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Energiewende Die größte Batterie der Welt geht in Kalifornien ans Netz

Die Stromspeicher der Zukunft sehen unscheinbar aus.
Die Stromspeicher der Zukunft sehen unscheinbar aus.
© Tesla / PR
Ökologischer Strom muss nicht nur erzeugt, sondern auch gespeichert werden. Etwa durch gigantische Batterieparks. In Kalifornien geht bald eine Riesenbatterie ans Netz.

Das Zeitalter fossiler Energien neigt sich dem Ende zu. Inzwischen können Solar- und Windenergieanlagen Strom billiger herstellen, als es mit fossilen Energieträgern möglich ist. Der nächste große Schritt ist Speicherung des Öko-Stroms, denn nur so können Erzeugung und Bedarf harmonisiert werden.

Im Prinzip sind viele Methoden denkbar. Man kann den Strom etwa dazu nutzen, Wasserstoff herzustellen und künstliche, flüssige Treibstoffe. In Großbritannien experimentiert man mit gefrorener Luft ("Batterie mit Flüssigluft – Großbritannien baut gigantischen Stromspeicher"), Schweizer setzen auf ein Riesen-Mobile mit Betonblöcken ("Haben Schweizer das größte Problem sauberer Energie gelöst?").

Der einfachste Weg sind Batterien. Auf dem Gelände des Moss Landing Power Plant entsteht in Kalifornien der größte Batteriepark der Welt. Dort wird eine 300-Megawatt-Lithium-Ionen-Batterie für den Betrieb vorbereitet, eine weitere 100-Megawatt-Batterie soll 2021 einsatzbereit sein. Zu diesen Mega-Batterien kommt eine weitere von 182,5 Megawatt, die aus 256 Tesla-Megapacks besteht. Auch sie soll Mitte 2021 in das kalifornische Stromnetz eingebunden werden. Die Kapazität reicht aus, um jeden Haushalt in San Francisco sechs Stunden lang mit Strom zu versorgen. Der US-Bundesstaat ist derzeit weltweit führend bei dem Versuch, die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit Batterien auszugleichen. Möglich wird das durch die stark fallenden Akkupreise. Laut der US Energy Information Administration sind die Preise für Batteriespeicher in den USA zwischen 2015 und 2018 bereits um fast 70 Prozent gesunken.

Mit Speichern auf dem Weg zu 100 Prozent Ökostrom

Nur solche Speicher können den Einsatz erneuerbarer Energie weiter ansteigen lassen. Solange die Schwankungen etwa durch Gaskraftwerke ausgeglichen werden, bleibt der Anteil der erneuerbaren Energien begrenzt. Das US National Renewable Energy Laboratory glaubt, dass die Kosten für Lithium-Ionen-Batterien zwischen 2018 und 2030 um weitere 45 Prozent fallen werden. Im Bereich der Batterien vollzieht sich die gleiche Entwicklung wie bei den Preisen für Solarzellen. "Energiespeicherung ist die wahre Brücke in eine Zukunft mit sauberer Energie", sagt Bernadette Del Chiaro, Geschäftsführerin der California Solar and Storage Association, zu dem Portal Yale360.

Die Batteriekapazität in den USA wird von 1,2 Gigawatt im Jahr 2020 auf fast 7,5 Gigawatt im Jahr 2025 wachsen. Europa ist allerdings langsamer. Hier wirkt sich aus, dass der Strommarkt stark von den Rahmenbedingungen des Gesetzgebers gelenkt wird, und der hat in Europa die Speichertechnologie noch nicht ausreichend berücksichtigt.

Rasanter Preisverfall

Auf Dauer wird an den Speicher auch wirtschaftlich kein Weg vorbei führen. Wenn immer mehr erneuerbare Energie bereitgestellt wird, werden Gaskraftwerke nur noch die Spitzen und die Täler ausfüllen können. Dadurch kommen sie immer weniger in einen wirtschaftlich attraktiven Dauerbetrieb, dann rechnen sich Speicher.

Batterien mit einer Größe von etwa 200 Megawatt können kleine bis mittelgroße Erdgaskraftwerke ersetzen. Finanziell wird es attraktiv, Speicher und erneuerbare Stromerzeuger zu kombinieren, so kann der Strom dann ins Netz eingespeist werden, wenn er gebraucht wird, dann, wenn auch die Preise höher sind.

Ohne Auflagen des Gesetzgebers rechnen sich die Speicher heute auch in Kalifornien noch nicht. Setzt sich der Preisverfall aber fort, so wie es angenommen wird, ist das aber nur eine Frage von Jahren.

Quelle: Yale360

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