun geht eine 13-jährige Renovierung des Grabmals zu Ende. Am 1. März 2021 wird das Monument für Touristen geöffnet - "Dies ist ein historischer Moment", sagte Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi. "Die Wiedereröffnung eines Denkmals wie dieses ist ein Signal der Hoffnung, da wir trotz der Ungewissheit der Pandemie mit gutem Glauben in die Zukunft blicken. Wir müssen für die Zukunft arbeiten und unsere Traditionen bewahren."

Früher Baubeginn durch Augustus

Erst während der Arbeiten erfuhr man, dass das Mausoleum nicht wie ein Kegel geformt war, wie man ursprünglich angenommen hatte, sondern aus zwei Zylindern bestand. Augustus begann mit dem Bau seines massiven Grabmals im Jahr 28 v. Chr.. Recht zeitig, er war damals 35 Jahre alt. Kurz zuvor war er nach der Seeschlacht von Actium nach Rom zurückgekehrt. Sein Sieg über die Flotten von Marc Antonius und Kleopatra machte ihn zum unangefochtenen Führer des Römischen Reiches (Lesen Sie hierzu: "Caesar, Augustus, Caligula, Nero – so sahen die mächtigen Herrscher Roms wirklich aus").

Und dann baute er einen Superlativ: Mit einem Durchmesser von etwa 87 Metern ist sein Monument das größte bekannte kreisförmige Grabmal der Welt, so eine Erklärung der Stadt. Im Zentrum der Struktur wurde die Asche des Augustus im Jahr 14 n. Chr. beigesetzt. Um den zentralen Raum befinden sich Kammern, die einst die Urnen der kaiserlichen Familie beherbergten - die Erben des Augustus wurden dort beigesetzt. Doch weder Tiberius, Caligula und Claudius besaßen die Fähigkeiten des Augustus.

In der Zeit nach Caesars Ermordung nahm Octavian, der spätere Augustus, die Rolle des Nachfolgers an und verfolgte die republikanische Partei, die seinen Adoptivvater besiegt hatte, in einem Bürgerkrieg. Als Augustus herrschte er dann 45 Jahre. Er versöhnte die streitenden Parteien und stand dem Reich in einer Blütezeit vor.

Hilflos gegenüber den Morden in seiner Familie

In Deutschland wird Augustus allerdings mit der größten Katastrophe seiner Herrschaft verbunden: der Niederlage des Varus im Teutoburger Wald und dem vollständigen Verlust von drei Legionen. Der Friedensbringer - so die Eigen-PR des Herrschers - schuf die Grundlagen des Imperiums. Augustus löste die Probleme, an denen die Republik zugrunde gegangen war. In seiner Zeit war die Verwaltung in der Lage ein Weltreich zu administrieren. Doch den neuen Problemen, die sich aus dem dynastischen Prinzip ergaben, stand der mächtige und häufig auch skrupellose Herrscher hilflos gegenüber. Schon zu Lebzeiten konnte er nicht verhindern, dass die zentrale Machtfrage seiner Nachfolge innerhalb der Familie durch Mord entschieden wurde. Seine Herrschaftsform wurde so ad absurdum geführt, die würdigsten Nachfolger wurden allesamt aus dem Weg geräumt. Sein unmittelbarer Thronerbe Tiberius war bereits die dritte Wahl. Tiberius war dennoch noch ein fähiger Verwalter und Feldherr. Er begegnete den Verschwörungen und Morden innerhalb der Dynastie energisch, doch führte er eine Herrschaft des Terrors und der Angst ein.

Ursprünglich war das Grabmal mit Marmor verkleidet und soll von  einer Bronzestatue des Augustus gekrönt worden sein (Lesen Sie hierzu: "Der Bogen, der die Welt beherrschte"). Von Augustus ist der Satz überliefert: "Ich fand Rom als eine Stadt aus Ziegeln und hinterließ sie als eine Stadt aus Marmor." Im Mittelalter wurde das Gebäude noch als Festung genutzt, später verkam es als Arena für Stierkämpfe. Mussolini wollte das Grabmal wieder errichten, doch es blieb bei bloßen Plänen. Die Anlage verfiel im Laufe der Jahre, Bäume wuchsen aus den Mauern und Müll füllte die Wege. Schließlich wurde sie vor 14 Jahren komplett geschlossen, weil sie für Besucher zu unsicher wurde.

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