Mini- oder auch Stecker-Solaranlagen sind mittlerweile an vielen deutschen Balkonen zu sehen. Die gemeinhin "Balkonkraftwerk" genannten Geräte boomen seit einiger Zeit regelrecht, da es mithilfe der Geräte sehr unkompliziert möglich ist, aus Sonnenlicht Strom zu erzeugen. So ist eine größere Unabhängigkeit von der Entwicklung der Energiepreise möglich. Laut Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur waren Mitte 2025 bereits über eine Million Mini-PV-Anlagen angemeldet, mit monatlich weiter deutlich steigender Tendenz.
Photovoltaikanlagen, die Sonnenstrahlung in elektrischen Strom umwandeln, sind auf deutschen Dächern bereits seit vielen Jahren verbreitet. In welchen Fällen es sinnvoller ist, auf ein Balkonkraftwerk zu setzen und was die Vorteile gegenüber einer PV-Anlage sind, haben wir zusammengefasst.
Vorteil eines Balkonkraftwerks: Höhere Flexibilität
Für ein Balkonkraftwerk ist keine Dachfläche erforderlich. Die Module lassen sich etwa am Balkongeländer oder an einer Hauswand befestigen. Zudem ist der Flächenbedarf gering, da die Anlagen vergleichsweise wenig Platz benötigen. Diese Punkte sind insbesondere für Mieter interessant, die womöglich gar keine Dachfläche haben oder zumindest nicht darüber verfügen können. Zudem können Balkonkraftwerke ohne großen Aufwand demontiert und an einem anderen Ort wieder in Betrieb genommen werden – ein Vorteil, speziell bei einem Wohnungswechsel.
Typische Geräte werden als Komplettpaket mit Solarpanels und Wechselrichter geliefert. Sie können schnell aufgebaut und unkompliziert in Betrieb genommen werden. Der deutsche Anbieter Kleines Kraftwerk führt dabei Anlagen wie die Variante Duo, die inklusive passender Halterungen geliefert wird und allen wichtigen Sicherheits- und Einspeise-Regeln entspricht.
Die Details:
- Solarpanels: 2x 450 Wp, bifazial
- Wechselrichter: Hoymiles HMS-800W-2T, 800 Watt
- Halterungen: im Lieferumfang, für Gitterbalkone
- Preis: 359 Euro
PV-Anlagen sind bei Installation und Betrieb aufwendiger
Ein weiterer Pluspunkt von Balkonkraftwerken gegenüber klassischen Solaranlagen ist der deutlich geringere Aufwand. In der Regel sind weder bauliche Eingriffe noch eine Fachfirma erforderlich: Die kompakten Module werden mit Halterungen an geeigneter Stelle befestigt und über eine Steckdose mit dem Stromnetz verbunden. Die Installation einer PV-Anlage ist wesentlich aufwendiger.
Und der bürokratische Aufwand? Für Balkonkraftwerke sind keine Genehmigungen nötig, nur eine einfache Anmeldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Auch der Kauf selbst ist mit wenig Aufwand verbunden: Es gibt eine große Auswahl an Online-Händlern, die Sets mit verschiedenen Kabellängen anbieten, beispielsweise bei Amazon.
- Solarpanels: 4x 500 Wp, bifazial
- Wechselrichter: Eco Flow Stream, 800W
- Halterungen: nicht im Lieferumfang enthalten
- Preis: 419 Euro
Kostenfaktor: Deutlicher Vorteil für Balkonkraftwerke
Der wohl wichtigste Vorteil von Balkonkraftwerken sind die vergleichsweise geringen Anschaffungskosten. Je nach Größe und Ausstattung sind Balkonkraftwerke schon für einige hundert Euro zu bekommen. Photovoltaikanlagen kosten meist mehrere tausend Euro. Dazu können zusätzliche Kosten für Umbaumaßnahmen, Genehmigungen und regelmäßige Wartungen kommen. Das alles verlängert den Zeitraum, bis sich die Anlage über den eingesparten Strom wieder rechnet.
Vorteil einer PV-Anlage: Die Leistung
Wer sich für eine PV-Dachanlage entscheidet, zielt in erster Linie auf eine höhere Leistung ab. Unter günstigen Bedingungen lässt sich damit ein großer Teil des Haushalts-Stromverbrauchs mit Solarenergie abdecken; überschüssige Mengen werden ins Netz eingespeist und vergütet. Die Leistung eines Balkonkraftwerks reicht dagegen meist nur, um etwa den Kühlschrank zu betreiben und den Stand-by-Verbrauch weiterer Geräte zu reduzieren.
Eine Einspeisevergütung gibt es bei Balkonkraftwerken nicht automatisch. Erzeugte Stromüberschüsse werden stattdessen ohne Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist. Allerdings lohnt diese sich meist ohnehin nicht, da die überschüssigen Strommengen sehr klein und Kosten, etwa für Messstellengebühren, im Vergleich hoch sind. Stattdessen kann für überproduzierten Strom ein Speicher eingesetzt werden, um die Energie dann zu nutzen, wenn das Balkonkraftwerk gerade keinen Strom liefert, beispielsweise nachts. Ein gutes Beispiel ist hier die Anker Solix Solarbank 3 E2700 Pro mit 2,7 Kilowattstunden Kapazität. Diese gibt es bei Kleines Kraftwerk mit vier Solarmodulen mit insgesamt 2.000 Wp für 1.379 Euro.
Die Details:
- Solarpanels: 4x 500 Wp, bifazial
- Speicherlösung: Anker Solix Solarbank 3 E2700 Pro, 2,7 kWh Kapazität
- Halterungen: optional gegen Aufpreis
- Preis: 1.379 Euro
Wie viel Leistung darf ein Balkonkraftwerk haben?
Steckerfertige Balkonkraftwerke dürfen in Deutschland eine Ausgangsleistung von 800 Watt haben. Das bedeutet, dass der Wechselrichter maximal 800 Watt in das Hausnetz einspeisen kann. Auch für die angeschlossene Gesamtleistung der Solarmodule gibt es eine Obergrenze. Diese beträgt 2.000 Watt Peak (Wp), wobei die Zahl der dafür verbundenen Solarpanels nicht geregelt ist. Für ein Balkonkraftwerk bis 800 Watt ist nur eine einfache Anmeldung im Marktstammdatenregister notwendig.
Wie schließt man ein Balkonkraftwerk an?
Balkonkraftwerke können mit einem handelsüblichen Schutzkontaktstecker an Außensteckdosen angeschlossen werden. Alternativ gibt es sogenannte Wieland-Stecker. Für diese Spezialverbindungen müssen aber von einem Elektriker entsprechende Dosen installiert werden.